Montag, 30. September 2019

Altweibersommer?



Eine 78-jährige Frau hatte gegen die Bundesrepublik Deutschland geklagt. In den Wetterberichten des Deutschen Wetterdienstes solle zukünftig der Begriff "Altweibersommer" nicht mehr verwendet werden. Sie fühlte sich durch diese Bezeichnung wegen des Wortes "Weib" im Hinblick auf ihr Geschlecht diskriminiert, weil dieses Wort "seit altersher" abfällig gebraucht werde. Noch schlimmer sei die Bezeichnung "altes Weib", weil dadurch "zum Ausdruck gebracht werde, dass die Betreffende keine richtige Frau mehr sei." Der Begriff "Altweibersommer" verletze sie daher in ihren Persönlichkeitsrechten.

Das Landgericht Darmstadt wies die Klage ab. Die Klägerin sei im Hinblick auf die Bezeichnung "Altweibersommer" in Wetterberichten nicht "beleidigungsfähig". Zum einen setze eine Beleidigung einen Angriff auf die Ehre dadurch voraus, dass jemand seine Missachtung über eine Person gegenüber dem Betroffenen oder einem Dritten äußere. Derartiges liege bezüglich der Klägerin bei den Meldungen des Deutschen Wetterdienstes unzweifelhaft nicht vor. Zum anderen liege auch keine Herabwürdigung einer bestimmten Gruppe, hier der "alten Frauen", vor. Eine solche Beleidigung setze voraus, dass der betroffene Personenkreis zahlenmäßig überschaubar ist, damit sich das einzelne Gruppenmitglied angesprochen fühlen muss. Das sei angesichts der unbestimmten Zahl älterer Frauen ebenfalls nicht gegeben.

Das Landgericht hatte offenbar Humor: Es verkündete das Urteil am 02. Februar - "Altweiberfastnacht".

Urteil Landgericht Darmstadt vom 02.02.1989, Az. 3 O 535/88


Bei uns hießen die in der Luft fliegenden Spinnenfäden Altweibersommer!  Zum Urteil ließe sich einiges sagen...

Samstag, 28. September 2019

Pläne für den Herbst

Im Herbst sammelte ich
alle meine Sorgen und vergrub
sie in meinem Garten.
Als der Frühling wiederkehrte – im April –
um die Erde zu heiraten,
da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen.
Khalil Gibran
 
Eine gute Idee weil das Kerzenlicht mich manchmal melancholisch werden lässt. Die Sorgen vergraben ist jedenfalls besser, als sie in ein Glas Wein zu schütten, wie ein altes Lied rät.
Aber noch ist Herbst und Kastanien fallen und Blätter rascheln und Feste allüberall...
 

Mittwoch, 25. September 2019

Der Butt und mehr

DER BUTT, geschaffen von Günter Grass(Lübeck, am Museum)

Zitat von Günter Grass: Je größer die Intelligenz, desto verheerender kann ihre Dummheit ins Kraut schießen.
 
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Wortgewaltig seine Romane, die hervorgerufenen Bilder im Kopf sehr detailreich. Ich verlor mich oft in seinen Romanen, wollte nicht aufhören zu lesen. Die Filme waren Entdeckungen einer neuen Sicht der Literaturverfilmung.
Und dann kam das Buch "Mein Jahrhundert" heraus, mit Grafik und Texten, und ich lernte einen anderen Grass kennen. Seine Grafik und seine Skulpturen sprechen mich auch an. Was für ein Werk hinterlies er uns! 

Sonntag, 22. September 2019

Grüß dich, Herbst


Text : Reinhard Mey 
Grüß Dich, Gestern, (Zitat, auszugsweise)

Grüß dich, Gestern
Willkommen in unserer Runde
Grüß dich, Gestern
Willkommen in dieser Stunde
In deinem goldenen Kleid
Ähnelst du dem Wein vom Vorjahr
Hüllst in Flitter die Zeit
Lässt vergessen, was nicht Gold war
Grüß dich, Gestern
Willkommen in unserer Runde

Grüß dich, Leben
Willkommen in unserer Runde
Grüß dich, Leben
Willkommen in dieser Stunde
Im Mantel der Ungewissheit
Verbirgst du heut' noch das Morgen
Nein, ich halt mich bereit
Für neue Freuden, neue Sorgen
Grüß dich, Leben
Willkommen in unserer Runde 


Gehen wir weiter mit einem mutigen "trotz alledem" !

Freitag, 20. September 2019

Schmetterlinge im Bauch




Heute ist Weltkindertag und weltweiter Umweltdemonstrationstag. Dieses Foto habe ich bei einer Schülerin aufgenommen, auch in unserer Kleinstadt war eine für hier große Demonstration.
Da sah ich all die jungen und älteren Menschen und dachte daran, wie gut es uns doch geht. Und ich stellte mir die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker vor, wie sie in Zukunft mit dem Pinsel unsere Pflanzen und Bäume bestäuben, weil es kaum Insekten geben wird. 

Doch halt: Wir sind alle Teil dieses Systems, es geht nicht ohne einschneidende Veränderungen des Gesamtsystems. Solange unser höchstes Gut Wohlstand und Geld und Gewinnmaximierung ist, ändert niemand etwas, der noch einmal gewählt werden will.

Erst wenn sich Wertvorstellungen ändern, gibt es eine Grundlage für Veränderung.

Schmetterlinge im Bauch machen froh, Schmetterlinge, die auf Pflanzen tanzen auch. Aber dazu müsst ihr zumindestens Brennessel wachsen lassen.
Neben allem anderen, was NOTWENDIG ist...

Donnerstag, 19. September 2019

Bild: unsere Schnakenfänger

„Indem die Natur den Menschen zuließ, hat sie viel mehr als einen Rechenfehler begangen: ein Attentat auf sich selbst.“ — Émile Michel Cioran rumänischer Philosoph 1911 - 1995 E. M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein, Suhrkamp Verlag, 1993, ISBN 351837049-9, S.

Referenz: https://beruhmte-zitate.de/weisheit-und-wahrheit/
Wer gut schläft, geht besser, wer gut geht schläft besser doch warum können Schlafgestörte trotzdem laufen?
Clara Schumann
- https://gutezitate.com/autor/clara-schumann
„Der Philosoph, der in der Öffentlichkeit eingreifen will, ist kein Philosoph mehr, sondern Politiker; er will nicht mehr nur Wahrheit, sondern Macht.“ — Hannah Arendt Wahrheit und Politik, S. 338 in: "Zwischen Vergangenheit und Zukunft", 2000

Referenz: https://beruhmte-zitate.de/autoren/hannah-arendt/
Zitat von Clara Schumann   

Zweihundert Jahre sind seit ihrer Geburt am 13. September 1819 in Leipzig vergangen. Sie bekam acht Kinder, musste nach dem Tod ihres Mannes Robert Schumann allein für den Unterhalt der Familie arbeiten. Wieviel Energie in dieser Frau steckte, innere Kraft, Glaube an ihre musikalische Begabung. Sie wusste, was sie leisten konnte und tat es in einer Zeit, in der dies keineswegs selbstverständlich war.
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Und das in einer Zeit, in der es keine Waschmaschine, keinen Strom und keine Pampers gab. Abgesehen von vielen anderen Hilfen heutzutage.
Ihre Leistung wird nach meiner Meinung zu wenig in ihrer Gesamtheit gewürdigt.

Dienstag, 17. September 2019

Herr Nebelkrähe, verwischt





Herr Nebelkrähe geht heute auf zwei Füssen bummeln. Er wartet nicht zu Unrecht auf die Menschen,  die ihm immer wieder essbares zuwerfen. Leider wissen die Menschen nicht was Nebelkrähen bekommt, nicht einmal, was gut für sie ist.
Sonst würden sie mehr auf die Natur achten, in und außerhalb der Stadt! Über und unter der Erde, immer.


Marie Luise Kaschnitz

Ohne Ort und Ziel


Keinen Ort mehr haben
Kein auszuweisendes Ziel
Nicht greifbarer sein
Als Spiegelbilder der Tauben
Auf der regenroten Terrasse
Als der Klagschrei der Eulen
Im Schwarznadelbaum.
Forttragen nichts
Als leichthin jenes mein Tal
In der offenen Hand.
Aufwachen nachts
Ins Tretrad springen
Meine kreisende Himmelsleiter.
Unten wie oben
Ist Anfang und Ende
Oben wie unten
Schlag ich mich frei.
(aus: M.L.K.: Dein Schweigen - meine Stimme. Gedichte 1958-1961, 1962)


Montag, 16. September 2019

Maar und Veränderung


Eifelmaar


Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

 Georg Christoph Lichtenberg


An manchen Tagen möchte ich keine Nachrichten mehr hören oder sehen, Ohnmacht und eine gewisse Lethargie überwältigen mich fast. Wenn ich dann Bilder wie dieses von einem Maar anschaue relativiert sich manches. Ich weiß wieder die Nachrichten einzuordnen. Die Aufgeregtheit des Tages von wirklich bedrohlichem zu unterscheiden ist wichtig.

Samstag, 14. September 2019

Weisheit gesucht







Aber will jeder/jede zur Weisheit finden?  Und was ist das? Meine Idee von Weisheit ist anders als die meines Nachbarn. Ist Weisheit nur individuell, oder gibt es eine allumfassende Weisheit? Ist es nicht wunderbar, wenn etwas gut ist und nicht schlechter wird? Ist Zufriedenheit nicht der Urgrund der Weisheit?


Es reden und träumen die Menschen
viel von besseren Tagen,
nach einem glücklichen, goldenen
Ziel,
sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wieder jung,
doch der Mensch erhofft
Verbesserung.

Autor: Friedrich von Schiller





Montag, 9. September 2019

buntes Totholz

Vorgefühl
Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.

Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.

Rainer Maria Rilke

(1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker


Ein Baum für Insekten und Kleintiere? Hoffentlich erschrecken sie nicht wegen der Fähnchen.
Eine Idee zum Ausschmücken eines Totgehölzes? Wäre es sonst langweilig?
Jedenfalls ist der Baum international geschmückt, schön.

Sonntag, 8. September 2019

altes Auto und junge Ehe


Und dann war da gestern noch Hochzeit, das Auto begeisterte mich, obwohl ich sonst kaum Interesse an Autos habe. Es gefiel mir sogar mehr als die Braut, eine zierlich junge Frau mit schulterfreiem weißen Brautkleid. Und auf den Oberarmen hatte sie eine riesige Fratze von der Schulter bis zum Ellenbogen tätowiert, sah komisch aus.
Ich war nur zufällige Zuschauerin, bin wohl zu alt dafür, um dieses Schmerzen zufügen für Geld und die entstehenden Bilder zu verstehen.




Der schönste Anblick
Schön ist’s, wenn zwei Sterne
Nah sich stehn am Firmament,
Schön, wenn zweier Rosen
Röte ineinander brennt.

Doch in Wahrheit! immer
Ist’s am schönsten anzusehn:
Wie zwei, so sich lieben,
Selig beieinander stehn.
Autor: Justinus Kerner



Samstag, 7. September 2019

Gedanken am Markttag





Die Zeichen an der Wand erinnern mich an Gaunerzinken. Sind sie versteckte Symbole einer Geheimorganisation? Sollen sie uns etwas mitteilen?

Jedenfalls fand ich um die Ecke diese wunderbaren Tomaten, in Pappschalen, ohne Plastik. Und schmecken tun sie auch noch. Ich mache es wie die Vögel des Himmels, ich säe nicht, ich ernte nicht, ich esse einfach.
Und der Tisch ist reichlich gedeckt.





Gott ist allmächtig und voll Mitleid,
doch wenn du Gerste anbaust,
hoffe bei der Ernte nicht auf Weizen.

Rumi

Donnerstag, 5. September 2019

Lebendig sein


Rose Ausländer

SO VIEL

Wer kann
so viel sagen
wie er will

Wer will so viel
wie er denkt

Wer denkt soviel
wie er lebt
Wer lebt so sicher
wie er stirbt

Es denkt in mir, eine unablässige Kette von Gedanken, Wünschen und Vorstellungen läuft in mir ab,
ich interpretiere, während ich sehe, habe Erinnerungen, die sich zu Ideen formen, und mein Handeln manifestiert mein Sein.

Und dazu kommen die Gedanken anderer Menschen...

Mittwoch, 4. September 2019

Gedanke über Intelligenz

Ein Mensch, der sich etwas auf seine Intelligenz einbildet,
ist wie ein Sträfling, der mit einer großen Zelle prahlt.

Simone Weil (1909 - 1943), französische Philosophin und Verfasserin religiöser Schriften

Da ich nicht denke, daß die Frau von Natur aus dem Manne unterlegen ist, denke ich auch nicht, daß sie ihm von Natur aus überlegen ist. Die Katze und der Vogel

Ein Dorf hört, voller Mitleid,
Den Gesang eines verletzen Vogels.
Das ist der einzige Vogel des Dorfs
Und die einzige Katze des Dorfs
Hat ihn halb gefressen.
Und der Vogel hört auf zu singen
Und die Katze hört auf zu schnurren
Und ihre Schnauze zu lecken.
Und das Dorf organisiert für den Vogel
Eine wundervolle Beerdigung.
Und die Katze, die eingeladen ist,
Geht hinter dem kleinen Sarg aus Stroh,
In dem der tote Vogel liegt,
Den ein kleines Mädchen trägt,
Das weint und weint.
„Hätte ich nur gewusst, dass es Dich so traurig machen würde,
Sagt die Katze,
Dann hätte ich ihn ganz gefressen.
Und dann hätte ich erzählt,
Dass ich ihn fliegen gesehen hatte,
Fliegen bis ans Ende der Welt,
Dort wo es so weit ist,
Dass man niemals zurückkommt.
Du hättest weniger Schmerz gefühlt,
Nur Traurigkeit und Bedauern.“
https://lyricstranslate.com
Deutsch Übersetzung
A A

Die Kinder die sich lieben

Die Kinder, die sich lieben, küssen sich
Auf die Türen der Nacht gestützt
Und die Passante, die vorübergehen, zeigen sie mit dem Finger
Doch die Kinder, die sich lieben,
Möchten nicht gestört werden
Und nur ihre Schatten
Zittern in der Nacht,
Und hitzen die Wut der Passante
Ihre Wut, ihre Verachtung, ihres Gelächter und ihr Neid
Die Kinder, die sich lieben, möchten nicht gestört werden
Sie sind woanders, viel ferner als die Nacht
Viel höher als der Tag
In der blendenden Helligkeit ihrer ersten Liebe
https://lyricstranslate.com
Deutsch Übersetzung
A A

Die Kinder die sich lieben

Die Kinder, die sich lieben, küssen sich
Auf die Türen der Nacht gestützt
Und die Passante, die vorübergehen, zeigen sie mit dem Finger
Doch die Kinder, die sich lieben,
Möchten nicht gestört werden
Und nur ihre Schatten
Zittern in der Nacht,
Und hitzen die Wut der Passante
Ihre Wut, ihre Verachtung, ihres Gelächter und ihr Neid
Die Kinder, die sich lieben, möchten nicht gestört werden
Sie sind woanders, viel ferner als die Nacht
Viel höher als der Tag
In der blendenden Helligkeit ihrer ersten Liebe
https://lyricstranslate.com



Brücke in Paris 2018

Ein Mensch, der sich etwas auf seine Intelligenz einbildet,
ist wie ein Sträfling, der mit einer großen Zelle prahlt.

Simone Weil (1909-1943) franz. Philosophin






Deutsch Übersetzung
A A

Die Kinder die sich lieben

Die Kinder, die sich lieben, küssen sich
Auf die Türen der Nacht gestützt
Und die Passante, die vorübergehen, zeigen sie mit dem Finger
Doch die Kinder, die sich lieben,
Möchten nicht gestört werden
Und nur ihre Schatten
Zittern in der Nacht,
Und hitzen die Wut der Passante
Ihre Wut, ihre Verachtung, ihres Gelächter und ihr Neid
Die Kinder, die sich lieben, möchten nicht gestört werden
Sie sind woanders, viel ferner als die Nacht
Viel höher als der Tag
In der blendenden Helligkeit ihrer ersten Liebe
https://lyricstranslate.com

Deutsch Übersetzung
A A

Die Kinder die sich lieben

Die Kinder, die sich lieben, küssen sich
Auf die Türen der Nacht gestützt
Und die Passante, die vorübergehen, zeigen sie mit dem Finger
Doch die Kinder, die sich lieben,
Möchten nicht gestört werden
Und nur ihre Schatten
Zittern in der Nacht,
Und hitzen die Wut der Passante
Ihre Wut, ihre Verachtung, ihres Gelächter und ihr Neid
Die Kinder, die sich lieben, möchten nicht gestört werden
Sie sind woanders, viel ferner als die Nacht
Viel höher als der Tag
In der blendenden Helligkeit ihrer ersten Liebe
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Die Katze und der Vogel

Ein Dorf hört, voller Mitleid,
Den Gesang eines verletzen Vogels.
Das ist der einzige Vogel des Dorfs
Und die einzige Katze des Dorfs
Hat ihn halb gefressen.
Und der Vogel hört auf zu singen
Und die Katze hört auf zu schnurren
Und ihre Schnauze zu lecken.
Und das Dorf organisiert für den Vogel
Eine wundervolle Beerdigung.
Und die Katze, die eingeladen ist,
Geht hinter dem kleinen Sarg aus Stroh,
In dem der tote Vogel liegt,
Den ein kleines Mädchen trägt,
Das weint und weint.
„Hätte ich nur gewusst, dass es Dich so traurig machen würde,
Sagt die Katze,
Dann hätte ich ihn ganz gefressen.
Und dann hätte ich erzählt,
Dass ich ihn fliegen gesehen hatte,
Fliegen bis ans Ende der Welt,
Dort wo es so weit ist,
Dass man niemals zurückkommt.
Du hättest weniger Schmerz gefühlt,
Nur Traurigkeit und Bedauern.“
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Montag, 2. September 2019

September


Der September

Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.

Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.

Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.

Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.

Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.

(Gedicht von Erich Kästner)


Es fehlen die Kartoffelfeuer, keine Kuhglocken läuten im Odenwald, und doch spüre ich den Herbst kommen.  Als Kinder brieten wir im Kartoffelfeuer rohe Kartoffeln, ohne Alufolie!
Morgens ist es angenehm frisch, Kürbisse liegen zuhauf herum, Feste gibt es in jedem zweiten Ort.



träumend auf der Wiese

Christian Morgenstern: Philanthropisch Ein nervöser Mensch auf einer Wiese wäre besser ohne sie daran; darum seh er, wie er ohne diese (meis...