Dienstag, 20. Juli 2021

zeit zur wende


"Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung.

So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten."

aus: Roger Willemsen(1955- 2016), Wer wir waren, S. Fischer Verlag 2016

diese worte sind für mich schockierend wahr. ich habe dieses kleine buch, eine rede, gehalten am 24. juli 2015, mit großer zustimmung und erschrecken gelesen. warum nur lernen wir so schwer aus erfahrungen, warum schützt uns wissen nicht vor unglück?  

ich höre nach den katastrophen der vergangenen tage nun erstmals versuche, dafür schuldige zu finden. und ich sehe in den berichten der tageszeitungen und dem fernsehen, wohin die menschen reisen werden, weil sie denken, es steht ihnen zu. und dann hörte ich von der parallelewährung bitcoin,  rein elektronisch, deren herstellung und verbrauch immense mengen energie benötigt.  

und ich sehe, menschen kaufen energiesparbirnen und vermehren gleichzeitig die anzahl der leuchten. oder kaufen einen fernseher, der energiesparend ist, dafür wird der neue aber immer größer, und braucht damit mehr energie. elektroautos werden angepriesen, als führen sie mit wasser, aber es ist immer strom. die anzahl der menschen, die im netz streamen, musik oder filme, wird immer größer, deren energiebedarf dadurch auch.

dieses immer mehr, weiter und nochmals mehr, ohne bedenken der beschränkten ressourcen unserer erde, überhitzt alle, auch die erde. wir in westeuropa sind teil des problems.

das leid der betroffenen menschen in den hochwassergebieten ist unvorstellbar groß. so viele dinge sind auch mit geld unersetzbar: fotos, briefe, manche bücher, erinnerungsstücke. eigentlich das ganze lebensumfeld weg.  

ich, die nicht leben kann ohne bücher, möchte meine bücher gerne teilen mit bücherfreundinnen, deren bücher vernichtet sind. 


6 Kommentare:

  1. Das ist ein wunderbarer Appell von dir an uns alle.
    Ja, Bescheidenheit sollten wir lernen, manchmal auf etwas verzichten, die Ereignisse hinterfragen...
    Aber mehrheitlich scheint das nicht wirklich realisierbar zu sein. Noch ist keine erkennbare Wende in Sicht...

    Mit einem grossen Seufzer,
    Brigitte

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    1. jede einzelne von uns ist teil des ganzen und kann folglich auch für sich und ihre umgebung etwas ändern und die wende beginnen. zum seufzer gehört auch ein "los gehts", ich ändere...
      ist schwer, aber mir scheint es not-wendig. hab es gut, gruß roswitha

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  2. Einen gewissen Verzicht,
    liebe Roswitha,
    zu leisten oder sich zu bescheiden, wäre für alle (oder die meisten) hier möglich und machbar.
    Ich verstehe es nicht.
    Und seufze ebenfalls tief...

    Lieben Gruss vom Lande
    Hausfrau Hanna

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    1. es wäre besser, freiwillig die eigenen grenzen auszuloten und zu schauen, wo ist meine verantwortung, und diesen part zu übernehmen durch entsprechendes handeln. dieses handeln strahlt (hoffentlich) aus auf andere. ich wäre froh wenn dies aus eigenem antrieb geschähe. lasse uns weitermachen, gruß roswitha

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  3. ja, lass uns weiter machen. und das vorgenommene auch durchführen. es ist verflixt schwer, das gewohnheitstier mal ins ställchen zu tun und zu gucken: welche gewohnheit möchte ich ändern? manchmal reicht zum üben schon eine einzige. das andere ergibt sich oft..
    viele grüße, auch seufzend
    Sylvia

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    1. da seufze ich mit, wir sind halt menschen, keine automaten, daher einfach wieder üben, das ziel nicht verlieren. lieben gruß roswitha

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