Samstag, 30. November 2019

Bald kommt St. Nikolaus


Bald kommt der Nikolaus, er kommt aber nicht mit einem Mercedes, auch wenn er scheinbar auf dessen Stern zeigt. Und er ist auch nicht von der Daimler AG gesponsert.

Der Namensgeber  wurde vermutlich am 15. März 270 geboren. Nikolaus von Myra war ein als Heiliger verehrter griechischer Bischof von Myra, der zahlreichen Legenden nach u. a. sein Erbe unter den Armen seiner Heimatstadt verteilte und Schiffbrüchige rettete.

Also auch heute wäre er ein gefragter Mann, der viel zu tun hätte. Ob er dann auch Ärger wegen der Gemeinnützigkeit bekäme?  Und was würde der Vatikan(dessen Verwaltung) dazu sagen? Ich gehe davon aus, dass der Bischof katholisch war, fällt mir gerade auf! Dabei gab es damals diese Unter-scheidungen in den christlichen Kirchen noch nicht.

Ich erinnere mich dank eines kleinen schwarz-weiß Bildchens noch gut daran, wie ich voller Angst ein Gedicht aufsagen musste vor diesem verkleideten Mann. Der hatte auch noch einen verkleideten Teufel als Gehilfen, der rasselte immer mit einer alten Kette und hatte einen Vorrat an Ruten.
War ich froh, wenn ich endlich meinen Pappteller mit Plätzchen und Obst bekommen hatte, einen Schokonikolaus und ein Paar Socken. Manchmal gab es auch noch eine Zugabe, ein Kartenspiel, einen Schal...


Mittwoch, 27. November 2019

Farbenspiel und Machtspiel



Lichtband in Essen


Auf der Suche nach Licht kam ich unter die Erde und fand diese Gestaltung gut. Die Farbe wechselte fließend und langsam in helle und dunklere Töne.
Eigentlich fast wie eine Lichttherapie, leider gab es keine Bänke.

An diesen doch ziemlich dunklen Tagen freue ich mich über Licht und Farbe.
Und ich zünde immer mal eine Kerze an, deren Licht ist natürlich wärmer.




Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, sich weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht dumm machen zu lassen.
Theodor Ludwig Wiesengrund Adorno, deutscher Philosoph

Montag, 25. November 2019

Lots Tochter



Sie steht erstarrt und schaut . Wäre sie frei, könnte sie tanzen und springen. Sie sieht müde aus.
Es scheint keine Freude zu machen, ein Denkmal auf einem Sockel zu sein.

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Heute ist der internationale Tag zur Erinnerung an  Gewalt gegen Frauen.
Ich denke an die drei Schwestern aus Südamerika, die der Ursprung dieses Gedenktages sind. 
Wann hört diese Gewalt endlich auf?

Samstag, 23. November 2019

innovative Rasenflächen


Ein Rasen den niemand zertrampelt, die Tauben sind leicht.
Ganz wunderbares, frisches Grün im November.
Nicht mal mähen braucht man.
(Dafür werden demnächst andere Arbeiten anfallen.)
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„Wer unlösbare Schwierigkeiten damit hat, einfach zu leben, der sollte sich darum bemühen, in seinem komplizierten Leben anderen Menschen ein guter Mitmensch zu sein und sich nicht an einem unerreichbaren Ziel abmühen. Es kann ein langer Weg sein, zu einem glücklichen, einfacheren Leben zu finden. Aber es ist möglich.“ 
(Manfred Lütz, deutscher Arzt und Autor, *1954)

                                                     Biene Maja, Symbolbild zur Erinnerung

Mittwoch, 20. November 2019

Kinder haften für ihre Eltern



Heute ist WELTKINDERTAG!

https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention

Kinder an die Macht, Songtext Herbert Groenemeyer

...

Gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht
was sie tun
Die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht.

Sie sind die wahren Anarchisten
lieben das Chaos räumen ab
kennen keine Rechte
keine Pflichten
noch ungebeugte Kraft
massenhaft
ungestümer Stolz

Gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht
was sie tun
Die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht.

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Wieviel Leid fügen die Erwachsenen den Kindern zu! Über Generationen wird das Elend weitergegeben, die Kinder haften für die Aktivitäten der Erwachsenen!

Sonntag, 17. November 2019

Lärm und Blätter

Ein Grashalm sagte

Ein Grashalm sagte zu einem Blatt im Herbst: „Du machst solchen
Lärm, wenn Du fällst! Du störst meine Winterträume."
Das Blatt antwortete ungehalten: „Du bist von niedriger Herkunft und
hast dich nie über deine Niedrigkeit erhoben, griesgrämiges, stummes
Ding. Du lebst nicht in den höheren Sphären und hast von Musik keine Ahnung."
Dann legte sich das Blatt auf die Erde und schlief ein.
Als der Frühling kam, erwachte es wieder- und war ein Grashalm.
Als es Herbst wurde, die Zeit für den Winterschlaf nahte und in den Lüften die Blätter fielen, murmelte es: „O diese Blätter im Herbst!
Sie machen so einen Lärm! Sie stören meine Winterträume."
Kahlil Gibran (1883-1931)





Schon die 47. Woche des Jahres, alles ist im Fluss. Ich kann nicht die Welt retten, und es gibt neben den schlechten auch gute Nachrichten.

Leider gibt es dafür keine Zeitungen. 
Und es gibt das Lächeln einer Fußgängerin auf dem Weg zum Bäcker.
Sie hätte ja auch böse schauen können.

Ich werde versuchen freundlich zu sein, und geduldig- dann mache ich etwas fürs Stadtklima.







Freitag, 15. November 2019

Die Zeit läuft rückwärts

                                                     Skulptur: Marianne Wagner


 
Die Zeit läuft rückwärts

Brockmüller war einer der Menschen, nach denen man sprich-
wörtlich seine Uhr stellen konnte. Vom morgendliche Aufstehen
bis zum Schlafengehen erledigte er präzise wie ein Uhrwerk
alle notwendigen Verrichtungen des Tages.
Gewiss, er war freundlich. Aber auf eine Art, die seinen inneren
Zeitplan nicht gefährdete. Ein paar unverbindliche
Worte zum Hausmeister im Finanzamt, seiner Arbeitsstätte,
oder zu Nachbarn gehörten selbstverständlich zu seinem Um-
gang mit Menschen, denen er im Alltag begegnete. Durch diese
Korrektheit glaubte er zweifellos, seinerseits ein Anrecht
auf einen reibungslosen Ablauf der Tage zu haben. Das Single-
leben war wohlgeordnet, er hatte sich einen Lebensrahmen
geschaffen, der frühere beunruhigende Turbulenzen
seiner Meinung nach ausschloss.
Auch heute war er pünktlich um 16.30 Uhr aus dem Büro
gegangen. Er schritt zur Rückseite des Gebäudes, wo er immer seinen
Mittelklassewagen parkte. Neben dem Auto stand
eine junge, unbekannte Frau die ihn anschaute. Der direkte
Blick dieser Frau war ihm sehr unangenehm. Er ging an ihr
vorbei, setzte sich ins Auto und fuhr weit ausholend um sie
herum. Irritiert nahm er im Rückspiegel ein zaghaftes Winken
wahr.
Er fühlte sich belästigt! Fast hätte er eine rote Ampel über-
sehen. Irgendwie erleichtert schloss er heute seine Haustür
hinter sich und begann die übliche Feierabend-Routine.

Nach dem Abendbrot legte er eine Langspielplatte mit Musik
von Beethoven auf.
Kurz bevor er den Kopfhörer aufsetzen konnte klingelte es.
Verärgert über diese Störung riss er abrupt die Türe auf.
Schon wieder diese junge Frau !
" Sie wünschen?" fragte er barsch.
" Ich muss Sie sprechen, es ist ganz wichtig, auch für Sie",
stammelte die Frau.

Brockmüller wollte endlich seine gewohnte Ruhe wiederhaben
und entgegnete ungeduldig: "Bitte, so sprechen Sie doch!"
Die Frau schaute ihn an und flüsterte: "Ich habe gestern
erfahren, dass Sie mein Vater sind."

©

Dienstag, 12. November 2019

Vertrauen und Selbstschutz

e.


Morgens und abends zu lesen
Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Daß er mich braucht.
Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Daß er mich erschlagen könnte.

B.Brecht
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Vertrauen darauf, dass jeder für sich selbst sorgt macht frei von Sorge.
Frei, umso selbstverständlicher können sich beide fallenlassen in der Beziehung.
Ja, es ist auch mutig zu vertrauen.

Sonntag, 10. November 2019

Wichtiger Gedanke

Über die Ewigkeit

Die Existensweise des Seins
gibt es nur in hic et nunc,
dem "Hier und Jetzt".

Die Existenzweise des Habens
gibt es hingegen nur innerhalb der Zeit,
in Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft.

Ewigkeit ist nicht,
wie oft fälschlich angenommen wird,
die ins Unendliche verlängerte Zeit.
Das Hier und Jetzt
ist Ewigkeit,
das heißt: Zeitlosigkeit.

-Erich Fromm- 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen Sonntag mit viel Zeit für die Dinge, die Ihnen wichtig sind.

Freitag, 8. November 2019

Vergangenheit und Sehnsucht


Vor achtzig Jahren, am 8.11.1939, versuchte Georg Elser durch eine selbstgebaute Bombe Adolf Hitler zu töten. Kurz vor Kriegsende wird er im KZ Dachau von einem SS- Oberscharführer ermordet, nachdem er Jahre dort zugebracht hat.
Elser wurde diffamiert weil viele seine politische Weitsicht nicht glauben wollten. Noch dieser Tage in einem Rundfunkinterview sprach ein Mann davon, dass es erstaunlich sei, dass ein "einfacher" Schreiner eine solche Weitsicht und solchen Mut gezeigt hätte.

Mit dem Gedenken an ihn dauerte es Jahrzehnte. Der Grenzbeamte, der ihn damals an der Schweizer Grenze verhaftete, erhielt später einmal als erfolgreicher Geschäftsmann das Bundesverdienstkreuz.
Was erhielt sein 1930 geborener Sohn von seinem Heimatland? Oder seine Ehefrau?

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Mit verbundenen Augen
die Wurzeln des Himmels
erblicken

Höher steigen höher
zu den Wolkenrosen.
Die Sterne begrüßen
mit einem verwunschenem Wort.

Im Mond das lächelnde Kind
sagt Shalom.

Mit verbundenen Ohren
dem Kindchen lauschen

Shalom
in einer Welt die noch nicht geboren ist.

Rose Ausländer





Dienstag, 5. November 2019

Über Gehen und Haftung

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
 
Mahatma Gandhi

Und wenn wir das tun, was uns möglich ist nach ernsthafter Prüfung, so ist es gut. Wir sind nicht ohnmächtig, aber auch keine Diktatoren/Diktatorinnen. Wir können immer nur den nächsten Schritt tun, es gibt kein zurückgehen. Wenn wir nicht weitergehen, so geschieht dennoch etwas, weil Leben Veränderung ist. Und andere gehen, denen wir nicht das Feld überlassen möchten.

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Der neue Georg-Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss sagte, wer den letzten Krieg  vergißt, der bereitet schon den nächsten vor.
Lukas Bärfuss appellierte:"Es braucht keine Chirurgen, um uns das Böse aus den Leibern zu operieren. Mit wachen Sinnen und empfindsamen Herzen können wir Gewalt erkennen, wir können sie zur Sprache bringen, und wenn wir den Mut haben und nicht um unser Leben fürchten, dann können wir uns gegen sie stellen und sie überwinden."





                                                 

Sonntag, 3. November 2019

Tanz und Spiel





Es ist ein Reihen geschlungen
ein Reihen auf grünem Plan,
und ist ein Lied gesungen,
das hebt die Sehnen an,
mit Sehnen allso süße,
dass Weinen sich mit Lachen paart:
Hebt, hebt im Tanz die Füße.

Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)

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Wieder zu Hause, lüfte ich das Zimmer. So wurden meine Gedanken in anderer Umgebung durchgelüftet, war schön. Jetzt könnte ich tanzen, im Auto haben wir die Rio Reiser- CD gehört. Das
weckte Erinnerungen mit 40 Jahren Rückblende!
Es ist schon so, dass die Seele/ Gemüt/ Geist oder wie immer man es bezeichnen will, noch jung geblieben ist. Jedenfalls fühle ich mich so, wenn ich diese Lieder höre.
In Gedanken kann ich noch Hula-Hupp- Reifen schwingen, auf Barrikaden gehen und Marathon laufen.
Weinen mit Lachen gepaart...

zeit und eile

                                         ein pferd in hildesheim, bodenständig liegt es im pflaster Keine Eile... Ich ha...