Mittwoch, 20. Oktober 2021

stachel im kürbis





                                                                           Genau besehn

Wenn man das zierlichste Näschen
Von seiner liebsten Braut
Durch ein Vergrößerungsgläschen
Näher beschaut,
Dann zeigen sich haarige Berge,
Dass einem graut. 

- joachim ringelnatz-

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 es kommt wohl auf die perspektive an, bei allem. ich mag jetzt die gewählten vertreterinnen und vertreter im bundestag verhandeln lassen ohne vermutungen und quereinwürfe, ohne eine sensationsheischende presse und nichtssagende interviews.

wenn sie ihre arbeit nicht gut machen sollten wir stachel im getriebe werden, nachdem sie sich sortiert haben und die posten verteilt sind. da lohnt sich vielleicht gelegentlich auch, mit dem vergrößerungsglas die arbeit einzelner zu betrachten und an ihren versprechen vor der wahl zu messen.

gelesen:

 spannung durch einen krimi ohne verbrechen, mit viel sprachgefühl und verständnis für menschen: friedrich ani, süden, tb knaur  

heilkraft in uns finden, den eigenen weg gehen, das beschreibt luisa francia in ihrem buch: kubabas granatapfel, meine reise zur heilung

und immer wieder lese ich bei roger willemsen, diesmal wieder: deutschlandreise, tb fischer


Sonntag, 17. Oktober 2021

Hinterlassenschaft


Skulpturenpark Seckach, Paul A. Wagner
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als der alte mann starb hinterließ er
nur wenige kästen mit dingen
die ihm nun nichts mehr bedeuteten.

was später mit diesen dingen geschah
hatte nichts mit dem mann zu tun
aber viel mit sterben. 

roswitha

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ein feuchtkalter sonntag, aber ich weiß: hinter den wolken scheint die sonne! wir tun gut daran, immer daran zu denken, dass es nicht nur das gibt, was wir sehen. es gibt auch anderes, unserem fokus entrückt, oder auf der rückseite, oder hinter dem berg...

einen guten start in die nächste woche wünsche ich. 
heute habe ich noch ein rätsel:
wer fand es in der finanzverwaltung sinnvoll, bereits kindern eine steuer- id zu geben? ich kenne nur menschen, die die ihrer kinder nicht mehr finden. sollte man bei der geburt vorsorglich einen steuerordner anlegen? schüler/-innen benötigen sie bereits für ihren ferienjob.

 

Dienstag, 12. Oktober 2021

Kontaktsuche


 

Kontaktsuche

Ich bin hinter meiner Schutzmauer,

aber ich sehe alles.

Du bist doch auch hinter deinem Wall.

Werden wir uns näher kommen?

Was könnten wir spüren?

Siehst du mich lachen hinter der Mauer?

Warum ist sie so starr?

roswitha

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ich las in einem blog eine schlimme geschichte über den verbalen übergriff auf einen zwölfjährigen jugendlichen irgendwo in sachsen im zug. das wäre mir vor einigen jahren hier in deutschland undenkbar gewesen. in mehreren städten und gemeinden wollen oder können die bürgermeister/- innen nicht weitermachen, da sie und ihre familien bedroht werden. ich habe die beteuerungen nach der ermordung des hessischen politikers noch im ohr, und sehe trotzdem kein konsequentes und hartes vorgehen gegen diese  gewalttäter. auch verbaler angriff ist gewalt!

wie kommt es, dass diese  entgleisungen so zunehmen? zunächst anonym im netz. und da danach keine spürbare gegenreaktion erfolgte, nun im alltag. 

all dies hat nichts mit freier meinungsaussage zu tun, da mitmenschen niedergemacht werden und ihnen sogar der gewaltsame tod gewünscht wird.  sie finden ihre kontakte zunächst einmal im internet, und ihr denken wird von keinem zweifel getrübt, da sie von gleichgesinnten hören und lesen. 

wie schaffen es die mutigen, gegen diese welle aufzustehen?


Samstag, 9. Oktober 2021

herbstfeste


 Friedrich Hebbel

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

-    und am nachmittag dekorierten wir den hof und ein gemütliches zusammensein bei leckeren getränken und zwiebelkuchen, bretzeln und apfelkuchen begann. endlich menschen aus mehreren haushalten im gespräch miteinander.
früh schon schleicht sich die kälte an die füße, noch halten wir aus, aber dann ist abendruhe. eine auszeit, die hoffnung auf mehr machte.

wir singen: ade nun zu guten nacht...
                                                                                                         

Montag, 4. Oktober 2021

null bock auf kochen

                                                                  

 am sonntag kam im zdf "planet e" mit einem bericht über die kochgewohnheiten in deutschland. es wurde von tiefgeforenen spiegeleiern, vorgekochten pellkartoffeln und fertiggerichten berichtet. sie sind in minutenschnelle in der mikrowelle zubereitet, weil sie "zeit sparen". kochkisten- pakete mit allen bereits vorbereiteten zutaten für ein essen gibt es in allen preisklassen, von der fertigpizza bis zum angeblich "gehobenen menue".  allen vorbereiteten nahrungsmitteln gemeinsam ist ein immer größer werdender berg an plastikverpackungen und pappe(pakete), ebenso die zunahme von straßenverkehr(zustellung).

fasziniert hörte davon, wie menschen diese essgewohnheiten erklärten: keine zeit, ein anstrengender beruf und mangelnde ideen wurden oft genannt. aber auch die unfähigkeit zu kochen oder eine grundsätzliche unlust, sich mit der nahrungszubereitung zu beschäftigen.

irgendwo las ich, gerade in deutschland gäbe es eine fülle von kochsendungen. und gleichzeitig nehmen sich viele familien kaum noch zeit zum gemeinsamen essen. 

ich denke die kinder brauchen dringend anleitung, damit sie eine kompetenz in der nahrungszubereitung bekommen. und die freude an gutem, frisch zubereitetem essen nicht ganz verlernen, falls sie die einmal hatten.

meinen enkelkinder habe ich einfache regeln mitgegeben: wenig von dingen kaufen, für die reklame gemacht wird, wenn keine zeit zum kochen ist einfach ein paar stücke obst und nüsse essen und sich auf ein gutes essen später freuen, ein grundsätzliches mißtrauen gegenüber langen zutatenlisten.  

 https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-null-bock-auf-kochen-100.html

 

Freitag, 1. Oktober 2021

weg der träume

                            Kunstverein Mosbach, Ausstellung Palimpseste , Jochen Fischer, bis 31.10.21


Menschen, die auf sich achten, gehen achtsamer mit anderen Menschen um. Menschen, die auf sich hören, sich ernst nehmen und Zeit für sich in Anspruch nehmen, diese Menschen werden harmonischer.

Sie haben keine Leere in sich, die ausgefüllt werden muss mit Konsum, übersteigertem Machtstreben und Ehre. Sie brauchen keine Fassaden, sondern begegnen uns als lebendige Menschen, unvollkommen und fehlbar.

Darum brauchen wir Menschen einander: Um uns gegenseitig das Fehlende zu ersetzen, statt die Fehler der anderen zu bekämpfen. Zuhörend und handelnd können wir über uns und unsere Mitmenschen nachdenken.

Menschen brauchen Menschen, um lebendig zu bleiben, um zu wachsen und die eigene Facette in die Welt zu bringen.

Ich beanspruche Macht für die ich Verantwortung übernehmen kann, will Streiten für Dinge, für die sich das Streiten lohnt. Hoffnung und Vision einer Welt, wie sie auch sein könnte, lassen mich nicht ruhen. 

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- ich las vergangenen Monat unter anderen: Ulrike Edschmid, Ein Mann der fällt, Suhrkamp TB, Stadtskizzen und Alltag eines Paares in Berlin, vor und nach der Wende, bewegt meine Gedanken immer noch, sehr zu empfehlen, finde ich.

- Friedrich Ani, Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels, ein Krimi, den ich wegen der Sprachschöpfungen von Herrn Ani ganz besonders finde, und ich mag diesen eigensinnigen Kauz von Kommissar.




 

Dienstag, 28. September 2021

kommende veränderungen?

 

                  

           Kunstverein Mosbach, Ausstellung: Palimpseste,  Objekt: Susanne Windelen


Das Leben ist kurz! Brich die Regeln, vergib schnell, küsse langsam, liebe wahrhaftig, lache unkontrolliert und bereue nichts, was dir ein Lächeln geschenkt hat.

(Mark Twain)

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die wahl ist so ausgegangen wie wir als wähler und wählerinnen sind: zwiegespalten. erschreckend der rechtsruck in den östlichen bundesländern, was ist den menschen passiert? 

nun hoffe ich auf baldige ampelregierung und dass umgehend mit dem klimaschutz und der "gerechtigkeit" im steuerwesen begonnen wird. vielleicht wäre auch die grundrente, wie in unseren nachbarländern, für langjährige beitragszahler und - zahlerinnen endlich drin, als teil eines bürokratieabbaus.



Freitag, 24. September 2021

Wählen, trotz alledem



 Die sogenannte ›Dummheit der Massen‹, die seit jeher als der Sündenbock bei allerlei Prinzipienverstößen aufmarschiert, ist im Grunde genommen nichts anderes als die Beschränktheit derjenigen, die sich auf diese Dummheit berufen.

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So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd - trotz alledem.

Rosa Luxemburg

auch sie eine der frauen, die kämpfte, wieder und wieder aufstand, und ihr leben verlor. für uns geht es nur darum, trotz aller gelegentlicher unzufriedenheit unser recht zur wahl auszuüben. wir sind frei uns zu entscheiden!


Montag, 20. September 2021

Moldau, Wahl und mehr

                                                                                 "Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, 

aber jeder von uns kann etwas tun, 

dass sie nicht zur Hölle wird. 
Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt

Theater Erfurt

Bertolt Brecht

Das Lied von der Moldau

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.


Bitte geht ALLE wählen, es ist unser Recht und unsere Pflicht, wenn uns an Demokratie gelegen ist. Und denkt nicht, was soll meine eine Stimme schon bewegen. Eine kleine Gruppe entschlossener Menschen kann viel bewegen oder zerstören.

Unsere Ahninnen haben viel für das Frauenwahlrecht gekämpft, Frauen sind keine Minderheit, sondern eine Mehrheit. 

https://www.youtube.com/watch?v=1q-Ga3myTP4

Dieses Lied musste sein- es bewegt mich sehr.



Freitag, 17. September 2021

Erfurt und mehr


                                                            BUGA Erfurt

erfurt ist vielfältig, reich verzierte fassaden und langweilige plattenbauten, tollen nahverkehr in engem takt und viele altersheime gibt es. die stadt war voll, zum glück war es unser 3. besuch, in ruhigeren zeiten war es für mich angenehmer. hinzu kommen alle umstände durch corona.

ich empfehle sehr, die stadt zu besuchen und einfach rumzulaufen. und ich fuhr mit der tram weit raus, und kreuz und quer. es gab erstaunliche gespräche in der tram und außerhalb. fasziniert haben mich auch überlange krallen-fingernägel, ich kann mir diese nicht alltagstauglich vorstellen. gymnastik in der turnhalle gab es, eine begeisterte turnerin war dorthin unterwegs. sie erklärte mir verschiedene veränderungen der stadt.

leicht irritiert hat mich ein mindestens 200 meter langes gemälde auf einer gartenmauer (ca. 2 m hoch) an einem unigebäude: da waren blaue blumen mit blättern und zäune aufgemalt. sah von weitem echt aus! ja, es gibt auch viele stauden und sträucher und bäume, spielplätze und gartenschau- möbel.


und dann rege ich mich noch auf: auch talibankrieger und andere selbsternannte weltretter haben mütter und frauen, vielleicht schon kinder. den anspruch, die welt sollte ihre angehörigen versorgen, während sie gut genährt in doha oder anderswo sitzen, den finde ich unglaublich. warum tun sich nicht die frauen zusammen und verweigern sich?  warum ernährt die hilfe die krieger, deren waffen die welt vorher auch lieferte? wann werden wir aus erfahrung lernen, statt immer wieder fehler zu wiederholen. in mali bahnt sich ähnliches an... 

die erde könnte für alle ein bewohnbarer garten sein, davon träume ich. 



stachel im kürbis

                                                                           Genau b esehn Wenn man das zierlichste Näschen Von seiner liebs...