Freitag, 28. Juni 2024

muße und muse

 


Hängematte im Baum

Du liegst in der Hängematte im Schatten eines großen Apfelbaumes.

Um dich ist Wärme und Ruhe.

In einiger Entfernung hörst du Schafe blöken.

Die Hängematte schaukelt leicht, der Wind umweht dich.

Die Hängematte trägt dich, der große knorrige Ast

trägt die Hängematte, biegsam und fest.


Die Hängematte schaukelt im Baum,

der Wind streichelt dich,

die Sonne wärmt den Wind.

Der Baum wurzelt tief in der Erde,

bekommt Nahrung und Wasser von ihr.

Die Erde nährt auch dich.


Ruhe, Wärme und Wohlgefühl

lassen dich ruhig atmen.

Es atmet in dir, ohne dein Zutun.

Du bist Teil der dich umgebenden Natur.

Du bist da

wie der Baum, die Tiere, die Sonne.


Du atmest ruhig, ohne Anstrengung,

wirst gewärmt und gestreichelt.

Deine Sinne sind wach

und du bist ganz entspannt im Hier und Jetzt.

Kleine Wolken ziehen am Himmel,

betupfen das strahlende Blau.


Es riecht nach Heu und Kräutern.

Eine Amsel beschimpft eine Katze,

die träge umherstreift.

Die Katze kümmert es nicht.

Irgendwo schlägt eine Turmuhr

eine vage Zeit.


Ruhe, Wärme und Wohlgefühl

hast du in dir und um dich.

Du liegst in der Hängematte,

lässt deinen Körper atmen

und hören und gewahr werden.

Alles geschieht ohne dein Zutun

wenn du es zulässt.

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ich wünsche allen hier lesenden muße und vielleicht eine muse für das wochenende und überhaupt.

Dienstag, 25. Juni 2024

festmahl zum schauen

Mosbach 2021: (https://www.alltagsmenschen.de/) die figuren der künstlerinnen christel und laura lechner erheitern die menschen, bringen leichtigkeit und erstaunen in den alltag, es müsste immer mal wieder eine oder einer überraschend um die ecke stehen... leider ist diese aktion vorbei.


 

Friede

"Bloß keinen Zank
und keinen Streit!"
Das heißt auf englisch
ganz einfach
PEACE
und auf französisch
PAIX
und auf russisch
MIR
und auf hebräisch
SHALOM
und auf deutsch
FRIEDE
oder:
"Du, komm,
lass uns
zusammen spielen,
zusammen sprechen,
zusammen singen,
zusammen essen,
zusammen trinken
und zusammen
leben,
damit wir
leben."

Josef Reding (*1929) , gestorben 2020

so sehr wünsche ich uns allen frieden. josef reding war der erste schriftsteller, den ich persönlich getroffen habe, in einem arbeitskreis beim katholischen jugendfestival  mai 1972 in trier. er las aus seinen büchern und sprach mit uns über die amerikanische bürgerrechtsbewegung, die er an der seite martin l. kings erlebt hatte. viel raum nahmen gespräche über die suche nach frieden ein, aber der krieg damals schien uns weit weg, undenkbar für europa. obwohl es den "eisernen Vorhang" nach osten gab waren wir sehr zuversichtlich, dass eine zeit ohne kriege nahe sei. gerechtigkeit schien ein nahziel, an dem wir arbeiten wollten. 


Donnerstag, 20. Juni 2024

es war mal eine Gebäudeversicherung

Markgraf Carl Friedrich von Baden richtete am 25. September 1758 eine Monopolanstalt ein, die Badisch-Durlachische Brandversicherung, durch die die "Wohlfahrt unserer Lieben und Getreuen Unterthanen befördert" werden sollte. Niemand sollte durch Brand seine Existens verlieren.

Über 200 Jahre galt diese Versicherung. Im Jahr 1960 entschied der Landtag von Baden- Württemberg, das per Gesetz auch folgende Risiken abgedeckt werden sollten:

Sturm, Hagel, Hochwasser und Überschwemmung, darüber hinaus Schneedruck, Erdfall, Erdrutsch, Bergsturz und Lawinen, später auch Erdbeben.

All dies galt bis 1994, es gab einen Einheitstarif und jeder Hausbesitzer war gegen alles versichert. Dieser Tarif gingen nach dem Versichrungswert von 1914 des Gebäudes und am Schadensaufkommen in ganz Baden. Die jährlichen Prämien wechselten, waren für alle bezahlbar, manchmal wurde sogar gesenkt. sogar die Feuerwehren erhielten jährlich Geld aus diesem Topf, der von einer Behörde ohne Gewinnabsicht verwaltet wurde.

Ab 1.Juli 1994 wurde dann der Wegfall der Staatlichen Zwangsversicherung per EU- Regelung verfügt. Entgegen vorheriger Versprechungen für den Fortgang der Versicherung wehrte sich das Bundesland nicht.

Der damalige Finanzminister Mayer- Vorfelder verkaufte das "Tafelsilber" für 1,1 Milliarden DM an die Sparkassen- Finanzgruppe  Baden- Württemberg. Die neue Versicherung musste sich im Wettbewerb beweisen, und in den Folgejahren stiegen die Prämien, manche Hausbesitzer konnten ihre Risiken nicht mehr versichern, weil zu teuer oder risikoreich.

Eine ehemals fortschrittliche Idee endete nach einigen Änderungen an Neujahr 2000 auf dem "freien europäischen Markt".

Info: Rhein-Neckar-Zeitung HD vom 20.06.2024, Seite 10 

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auch dies ein beispiel, dass es aufgaben gibt, die besser als gemeinschaft statt privatwirtschaftlich gelöst werden, wie krankenhäuser und altenheime. ärgerlich denke ich an die vielen regelungen, die zugunsten von mensch und umwelt von der EU kamen und nicht in Deutschland übernommen wurden. da wehrte sich unser land, geht doch!
 

Mittwoch, 19. Juni 2024

in der welt (und bei sich) sein


" ...  an meinem Spiegel klebt das, weil ich es auch für mich selbst brauche. Als Erinnerung, jedesmal, wenn mein Gesicht mir entgegenschaut: Frieden beginnt bei mir. Und zwar längst, bevor ich mich irgendwie engagiere für jemand anderes, für die Familie, für die Gemeinde, in der Politik. Damit Friede anfangen kann, jeden Tag wieder und jeden Tag ein bisschen mehr, sollte ich erst einmal Frieden haben mit mir selbst. Einverstanden sein, jedenfalls grundsätzlich; zuversichtlich für heute – weil ich auch heute hoffen darf, dass ich etwas Gutes erleben darf, dass jemand mir freundlich entgegenkommt und mir hilft. Oder natürlich auch, dass ich was Anständiges zustandebringe, jemand anderem helfe oder was Gutes sage…"

Altfried G. Rempe, Trier (SWR  2, Wort zum Tag, 17.06.24)

schwer ist es, diesen satz für sich selbst zu bejahen. und das ist ganz dumm, weil wir ja zunächst nur uns haben und uns treu sein wollen. tagtäglich schwirren in unserem kopf gedanken, hören und sehen wir viel verschiedenes als eine art hintergrundrauschen.  es kommt darauf, was ich aussuche, worauf ich mich fokussiere.

heute war in der tageszeitung eine erfreuliche meldung:

die sozialaktivistin marlene engelhorn, nachfahrin des gründers des ludwigshafener chemieriesen BASF, hat über einen bürgerrat fünfundzwanzig millionen euro ihres erbes an rund achtzig organisationen und vereine verteilen lassen. der fokus lag darauf, die ungleichheit in der gesellschaft zu verringern und benachteiligten chancen zu eröffnen. das geld erhalten initiativen, die sich mit klima und umwelt, lezahlbarem wohnraum, gesundheit und bildung beschäftigen.

50 repräsentativ ausgewählte bürgerInnen zwischen sechzehn und fünfundachtzig jahren hatten sechs wochenenden über die verteilung des geldes diskuttiert und dann entschieden.

wenn jetzt die politikerInnen begreifen, dass teilhabe für menschen mit geld heißen müsste, vermögenssteuer zu zahlen und an die sozialversicherungen beiträge zu leisten, ja dann wäre ein anfang gemacht.   


 

Montag, 17. Juni 2024

fragen einer bloggerin

                                            der gierige reiche am palmschen haus in mosbach


 das leben beutelt mich manchmal, zweifel an meinem tun kommen auf. nun frage ich mal in den leserInnenkreis:

was lest ihr hier lieber, politische gedanken oder texte zu gedichten und literatur? 

mir kommt mein tun gerade so ritualisiert vor, oder neige ich nun im alter dazu, mir regeln zu setzen zur alltagsbewältigung? ich war schon immer ein an politik interessierter mensch, seit jugendtagen. meine gesellschaftlichen utopien kommen mir leider zur zeit abhanden. ich weiß schon, dass es viel engagement für meine hoffnung auf mehr gerechtigkeit und miteinander gibt. aber mir scheint, am meisten bestimmt das geld, die konzerne und macht einzelner auf unserem kleinen planeten, der durchs weltall schwebt. 

ich halte inzwischen die reden von den wertvollen alten menschen, die es zu schützen gilt, vom wertschätzendem umgang mit behinderten im alltag, von der bewunderung für pflegekräfte, feuerwehr- und rettungskräfte usw. für sehr fragwürdig. wenn altenheime und krankenhäuser geschäftsmodelle zum geldscheffeln werden, wenn behinderten der windelverbrauch vorgeschrieben wird... ich mag nicht alles aufzählen.  gestern sah ich einen bericht über eine zahnärztin in meck.-pom, sie hatte sich instrumente wie in afrika gekauft und fährt ihre betagten und kranken patienten/-innen zuhause behandeln. der bedarf ist riesengroß, die KV verbot ihr, mehr als einen halben tag pro woche so zu arbeiten! bei uns zwingt man diese hilfsbedürftigen menschen in die praxis, oder bekommen sie einfach tabletten?

Freitag, 7. Juni 2024

der -die- das helfer/-in


unser neuer freund und helfer? das DPA- foto aus der tageszeitung ist vom neuen mitarbeiter des klinikums frankfurt an der oder, natürlich soll er in der geriatrie eingesetzt werden. dieser innovative roboter heißt "Navel" und ist mit künstlicher inteligenz ausgestattet, diese soll bewegungen, stimmen und emotionen erkennen und menschenähnlich darauf reagieren.
welchen menschen ähnlich, meiner mutter? putin? der lieben nachbarin oder dem bösen krakeler von gegenüber? mit mikrofonen und "menschenähnlichen" 3 D- augen ausgestattet, soll er/es/sie(?) auf die emotionen reagieren und der austausch mit patienten soll gestärkt werden. schlußsatz des zeitungsartikels ist:
 "der roboter kann auch fachliche gespräche führen."  

dann ist ja alles gut, "Navel", die maschine für alle fälle.

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ps: ich bekomme das foto nicht gedreht und verkleinert, sorry, ich suche abhilfe...

gelesen habe ich: 

abwechslungsreich, verblüffend: wolfgang herrndorf, diesseits des van-allen- gürtels

bewegend, schonungslos und gut: edouard louis, die freiheit einer frau

guter zeitvertreib: donna leon, flüchtiges begehren
 

Mittwoch, 5. Juni 2024

denkfehler oder nach-denk-gebot?


 das abgeschabte bunte blechherz des strassenmusikers kommt mir vor wie ein symbol für manches...

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laut einer DPA- meldung fordert der vorstandschef der DAK eine zeitenwende bei gesundheit und pflege. andreas storm kritisiert die aus seiner sicht unzureichende zahlung aus dem bundeshaushalt an die krankenkasse für die bürgergeldempfänger. diese zahlungen deckten nur gut ein drittel der tatsächlichen kosten, dies entspreche etwa einem halben prozentpunkt beim beitragssatz. außerdem gebe es eine unterschiedliche behandlung bei gesetzlich und privatversicherten beim bürgergeld. ein bürgergeldempfänger, der privat krankenversichert ist, rutscht in den basistarif seiner versicherung. und der staat zahlt ab dann das dreieinhalbfache der summe, die die gesetzliche krankenversicherung kosten würde. dazu ist der bundeszuschuss zur abdeckung versicherungsfremder leistungen heute niedriger als im jahr 2010, der beitrag ist nicht wie bei der rentenversicherung dynamisiert.

alles leistungen, die der steuerzahler zahlen müsste, und die nun der gesetzlichen krankenversicherung aufgebürdet werden. auch die kosten der krankenhausreform sollen sie zur hälfte zahlen, das hat sogar der bundesrechnungshof als fehler erkannt. sie sollen sich an zusätzlichen schaffung von medizin- studienplätzen beteiligen. eine beteiligung der privaten krankenkassen ist weder dabei, noch bei der krankenhausreform vorgesehen.

was passiert da? was wird übersehen oder nicht geregelt, um die lobbyisten und die FDP bei laune zu halten? warum müssen nicht alle in eine gesetzliche grundsicherung einzahlen, darüber hinaus kann jeder selbst sich privat zusätzlich versichern? warum sinkt der spitzensteuersatz, er liegt inzwischen bei 42 % ? vermögenssteuer ist ein wort aus der hölle...

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denkt dran, demokratie ist zum mitgestalten, wählen ist pflicht- mindesteinsatz. salz ins getriebe der bürokratie streuen ist gut, nazis wählen macht alles kaputt, was wir erreicht haben.



Ahoi, wir haben die wahl

zur ruhe gekommen in einem rahmen die kugel läuft nicht mehr geborgen oder gefangen? "Aufmerksamkeit ist alles, was um uns her vorgehet...