Donnerstag, 28. Dezember 2023

jahreskreis zum anpacken

                           Statt Feuerwerk gibt es bei mir Lichtspiele, die sind leise und machen keinen Dreck. 

Immer wieder

Der Winter ging, der Sommer kam.

Er bringt aufs Neue wieder den vielbeliebten Wunderkram

der Blumen und der Lieder.

Wie das so wechselt Jahr um Jahr, betracht ich fast mit Sorgen. 

Was lebte, starb, was ist, es war, und heute wird zu morgen.

Stets muss die Bildnerin Natur den alten Ton benützen

in Haus und Garten, Wald und Flur

zu ihren neuen Skizzen.   (Wilhelm Busch, 1832 - 1908)


da haben wir ja glück, dass uns diese bildnerin den ton nicht um die ohren wirft und immer wieder von vorne beginnt. das sollte uns vorbild und ansporn sein unseren teil zur welt beizutragen. die zukunft fällt nicht über uns her, sondern wir können ihr schritt für schritt entgegen gehen. wenn wir dann noch gegenseitig aufeinander achten, so können wir gemeinsam etwas bewegen. 

eigentlich haben wir keine andere chance, daher seid mutig, macht den mund auf, geht wählen. denkt eure eigenen gedanken und jagt die vordenker/-innen zum teufel. es gibt für uns keinen ersatzplaneten.

ich wünsche allen hier lesenden ein gutes jahr 2024, ich beginne mein 76. lebensjahr und hoffe auf mitstreiter/-innen.

 



Sonntag, 24. Dezember 2023

jahreswechsel siebzig und älter



Nun ist wieder ein Jahr vorbei – wir sind hoffentlich etwas „gelassener“ geworden. Ist dies das richtige Wort? Manchmal könnte es auch „gleichgültiger“ heißen, oder müder, von den vielen Aufregungen, die sich später als weniger aufregend herausstellten. Und manche Dinge waren für uns unlösbar.

Ist dies nicht auch ein Ergebnis des Älterwerdens: Erkennen, das es Verhältnisse/ Umstände/Ergebnisse gibt, die nicht in unsere Macht liegen?

Wir mussten erkennen, dass sich Erfahrungen im Leben der Einzelnen und das Leben der Welt in unendlicher Kette wiederholen.

Als Kinder wussten wir, wie wir glücklich sein konnten, worauf es ankam. In unserem Erwachsenenleben können wir sehen, dass wir gut daran tun, uns immer wieder darauf zu besinnen, weil individuell gutes Leben möglich ist mit dieser Erfahrung.

So um die Siebzig wird uns bewusst, dass sich wahrscheinlich nichts wirklich Neues mehr in unserem Leben ereignen wird. Keine uns unbekannten Gefühle werden wir entwickeln, keine bisher unbekannte Lichtspiegelung wahrnehmen, keine ganz fremden Begegnungen in einer Stadt oder in einer Landschaft finden.

                                                                                                                                                        Das meiste ist Wiederholung, diese Erkenntnis erschreckt zunächst, verleitet vielleicht zur Sehnsucht nach irrationalen Abenteuern. Dies würde, da wir ja wir selbst sind, auch nicht zu völlig neuen Erkenntnissen führen, eher Erworbenes zerstören(wir haben immer uns dabei).

Nun heißt es unseren Platz im Leben annehmen und gleichzeitig, als Übung für das Kommende, loszulassen. Wenn wir nicht lernen, Augenblicke statt Antiquitäten zu sammeln, nicht Lachen und Freude statt Aktien und Schmuck, werden wir schwerer mit den Beschränkungen des Alters umgehen können. Die Begegnungen mit Menschen helfen uns, wir werden nicht allein inmitten der gesammelten Sachen sitzen und nichts zu erinnern haben.

Unsere Freundin Else, aber auch unsere Tante Hedwig (beide wurden weit über 90 Jahre), lehrten uns auch, das Glück mit Runzeln, grauen Haaren und verbogenen Knochen möglich ist, wenn wir lernen, wie Kinder den Augenblick zu spüren, ihn mögen, und nicht Vergangenem nachtrauern.Vielleicht gibt es nicht mehr so viel Neues, aber umso intensiver können wir spüren.

Hilfe, 23.00 Uhr: der Text war verschwunden, neu geschrieben, er hat jetzt eine Formatierung, warum? Wo war er?

Donnerstag, 21. Dezember 2023

warten auf das neue jahr

                                                                  Heiko Pippig

"Ohne liebevolle Fürsorge können wir nicht überleben, ohne liebevolles Handeln vermissen wir den Sinn des Lebens."        - Tina Turner - 


"Das Vergangene ist die einzige Form sicheren Lebens."       -  Viktor Frankl -       


diese zwei sätze sollen euch begleiten und einladen zum weiteren nachdenken. ich melde mich samstag oder sonntag, da ist nämlich weihnachten. und schon drei tage näher am frühling. gerne möchte ich schwimmen im see oder freibad, da wird mir immer der winter lang.

noch eine Buchempfehlung:

Schneeflocken wie Feuer, Elfi Conrad, Mikrotext 2023 -SWR Bestenliste Platz 1                                    eine jugend in den 50/60-er jahren, eine elterngeneration, die der krieg beschädigt hat und die unbändige kraft einer jungen frau(jahrgang 1944), sich heraus zu bewegen und bei sich anzukommen.  



 

Sonntag, 17. Dezember 2023

warten auf menschen

 

                                                    Totenmaar, Eifel

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.

Rudolf Otto Wiemer

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wie kam es eigentlich, dass engel meist als männer gedacht wurden? gibt es im gedachten/geglaubten himmel auch geschlechtertrennung zwischen männlich und weiblich? wer hat dies erforscht, und wie?    

und wenn wir nur diese zeit hier auf erden haben, wie unendlich dumm ist es dann, wenn wir unseren planeten unbewohnbar machen? dieser oben erwähnte engel sagt: STOPP

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Lichter anzünden, freude locken


bei wildgans.wordpress.com gab es einen hinweis auf das horoskop von luisa francia in ihrem blog unter modo cane, ich finde es spannend zu lesen. ein zitat ist mir besonders wichtig, was wohl jeder/-e hier lesende unterschreiben würde:

Auf jeden Fall sollten wir ganz individuell und im privaten Bereich alle Möglichkeiten nützen, um friedliche freundliche Energie zu verbreiten. Das Einzige was wirklich wichtig ist:

Freundlichkeit und Mitgefühl.

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das ist doch ein prima vorhaben fürs kommende fest und das jahr 2024. weniger kurznachrichten häppchenweise schauen, nach hintergrundinformationen suchen und das eigene denken trainieren ist gut. es kommt auf uns alle an, wie das jahr wird. wir ändern nicht die politik, aber wir dürfen widersprechen ohne ins gefängnis zu kommen, und dürfen auch abwählen. 

da werden klimmzüge gemacht um den co2 - ausstoß zu verringern, nur vor einem tempolimit haben alle angst, bzw. um des politischen friedens willen setzt es niemand durch. es würde menschenleben schonen und klima retten, ohne jede negative nebenwirkung, hat sogar schon der ADAC nachgewiesen.

anderswo sucht man nach einsparungen, dabei scheut die regierung aber die steuern bei denjenigen zu erhöhen, die es sich leisten können. natürlich wollen sie nicht, bis auf wenige ausnahmen.


besinnen wir älteren uns auf zeiten, in denen wir mit weniger aufwand auch froh waren.        zünden wir eine kerze an, statt das haus zu elektrifizieren.  





Montag, 11. Dezember 2023

Kanaldeckel und viel mehr

 


Charles Dickens,  Zitat :

„Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu bessern und zu bekehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen, da sie doch nur eine närrische Welt ist und bleiben wird.“

nun bin ich nicht weise. als ich heute über die bahnvorstände und deren bonuszahlungen hörte, verschlug es mir einen moment die sprache. es ist genug darüber gesagt in wenigen stunden, aber jede/ jeder einzelne von ihnen sollte sich sehr schämen. das ist diebstahl an der bevölkerung, was sie mit tollen klimmzügen veranstalten. wenn es nur närrisch wär, könnte ich lachen und es übergehen.

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Ich bin kein Fahnenträger,
kein adleräugiger Wegweiser
auf unsrer Reise in das Land von Morgen.
Ich bin eine Weide neben dem Strom,
durch die die Winde wehen,
von der der Geist des Aufruhrs in der Welt
eine einfache Flöte bricht,
um eine Melodie zu spielen,
in der es Sturm gibt, Schmerz, Liebe
und ein wenig Morgendämmerung.


Katri Vala, 1901 - 1944
finnische Lyrikerin


Donnerstag, 7. Dezember 2023

bahnfahren und mehr


S.102      "Alles, was man nicht wahrhaben will und verdrängt, jeder Konflikt, der geleugnet und nicht offen angesprochen wird - in einer Kultur ebenso wie im Leben jedes Einzelnen - sucht sich ein Ventil und kehrt sich schließlich in teuflischer Verkleidung gegen das Leben, gewaltsam und vernichtend."

Connie Palmen, 1955, niederländische Autorin,
aus 'Du sagst es'


da hoffe ich, dass wir noch die kurve schaffen. was muss noch passieren, damit sich gravierendes ändert? da wird gebastelt an einem gesetz zu "verbesserung" von etwas, und gleichzeitig tun sich neue abgründe auf. das passiert oft, nicht nur im steuerrecht und kitagesetz.                                                                           

die db wollte nicht einsehen, dass strecken unterhalten werden müssen, dann verrotten sie halt und werden stillgelegt. das ungleichgewicht in der einkommensstruktur bei der bahn führt zu demotivation der mitarbeiter/- innen. die lokführer/-innen werden für ihre verantwortung nicht angemessen entlohnt, ein streik verschlechtert die situation noch mehr. vielleicht ist die db konkurs und kann für einen euro an die schweiz verkauft werden, die kann nahverkehr bis in die hinterste gemeinde.

wozu werden eigentlich die db- vorstände bezahlt, da sie ihre arbeit nicht tun? die db ist aktuell mit rund 30 milliarden euro verschuldet, der stuttgarter bahnhof kostet nun mindestens 11,5 milliarden. zahlen stadt und land entgegen ihren aussagen nun mehr?

müssen wir lernen, im grossen wie im persönlichen umfeld mehr sorgfalt walten zu lassen? das denken jedenfalls dürfen wir nicht anderen überlassen, unsere stimme zählt auch.

suchen wir uns erholungsinseln, zum beispiel musik:

https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=youtube+cat+power+bob+dylan+song&mid=CF0AB859F6FC108585EBCF0AB859F6FC108585EB&FORM=VIRE

- ich weiß nicht, wie ich musik hier einbinden kann...


Sonntag, 3. Dezember 2023


 

:: advent,

ohne mildernde Umstände

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

Die angeklagte Sehnsucht ist uneingeschränkt schuldig!

Begründung:

Die Sehnsucht hat voll verantwortlich sich selbst hervorgebracht.
So wurde der Gedanke geboren,
nicht mehr warten zu wollen.
Das Auge entdeckte die Gestalt dieser Sehnsucht
und will nicht mehr warten.
Worte gaben Sehnsucht und Gestalt ein "bis morgen"
und das will nicht mehr warten.
Terminkalender gaben der Sehnsucht Unerträglichkeit
und sie will nicht mehr warten.
Berührung gab der Sehnsucht ein Du
und das will nicht mehr warten.
Die Sehnsucht entblößte ein wir, wir wollen nun nicht mehr warten.

Die Sehnsucht ist schuldig!
Ihr Verbrechen:
nicht mehr warten!

Mildernde Umstände gibt es nur für einen Advent
der auch schön brav nicht mehr will
als ein Advent zu bleiben!

christoph stender


allen hier lesenden wünsche ich eine gute wartezeit, worauf auch immer ihr warten wollt/ müsst. 

habt es gut, herzlichen gruß, roswitha

Freitag, 1. Dezember 2023

momente erfahren


 im neuen artemagazin ist ein interview mit martin suter, ihn las ich früher gerne, bin aber nun nicht mehr so begeistert. er kann schreiben, unzweifelhaft.

folgender text aus dem gespräch mit dem artemagazin gefällt mir:

"In dieser Sekunde haben wir Millionen Sachen verpasst, da kommt es auf eine nicht an. Man sollte sich auf das konzentrieren, was man gerade tut. Ich finde das auch einen guten Ratschlag für Liebende. Nicht zu denken: Da gibt`s sicher einen Schöneren, Klügeren, Stärkeren. Die Angst, etwas zu verpassen, ist der Grund dafür, dass man vieles verpasst."

diese haltung nimmt viel streß aus unserem alltag. in einem anderen blog las ich vor einiger zeit, wir sollten nicht die zeit mit der suche nach idealen lösungen vertun, oft reiche es auch, wenn wir sagen können, etwas ist einfach gut. nur die aufmerksamkeit lehrt uns, die momente zu leben ohne einen festen plan zu haben, oder noch mit hier und da beschäftigt zu sein, während wir z.b. essen oder lesen.

dran denken: nicht über die dunkelheit jammern, sondern eine kerze anzünden. und in einundzwanzig tagen wird das tageslicht wieder zunehmen.

- ich sah eben, das bild war schon vergangenen dezember in meinem blog, aber die amsel lebt hoffentlich noch, ist halt meine dezemberamsel.



in der welt (und bei sich) sein

" ...  an meinem Spiegel klebt das, weil ich es auch für mich selbst brauche. Als Erinnerung, jedesmal, wenn mein Gesicht mir entgege...