Dienstag, 30. Juni 2020

Sonnenuntergang im Weinberg



 
Mosel, Fluß, Weinberge, Wein, Reben, Moseltal

Bild von Peter H auf Pixabay



Sonnenuntergang im Weinberg


Du sitzt an einer alten Weinbergmauer auf der Erde.
Die Erde ist warm, Gräser und Kräuter duften.
Die Mauer ruht auf einem Fundament aus großen Steinen,
fest in die Erde eingegraben.

Du lehnst dich an die Mauer, sie stützt dich.
Du siehst weit in das Flusstal.
Der Fluss gleitet ruhig und wellenlos dahin.
Deine Gedanken folgen dem Fluss durch Dörfer und Städte.

Die Sonne geht unter,
ihr Licht wandert den Fluss hinab.
Aber, als wolle sie ihre ganze Kraft noch mal zeigen
bevor es Nacht wird,
bringen ihre Strahlen den Fluss zum Leuchten,
während sie langsam hinter den Horizont zurückweicht.

Die Wärme der Sonne bleibt noch lange
in den Steinen an deinem Rücken,
in der Erde, die dich ausruhen lässt.
Du bist Teil der Mauer und bist doch soviel reicher:
Du sahst den Sonnenuntergang und dachtest dich
am Flussufer entlang.

Diese Reise, die Wärme der Mauer und der Duft der Pflanzen
um dich machen dich froh und dankbar.
Du atmest ganz ruhig und bist wieder bei dir.
Du lässt deinen Atem gewähren,
spürst wie sich der Bauch hebt und senkt.
Du fühlst dich wohl.

Diese Freude und Dankbarkeit
über deine Erfahrung an diesem Platz macht dich stark und offen.
Du bist ganz bei dir, lässt die Sonne untergehen.
Du weißt, morgen wird es wieder einen Sonnenaufgang geben,
und einen Sonnenuntergang.
Wenn du es vergisst, wirst du wieder eine Weinbergmauer suchen.


© Roswitha

Freitag, 26. Juni 2020

Pause im Kirschbaum



Hängematte im Baum


Du liegst in der Hängematte im Schatten eines großen Kirschbaumes.
Um dich ist Wärme und Ruhe.
In einiger Entfernung hörst du Schafe blöken.
Die Hängematte schaukelt leicht, der Wind umweht dich.
Die Hängematte trägt dich, der große knorrige Ast
trägt die Hängematte, biegsam und fest.

Die Hängematte schaukelt im Baum,
der Wind streichelt dich,
die Sonne wärmt den Wind.
Der Baum wurzelt tief in der Erde,
bekommt Nahrung und Wasser von ihr.
Die Erde nährt auch dich.

Ruhe, Wärme und Wohlgefühl
lassen dich ruhig atmen.
Es atmet in dir, ohne dein Zutun.
Du bist Teil der dich umgebenden Natur.
Du bist da
wie der Baum, die Tiere, die Sonne.

Du atmest ruhig, ohne Anstrengung,
wirst gewärmt und gestreichelt.
Deine Sinne sind wach
und du bist ganz entspannt im Hier und Jetzt.
Kleine Wolken ziehen am Himmel,
betupfen das strahlende Blau.

Es riecht nach Heu und Kräutern.
Eine Amsel beschimpft eine Katze,
die träge umherstreift.
Die Katze kümmert es nicht.
Irgendwo schlägt eine Turmuhr
eine vage Zeit.

Ruhe, Wärme und Wohlgefühl
hast du in dir und um dich.
Du liegst in der Hängematte,
lässt deinen Körper atmen
und hören und gewahr werden.
Alles geschieht ohne dein Zutun
wenn du es zulässt.

©


Dienstag, 23. Juni 2020

Rhythmus und Melodien


Die Instrumente warten auf die Melodien, die ihnen die Spielerinnen und Spieler entlocken. Es ist eine wunderbare Handwerkskunst, mit einem Stück Holz und einigen Metalldrähten ein Musikinstrument bauen zu können.
Eine gute Erfindung der Menschen.

Platon:
Der Rhythmus entsteht aus dem Schnellen und Langsamen, indem diese, vorher auseinanderstrebend, weiterhin in Einklang gebracht werden. Zum Einklang aber verhilft all dem, wie dort die Heilkunst, hier die Musik, indem sie gegenseitige Liebe und Eintracht einpflanzt, und so ist denn die Musik die Kenntnis von den Liebesregungen im Gebiete der Harmonie und des Rhythmus.


Lernen wir also mit der Musik und von ihr. Es gibt für jede Musik eine Zeit.

Zuweilen kann eine einfache Melodie, die wir nur ein einziges Mal hören, einen so mächtigen Eindruck auf unsere Seele machen, dass wir sie mitten im Gewühle der Welt wieder zu hören glauben, … in uns lebend braust sie durch unser Inneres.
- Hans Christian Andersen-

Montag, 15. Juni 2020

Meerjungfrauen und andere





- neulich aus der Tageszeitung:


USA: US-Behörden schließen Existenz von Meerjungfrauen aus

Washington (AFP): Die US-Regierung hat ihren Bürgern versichert, dass Meerjungfrauen ebenso wie Zombies nicht existieren. In einer offiziellen Verlautbarung schrieb der Nationale Ozean Service (NOS), man habe "Hinweise auf Humanoide im Wasser nie gefunden". In seiner Online-Stellungnahme teilte der NOS weiterhin mit: "Meerjungfrauen - diese Sirenen der Meere, halb Fisch, halb Mensch - sind Kreaturen aus dem Reich der Legenden."
Diese Pressenachricht ist zwar nicht ganz neu, aber mit ihrem amtlichen Ernst nicht zu ignorieren. Nun können wir beruhigt sein, oder auch nicht. Denn unerwähnte Tatsachen aus anderen Bereichen verursachen doch starke Unruhe.
 
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Die Menge der Verlautbarungen vermüllt das Hirn mit unnützem Wissen. Aber diese Meldung erheiterte mich, hätte ich doch nie gedacht, dass dies einer amtlichen Mitteilung bedarf.

Die Frage ist, wie gehe ich mit anderen Meldungen um, wie mache ich einen Faktenscheck? Diese Meldung kann ich ja auch nicht überprüfen.
Letztlich läuft es darauf hinaus, dass ich vertrauen muss.  


Dienstag, 9. Juni 2020

Probleme mit und ohne Herz


Das Problem


Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem
und sprach: "Ich heiße unbequem.
Als hieß′ ich etwa Drei-Vier
statt Sieben - Gott verzeih mir!"

Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt sich
von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.

(aus "Galgenlieder")

Christian Morgenstern
(* 06.05.1871, † 31.03.1914)


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Wenn es nur so wäre, dass es einen klaren Gong gäbe und wir neu beginnen könnten!
Wir müssen immer mit dem umgehen, was da ist, was geworden ist, was wir erwarten. Dazu kommt  noch, was wir wollen oder heimlich ersehnen. 

Donnerstag, 4. Juni 2020

Kurze Informationen


Erste 
zum kontaktarmen Kaffeetrinken auf dem Markt in Coronazeiten:

 Anleitung am Kaffeestand:

1. stehenbleiben,  2. Geld auf den hin geschobenen Teller legen,  3. Kaffeebecher nehmen und mindestens 1,50 Meter weglaufen! Keinesfalls stehen bleiben an der Theke...

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Zweite von Karl Hans Münnich, "Der Kurpfälzer Reider", Heidelberg Verlagsanstalt 1933

Vergawwelt

Neilich do frogt di Lies
Ihrn Mann: "Kaal,hör, was is 
Ein Idiot? Des Wort, ´s is zu dumm,
Geht mer schun lang im Hernschedel rum!

De Kaal secht: "So e Gfrog,
So e ewigi Plog,
Di geht eem ufs Knerzel... Loß mer mei Ruh!
- Idiote sinn Mensche wi ich un du!"
Plastiken: Marianne Wagner




Heimatgefühle ?

  HEIMAT - eine Annnäherung Erinnerungen: Ostern 1978, Theaterfestval in Avingon. In der wogenden Menschenmenge schrie plötzlich eine Frau ...