Sonntag, 30. Juni 2019

vielfältige Entspannung



Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Ebereschenbaum am Morgen, die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag, die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.
Altirischer Segenswunsch

Diesen Spruch finde ich sehr sinnlich, ich stelle mir die Tiere vor und freue mich. 
Die Freude möchte ich an alle Leserinnen und Leser weitergeben. 
Habt es gut!  
„Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“ — Hannah Arendt Nach Auschwitz. Essays & Kommentare 1 spiegel. de

Referenz: https://beruhmte-zitate.de/autoren/hannah-arendt/

Samstag, 29. Juni 2019

altes Lied


Verteidigung eines Sozialdemokraten vor dem Fabriktor
ich sag dir so geht das nicht sagt der sozialdemokrat und spricht natürlich kann ich auf eine drehbank steigen und loslegen alle mal herhören von wegen sicherer arbeitsplatz und was übrig bleibt wenn die raten bezahlt sind
oder zum beispiel akkord aber angenommen sogar ich bin franz beckenbauer die hören doch gar nicht hin die schreien doch halt den hals
ich sag dir so geht das nicht sagt der sozialdemokrat und spricht paß auf im theater bei euch na meinetwegen
aber stell dir mal vor bundesliga endspiel borussia / eintracht so fünf minuten nach der halbzeit kommen paar von euch auf den platz rote fahnen und so und brüllen schluß mit dem quatsch jetzt wird diskutiert
was meinst du was da passiert hier euer flugblatt wischen die sich den arsch mit ab
ich sag dir so geht das nicht sagt der sozialdemokrat und spricht
paß auf das mußt du auch mal vergleichen was hat er früher gehabt was hat er heute sieh mal wir waren sieben zu hause zwei zimmer immer kohldampf geschoben und heute guck dir das doch mal an wohnzimmer teppich couch sessel alles was du willst auto sogar die kinder arbeiten verdienen und dann kommt ihr ARBEITER DU WIRST AUSGEBEUTET DDR
hau mir ab ist doch viel schlimmer ich sag dir so geht das nicht sagt der sozialdemokrat und spricht
ja fünfundvierzig da hätten wir zuschlagen müssen zack dann wären wir am drücker gewesen so dann hätten die andern mal kommen sollen dann hätten wir diesen staat gemacht
aber heute geht das nicht mehr
jetzt müssen wir zählen schritt für schritt für schritt für schritt für schritt für schritt für schritt
sagt der alte ewige sozialdemokrat und spricht und spricht und spricht bloß ändern das will er nicht

Lied von Franz Josef Degenhardt, 60er Jahre !

Abgesang auf eine verlorene Hoffnung, die Zeiten ändern sich, die Menschen ändern sich und die Bedürfnisse ändern sich auch.  



Sonntag, 23. Juni 2019

nach dem Bloggen verreist...



Bin bis zum 30.06. weg-  eigentlich ist es viel zu heiß!


„Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“ — Hannah Arendt

Referenz: https://beruhmte-zitate.de/autoren/hannah-arendt/Bin da
„Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“ — Hannah Arendt

Referenz: https://beruhmte-zitate.de/autoren/hannah-arendt/

Verkehrsminister u.a.


Was ist das? Muss mit Römern zu tun haben, wurde von mir in Xanten fotografiert.
Manchmal wäre es gut, wenn ich die Objekte sofort in einer Liste festhalten würde, wg. fehlender Erinnerung bzw. zu vielen Bildern.

Ich sage einfach: Es ist ein Rostbild!
(jemand machte immer wieder Rostbilder, Ackerbaupankow auch manchmal...)
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Ich überlege an Verkehrminister Scheuer zu schreiben. Er hat fast eine halbe Milliarde für das Mautprojekt in den Sand gesetzt(Vorplanungskosten und Verträge mit den Firmen, die die Maut kassieren sollten). Er haftet nicht, sonst auch niemand, diese Verträge vor dem Gerichtsentscheid abzuschließen war grob fahrlässig. 
Ich überlege, was uns die letzten Verkehrsminister und Herr v. Guttenberg, alle CSU, in den letzten zwei Jahrzehnten gekostet haben durch ihre Fehlentscheidungen. 

Natürlich wäre das Geld anders auch nicht mehr da, aber es gäbe bessere Möglichkeiten der Ausgabe!

Samstag, 22. Juni 2019

vom Reisen




Mascha Kaleko: Sehnsucht nach einer kleinen Stadt
Jetzt müßte man in einer Kleinstadt sein
Mit einem alten Marktplatz in der Mitte,
Wo selbst das Echo nächtlich leiser Schritte
Weithin streut jeder hohle Pflasterstein
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Ich lebe in einem Sehnsuchtsort und gehe für einige Tage in einen anderen. Sehnsuchtsorte haben auch ihre Schwächen, wie fast alles. Wenn ich weg war, ist heimkommen schön. Wenn ich lange nirgendwo anders war, vergesse ich fast, warum ich an diesem Ort lebe. 
 
 




 

Donnerstag, 20. Juni 2019

Rückbesinnung



Der alte Backofen ist auf der Pfahlbausiedlung am Bodensee zu schauen. Weiter kann keine Kochstelle von meinem Induktionsherd entfernt sein, dachte ich gerade. 
Was unterscheidet uns von den Menschen damals?

Sie waren vielleicht bei einem Gewitter ebenso in Panik wie mache Menschen heute, wenn sie ihr Handy verloren haben. Aber was für ein Unterschied!
Und so anders als wir heutigen waren sie wohl auch nicht. Ich denke da an den 
Text von Erich Kästner:


Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.

Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.
Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrigläßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

Mittwoch, 19. Juni 2019

BUGA 2019 Heilbronn


Ein Menschheitstraum: die Erde in einen blühenden Garten zu verwandeln.
Wer Träume verwirklichen will, muss tiefer träumen und wacher sein als andere.

Karl Foerster


Heute war es zu heiß zum Träumen, und das Wasser floss an uns. Jede schattige Stelle wurde zur kurzen Rast gesucht. Aber es gab Schaukeln für alle, im Schatten. 

Das mit den Träumen und dem Wachsein hilft fast für alles, glaube ich.
Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen, alter Spruch.

Jetzt will der große Donald T. auch den Krebs heilen, hat er im Wahlkampf verkündet.
Ob er sich selbst zuhört beim Reden?

Steinkunst








Berlin, Kreuzberg (?)

Wieder Kunst aus Berlin, ich weiß nicht wer die Skulpturen schuf, sie laden die Kinder ein zum Bespielen. War es so gedacht? Egal, stabil ist es.

"Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat." Albert Einstein







Dienstag, 18. Juni 2019

Erinnerung an einen Opernbesuch



    
"ein andermal fuhren wir nach mannheim und besuchten ein spektakel, auch oper genannt, und zwar lohengrin. das gebumse und gepauke, gedröhn und gekrache war einfach unglaublich. der quälende und umbarmherzige schmerz, den es verursachte, ruht in meinem gedächtnis gleich neben der erinnerung an die zeit, als ich meine zähne in ordnung bringen ließ. gewisse umstände machten es notwendig, dass ich die vier stunden bis zum schluß dablieb. und ich blieb da. aber das andenken dieser langen, schleppenden leidenszeit ist unzerstörbar. dass man es schweigend und stillsitzend ertragen musste, machte es noch schlimmer. ich befand mich in einem abteil mit acht oder zehn fremden beiderlei geschlechts, und das legte mir zurückhaltung auf. aber zeitweise war der schmerz so heftig, dass ich kaum die tränen unterdrücken konnte. in solchen augenblicken, wenn das heulen, jammern und kreischen der sänger und das rasen, tosen und krachen des gewaltigen orchesters immer lauter, immer toller, immer wilder wurden, hätte ich weinen können, wenn ich allein gewesen wäre. diese fremden wären wohl nicht überrascht gewesen, jemanden weinen zu sehen, dem man allmählich die haut abzöge, aber hier hätten sie sich darüber gewundert, und zweifellos bemerkungen darüber gemacht, während doch der vorliegende fall gegenüber dem geschunden werden absolut keinen vorzug besaß. "
mark twain,
bummel durch europa


Da lob ich mir das Spiel dieses Musikers, der jedes Orchester bereichert hätte. Das hätte Mark Twain sicher gefallen!
 

Montag, 17. Juni 2019

eine Entdeckung


"Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, dass ich entdeckte, als ich zu schreiben begann, dass eine Frau - es klingt so einfach, aber ich sollte mich schämen, Ihnen zu sagen, wie lange ich brauchte, das selbst zu entdecken- nicht ein Mann ist. Ihre Erfahrung ist nicht die gleiche. Ihre Traditionen sind anders. Ihre Werte, sowohl in der Kunst wie im Leben, sind ihre eigenen."

Virginia Woolf 

Darüber nachgedacht, staune ich über diese einfache Tatsache. Sicher gibt es Schnittmengen mit Autoren, aber es gibt nicht die gleichen Bedingungen. Seit Virginias Zeiten hat sich einiges geändert, und trotzdem gibt es den Unterschied, nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen Menschen gleichen Geschlechts aus z.B. Algerien und Norwegen.

Es ist nicht nur Schwierigkeit, sondern auch Bereicherung! 

 

Sonntag, 16. Juni 2019

Masken

Wahr ist das Meer,
wahr ist das Gebirge,
wahr der Stein,
wahr der Grashalm
aber der Mensch?
Es ist immer maskiert,
auch wenn er es nicht will
und nicht weiß.

Luigi Pirandello (1867 - 1936), italienischer Schriftsteller, einer der bedeutendsten Dramatiker und Erzähler des 20. Jahrhunderts, Nobelpreisträger für Literatur 1934



Frausein? 
Ich hatte den Gedanken ich sei nicht maskiert, bis mir die Maske die Luft nahm. 
Ich ging weiter und lernte, mit einer anderen Maske zu leben.

Und um Mitternacht, als die Masken fielen,
stand ich inmitten von tausend Maskenträgerinnen.




Samstag, 15. Juni 2019

Ampel auf Rot

Matthias Claudius "Urians Reise um die Welt" 1787
Wenn jemand eine Reise tut,
So kann er was verzählen;
Drum nahm ich meinen Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen.
[...]
Und fand es überall wie hier,
Fand überall ’n Sparren, 

Die Menschen gradeso wie wir, 

Und eben solche Narren.
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So stolpern wir durch die Jahrhunderte, auch ohne Stock und Hut. Wir haben das Reisen zwar einfacher als vor zweihundert Jahren, aber sehen wir mehr? Kommen wir Menschen näher als damals? Wagen wir Begegnungen oder sind wir nur unterwegs in der eigenen Komfortzelle?

Freitag, 14. Juni 2019

ein Wunsch

Auf einem Baum
brütete einmal ein Gedanke.
Als er nach einigen Tagen
seine Eier verließ,
um Nahrung aufzunehmen,
kam ein Kuckuck
und legte ihm einen Wunsch ins Nest.

Peter T. Schulz, aus: Der Esel




Mittwoch, 12. Juni 2019

zwei rätselhafte Events


Der Prinz wartet hinter dem Tuch auf die Prinzessin, der die richtigen Schuhe passen, für 2 Euro ein günstiges Angebot. Zu gewinnen gibt es den langweiligen Prinz und ein Königreich. Vielleicht aber auch nicht, wer glaubt schon an Märchen?

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Clemens Brentano / Achim von Arnim

Der Himmel hängt voll Geigen

Wir genießen die himmlischen Freuden,
Drum tun wir das Irdische meiden,
Kein weltlich Getümmel
Hört man nicht im Himmel,
Lebt alles in sanftester Ruh;
Wir führen ein englisches Leben,
Sind dennoch ganz lustig daneben,
Wir tanzen und springen,
Wir hüpfen und singen,
Sankt Peter im Himmel sieht zu.

 (Auszug)

Gitarren und Trompete und eine Mandoline sind auch dabei, Hauptsache ist jedoch, jemand spielt mit den Instrumenten. Wie das mit dem englischen Leben gemeint ist, meinten sie Engel? Dann wachsen uns hoffentlich Flügel im Alltag, nach solchen Erlebnissen.
Ich wünsche einen federleichten Tag!

Dienstag, 11. Juni 2019

Die Mausefalle zur Reisezeit

  • »Guten Tag«, sagte der kleine Prinz.
  • »Guten Tag«, sagte der Weichensteller.
  • »Was machst du hier?«, sagte der kleine Prinz.
  • »Ich sortiere die Reisenden Tausenderweise«, sagte der Weichensteller. »Die Züge, in denen sie reisen, schicke ich mal nach rechts, mal nach links.«
Und ein grell leuchtender Schnellzug, grollend wie ein Donnern, erschütterte das Stellwerk.
  • »Sie sind in Eile«, sagte der kleine Prinz. »Was suchen sie?«
  • »Der Lokführer weiß es selbst nicht«, sagte der Weichensteller.
Da donnerte ein zweiter grell leuchtender Schnellzug in der anderen Richtung vorbei.
  • »Sind sie schon zurück?«, sagte der kleine Prinz …
  • »Das sind nicht die gleichen«, sagte der Weichensteller. »Es sind andere.«
  • »Waren sie nicht zufrieden, wo sie sich befanden?«
  • »Wir sind nie zufrieden, wo wir sind«, sagte der Weichensteller.
Und es donnerte ein dritter strahlender Schnellzug vorbei.
  • »Verfolgen sie die ersten Reisenden?«, sagte der kleine Prinz.
  • »Sie verfolgen gar nichts«, sagte der Weichensteller. »Sie schlafen in ihm oder sie gähnen nur. Nur die Kinder drücken ihre Nasen an die Fenster.«
  • »Nur die Kinder wissen, was sie wollen«, sagte der kleine Prinz. »Sie verbringen ihre Zeit mit einer Puppe und sie wird ihnen sehr wichtig, und wenn man sie ihnen wegnimmt, weinen sie …«
  • »Sie haben Glück«, sagte der Weichensteller.
aus : Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupery 

Montag, 10. Juni 2019

Grundgesetz : Kunst


KUNSTBEGRIFF des GRUNDGESETZES






EINE KÜNSTLERISCHE TÄTIGKEIT IM SINNE DES ARTIKELS 5, ABSATZ 3 GG ist eine



GEISTIGE, EMPFANGSORIENTIERTE, SINNGEBENDE TÄTIGKEIT,



DIE DURCH EIGENWERTIGES UND SELBSTÄNDIGES GESTALTEN ERNSTHAFT EIN


FERTIGES WERK ANSTREBT, das als Sinnerwartungsträger beim Empfänger subjektiv 

originäres Erleben auslöst oder auslösen will. 



 


Sonntag, 9. Juni 2019

Vergangenes Feuerspektakel


Großes Weltentheater am Berliner Postbahnhof, es war ein Fest mit viel Feuer und Akrobatik  zu Ehren eines Jubiläums vor vielen Jahren( 2004 oder 2005).  Ich glaube mich zu erinnern, es hatte mit Nicaragua zu tun.
Träumerisch die erzählten Geschichten zu Feuerwerk und Darstellung, sehr beeindruckend.



Freitag, 7. Juni 2019

Sonnentage? Feiertage

Schöne Pfingstfeiertage wünsche ich!




FRIEDRICH HÖLDERLIN

HÄLFTE DES LEBENS

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Flohmarkt, Mode







Federleichte Hüte behüten nicht, ein duftiger Schirm schützt nicht vor Regen, und doch ruft das Angebot einen Kaufwillen hervor. Die Farben passen zum sonnenleichten Tag, blau wie der Himmel, mit kleinen Wattebäuschen. Mit einem solchen Hut schreite ich, mit den Schirm spielerisch den Kopf
umkreisend. Einer anderen Zeit zugehörig fühle ich mich, entrückt vom Heute.

Hugo Ball (1886-1927)
Der Dorfdadaist

In Schnabelschuhen und im Schnürkorsett
Hat er den Winter überstanden,
Als Schlangenmensch im Teufelskabinett
Gastierte er bei Vorstadtdilletanten.
Nun sich der Frühling wieder eingestellt
Und Frau Natura kräftig promenierte,
Hat ihn die Lappen- und Atrappenwelt
Verdrossen erst und schließlich degoutieret.
Er hat sich eine Laute aufgezimmert
Aus Kistenholz und langen Schneckenschrauben,
Die Saiten rasseln und die Stimme wimmert,
Doch lässt er sich die Illusion nicht rauben.
Er brüllt und johlt, als hinge er am Spieße.
Er schwenkt juchelend seinen Brautzylinder.
Als Schellenkönig tanzt er auf der Wiese
Zum Purzelbaum der Narren und der Kinder.


Aluverpackte Steine in Berlin

  Ein Gebäude von Schinkel, davor in Alufolie gepackte Pflastersteine - eine Berliner Kunstaktion?

Harmonie und gelungene Proportionen des Bauwerks - bei neuen Gebäuden leider selten.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Heiterkeit

                                       Paul August Wagner, Breuberg / Kunstpark Seckach


Ich wünsche einen gelungenen Tag! Heitere Gelassenheit scheint mir erstrebenswert, und manchmal trifft Glück ein, einfach so...


Hilde Domin:

"Das Glück ist kein Flugzeug / hat keinen Fahrplan / keinen Lufthafen. / Ein grosser Vogel / der einen kleinen / auf seine Fittiche nimmt. / Irgendwo."



Dienstag, 4. Juni 2019

Mut und Fantasie

Zitat aus : "Das Gauklermärchen" von Michael Ende

"Was du nicht kennst, das meinst du, soll nicht gelten?
Du meinst, das Fantasie nicht wirklich sei?
Aus ihr allein erwachsen künftige Welten:
In dem, was wir erschaffen, sind wir frei."


So wünsche ich uns allen Mut zur Fantasie, es ist mir ein wunderbarer Gedanke, welche kommenden Welten geboren werden können.
Es zählen nicht nur die Tagesnachrichten, sondern es gibt etwas darüber hinaus!





Montag, 3. Juni 2019

Jahrmarkt in Berlin

                             Vor dem entkernten Palast der Republik in Berlin ein kleiner Jahrmarkt im Jahr 2005. Ein flüchtiger Spaß, eine Fahrt auf dem Riesenrad und 5 Lose kaufte ich. Wenig Betrieb war neben der Ruine, es war sehr heiß.




Joachim Ringelnatz
Liedchen


Die Zeit vergeht,
Das Gras verwelkt,
Die Milch entsteht,
Die Kuhmagd melkt.

Die Milch verdirbt.
Die Wahrheit schweigt.
Die Kuhmagd stirbt.
Ein Geiger geigt.




Sonntag, 2. Juni 2019

noch ne Wanderung

Die neuen Fernen
In der Stratosphäre,
Links vom Eingang, führt ein Gang
(Wenn er nicht verschüttet wäre)
Sieben Kilometer lang
Bis ins Ungefähre.
Dort erkennt man weit und breit
Nichts. Denn dort herrscht Dunkelheit.
Wenn man da die Augen schließt
Und sich langsam selbst erschießt,
Dann erinnert man sich gern
An den deutschen Abendstern.

Joachim Ringelnatz



Schönen Sonn(en)tag allen Leserinnen und Lesern!

Samstag, 1. Juni 2019

Morgenwanderung






Joachim Ringelnatz:


Bist du schon auf der Sonne gewesen?
Bist du schon auf der Sonne gewesen?
Nein? – Dann brich dir aus einem Besen
Ein kleines Stück Spazierstock heraus
Und schleiche dich heimlich aus dem Haus
Und wandere langsam in aller Ruh
Immer direkt auf die Sonne zu.
So lange, bis es ganz dunkel geworden.
Dann öffne leise dein Taschenmesser,
Damit dich keine Mörder ermorden.
Und wenn du die Sonne nicht mehr erreichst,
Dann ist es fürs erstemal schon besser,
Daß du dich wieder nach Hause schleichst.

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Blick durch die Baustelle: Die Gläser und Flaschen waren eh von den Tischen geräumt, also auf gehts...

träumend auf der Wiese

Christian Morgenstern: Philanthropisch Ein nervöser Mensch auf einer Wiese wäre besser ohne sie daran; darum seh er, wie er ohne diese (meis...