Dienstag, 28. September 2021

kommende veränderungen?

 

                  

           Kunstverein Mosbach, Ausstellung: Palimpseste,  Objekt: Susanne Windelen


Das Leben ist kurz! Brich die Regeln, vergib schnell, küsse langsam, liebe wahrhaftig, lache unkontrolliert und bereue nichts, was dir ein Lächeln geschenkt hat.

(Mark Twain)

___________________________________________________________________________________

die wahl ist so ausgegangen wie wir als wähler und wählerinnen sind: zwiegespalten. erschreckend der rechtsruck in den östlichen bundesländern, was ist den menschen passiert? 

nun hoffe ich auf baldige ampelregierung und dass umgehend mit dem klimaschutz und der "gerechtigkeit" im steuerwesen begonnen wird. vielleicht wäre auch die grundrente, wie in unseren nachbarländern, für langjährige beitragszahler und - zahlerinnen endlich drin, als teil eines bürokratieabbaus.



Freitag, 24. September 2021

Wählen, trotz alledem



 Die sogenannte ›Dummheit der Massen‹, die seit jeher als der Sündenbock bei allerlei Prinzipienverstößen aufmarschiert, ist im Grunde genommen nichts anderes als die Beschränktheit derjenigen, die sich auf diese Dummheit berufen.

                                                         -------------

So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd - trotz alledem.

Rosa Luxemburg

auch sie eine der frauen, die kämpfte, wieder und wieder aufstand, und ihr leben verlor. für uns geht es nur darum, trotz aller gelegentlicher unzufriedenheit unser recht zur wahl auszuüben. wir sind frei uns zu entscheiden!


Montag, 20. September 2021

Moldau, Wahl und mehr

                                                                                 "Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, 

aber jeder von uns kann etwas tun, 

dass sie nicht zur Hölle wird. 
Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt

Theater Erfurt

Bertolt Brecht

Das Lied von der Moldau

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.


Bitte geht ALLE wählen, es ist unser Recht und unsere Pflicht, wenn uns an Demokratie gelegen ist. Und denkt nicht, was soll meine eine Stimme schon bewegen. Eine kleine Gruppe entschlossener Menschen kann viel bewegen oder zerstören.

Unsere Ahninnen haben viel für das Frauenwahlrecht gekämpft, Frauen sind keine Minderheit, sondern eine Mehrheit. 

https://www.youtube.com/watch?v=1q-Ga3myTP4

Dieses Lied musste sein- es bewegt mich sehr.



Freitag, 17. September 2021

Erfurt und mehr


                                                            BUGA Erfurt

erfurt ist vielfältig, reich verzierte fassaden und langweilige plattenbauten, tollen nahverkehr in engem takt und viele altersheime gibt es. die stadt war voll, zum glück war es unser 3. besuch, in ruhigeren zeiten war es für mich angenehmer. hinzu kommen alle umstände durch corona.

ich empfehle sehr, die stadt zu besuchen und einfach rumzulaufen. und ich fuhr mit der tram weit raus, und kreuz und quer. es gab erstaunliche gespräche in der tram und außerhalb. fasziniert haben mich auch überlange krallen-fingernägel, ich kann mir diese nicht alltagstauglich vorstellen. gymnastik in der turnhalle gab es, eine begeisterte turnerin war dorthin unterwegs. sie erklärte mir verschiedene veränderungen der stadt.

leicht irritiert hat mich ein mindestens 200 meter langes gemälde auf einer gartenmauer (ca. 2 m hoch) an einem unigebäude: da waren blaue blumen mit blättern und zäune aufgemalt. sah von weitem echt aus! ja, es gibt auch viele stauden und sträucher und bäume, spielplätze und gartenschau- möbel.


und dann rege ich mich noch auf: auch talibankrieger und andere selbsternannte weltretter haben mütter und frauen, vielleicht schon kinder. den anspruch, die welt sollte ihre angehörigen versorgen, während sie gut genährt in doha oder anderswo sitzen, den finde ich unglaublich. warum tun sich nicht die frauen zusammen und verweigern sich?  warum ernährt die hilfe die krieger, deren waffen die welt vorher auch lieferte? wann werden wir aus erfahrung lernen, statt immer wieder fehler zu wiederholen. in mali bahnt sich ähnliches an... 

die erde könnte für alle ein bewohnbarer garten sein, davon träume ich. 



Dienstag, 14. September 2021

                                                       Heiko Pippig, Raben, Ausschnitt, 2014


 Joachim Ringelnatz

Im dunklen Erdteil Afrika

Im dunklen Erdteil Afrika
Starb eine Ziehharmonika.
Sie wurde mit Musik begraben.
Am Grabe sassen zwanzig Raben.
Der Rabe Num'ro einundzwanzig
Fuhr mit dem Segelschiff nach Danzig
Und gründete dort etwas später
Ein Heim für kinderlose Väter.
Und die Moral von der Geschicht? –
Die weiss ich leider selber nicht.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

bin unterwegs in erfurt und merke, ich bin nicht mehr stadtgängig. ich will abschied nehmen von einem teil meines selbst: die abenteuer der zukunft finden nicht in städten, sondern vor der haustüre statt. und auch denken kann ja abenteuer sein. 

es gibt wahrlich viel zu denken: meine wahl habe ich getroffen und abgeschickt. manche kommentare im netz scheinen sehr abenteuerlich, egal ob zur bundestagswahl oder covid. da bleibe ich gerne in der ecke der freundlichen blogger und bloggerinnen.

seid gegrüßt und habt euch wohl!

 

 

Donnerstag, 9. September 2021

BALANCE

                                                  

Vor der Grundschule in Großeicholsheim(Neckar-Odenwald-Kreis) wurde 1997 die Bronzestatue BALANCE der Bildhauerin Marianne Wagner aufgestellt.

In der Rhein-Neckar-Zeitung war zu lesen:

„Ein kleines Mädchen balanciert auf einem Stein: barfüßig, das Standbein fest gegen den Fels gestemmt, das andere Bein abgewinkelt und schräg nach hinten ausgestreckt, beide Arme fast waagerecht ausgebreitet. Es ist nicht leicht, im Gleichgewicht zu bleiben, das verrät der konzentrierte, ein klein wenig angespannte Gesichtsausdruck. Ein Augenblick nur, ein flüchtiger, und doch festgehalten für die Ewigkeit: denn das kleine Mädchen ist aus Bronze.“

Marianne Wagner sagte zu ihrem Werk: „ Das Gleichgewicht zu halten sei das „Leichte“, das so schwer zu machen ist, in der Schule wie im Leben.“





Wo ist unsere Balance zwischen hier und da, zwischen wollen und keine "Zeit finden"? Und was verschieben wir auf später, ohne unser Lebensende auch nur zu ahnen?

Und wann haben wir zuletzt balanciert?

Montag, 6. September 2021

Der 100. Geburtstag

 


Kalendereintrag: 25. August 2048 - Geburtstagsfeier

Nun sitze ich hier und überlege, was ich auf der großen Geburtstagsfeier der hundertjährigen Lisa sagen könnte. 

Wir leben in einer Zeit der Umwälzungen und können dankbar sein, dass nicht größere Katastrophen nötig waren, um zu diesen Änderungen bereit zu sein. Ich erinnere mich noch gut wie eine Hiobsbotschaft die nächste ablöste: Klimaveränderungen, zu viele alte Menschen, die versorgt werden müssen, und kaum Kinder. Menschen arbeiteten für so wenig Lohn, dass es nicht zum würdevollen Leben reichte, während andere Millionen erhielten.

Vieles wurde erreicht in den vergangenen dreißig Jahren! Nach über einhundertfünfzig Jahren wurde die Rentenversicherung reformiert. Natürlich gab es Widerstand, besonders von den Gruppen, die mehr zahlen mussten, oder deren Gewinne schrumpften.

Wir leben in einer Demokratie deren Werte sich verändert haben. Toleranz gegenüber Andersdenkenden, offenes Schauen und Lassen, solange die Rechte der Mitmenschen nicht verletzt werden, sind die Regel.

Die Strafgesetzgebung setzt andere Maßstäbe als in früheren Zeiten:

Manager, die bei eigener Bereicherung tausende Arbeitsplätze vernichten, haften dafür. Ebenso sind Menschen bei öffentlichen Aufgaben verantwortlich für ihr Handeln, sie können sich nicht in der Anonymität einer Behörde verstecken, es gibt eine Amtshaftung. Wasser, Luft und Boden gehören keinem Konzern oder Einzelnen, sondern sind schützenswertes Allgemeingut. Nicht wirtschaftliches Wachstum ist das oberste Ziel, sondern ein gutes, auskömmliches Leben für alle.

Ganz besonders wichtig war die Erkenntnis, dass Aufgaben im Umgang mit Menschen im Altenheim oder Kindergarten nicht weniger wert sind als Arbeit z. B. in einer Autofabrik. Pflegearbeit wird besser bezahlt und die Pflegenden erfahren die Anerkennung ihrer Mitbürger und Mitbürgerinnen. Menschen, die sich um das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen und deren Förderung bemühen, gelten als fortschrittlich.

Es gibt ein Bürgergeld für alle, und jeder Erwachsene kann nach seinen Fähigkeiten durch Arbeit sein Einkommen erhöhen. Mit ihren Ruhestandbezügen haben auch die alten Menschen nun soviel zur Verfügung, dass es für den Friseur oder andere Extras reicht, auch wenn sie im Altenheim leben.

Unsere Jubilarin lebt in einem Mehrgenerationen- Hof. Dort gibt es neben der Alten- Wohngruppe eine Kindertagesstätte und einige kleine Wohnungen für Alleinstehende. Das ganze Projekt war anfangs sehr umstritten, jetzt ist es Mittelpunkt unserer Gemeinde.

In der ehemaligen Scheune des Anwesens finden Kurse und Veranstaltungen der Volkshochschule und der Vereine statt. Mitten im Dorf ist alles, sogar einen genossenschaftlich organisierten Lebensmittelladen mit kleinem Café gibt es. Da praktisch in jedem Haushalt Menschen Anteile an diesem Geschäft besitzen, ist er sehr erfolgreich.

Dank des Zuwanderungsgesetzes bekam unser Land wieder junge Arbeitskräfte. In der Pflege und Berufen im Umgang mit Menschen stieg die Zahl der Ausbildungen und Berufstätigen, auch Handwerker fanden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ebenso wie Nachwuchskräfte.

Ich werde der Jubilarin sagen wie gern wir ihren Geburtstag feiern. Sie war eine der ersten, die sich damals für dieses Wohnheim und den Hof einsetzten. Mutig vertrat sie ihre Meinung und suchte Gleichgesinnte. Als in der Zeitung ein Kuschelroboter für Demenzkranke vorgestellt wurde, war für sie eine Grenze überschritten. Menschenwürde ging ihr immer vor Wirtschaftlichkeit, im Altenheim wie im Kindergarten oder im Krankenhaus.

Gemeinsam mit allen werden wir ein Ständchen singen, und wir werden zusammen lachen, reden und essen.

© Roswitha

Georg Bernhard Shaw: Ihr seht die Welt wie sie ist und fragt: Warum?

                                      Ich träume Dinge, die es nicht gibt und frage: Warum nicht?









Donnerstag, 2. September 2021

fachgespräch



 

Fachleute unter sich

Töpferkurs für Fortgeschrittene, zwei Tage am Wochenende, der erste Tag war lang. Nach 21 Uhr gab es kein Essen mehr im Tagungshaus in der Eifel.

Gott sei Dank war im Dorf ein Fest, in der Nähe stand das Festzelt.

Es roch vor dem Haus vermutlich besser, als es schmecken würde, trotzdem trieb mich der Hunger zum Zelt.

Ein etwa vierzigjähriger Mann stand allein am Tresen: blonde Wuschelmähne, Augen so blau wie ein Sommerhimmel. Er schaute mich freudestrahlend an, als ich mich neben ihn stellte.

Ich fragte den Mann am Grill nach einem Wurstbrötchen.

Kein Problem, wenn Ihnen das leicht verbruzzelte Würstchen nichts ausmacht“, antwortete der Grillmeister hilfsbereit. Geschickt bereitete er mir mit wenigen Handgriffen einen Imbiss, wollte nicht einmal Geld dafür!

Mein Tresennachbar erkundigte sich, ob ich im Tagungshaus bei einer Fortbildung sei.

Töpferkurs“, äußerte ich kauend.

Wir unterhielten uns über Töpferscheiben und handgeformte Arbeiten.

Interessiert fragte er, welchen Brennofen ich benutzte.

Irgendwann erkundigte er sich, bei welcher Temperatur ich meine Arbeiten brenne.

1200 Grad“, antwortete ich.

Das ist aber viel, hätte ich nicht gedacht! Ich meinte, nur wir würden so hoch erhitzen“, staunte er.

Woher haben sie denn diese Erfahrung mit Brenntemperaturen?“ wollte ich wissen.

Ich arbeite im Städtischen Krematorium Darmstadt “, war seine verblüffende Antwort.

© Roswitha

zeit und eile

                                         ein pferd in hildesheim, bodenständig liegt es im pflaster Keine Eile... Ich ha...