Dienstag, 31. Dezember 2019

Guten Rutsch ins Jahr 2020!


  

Da kämpft sich eine Anemone durch die Lindenblätter, sehr verwegen am 25.12....

Ich wünsche allen Leserinnen und Leser ein gutes Jahr 2020, möge es nicht mehr Streß geben als zu ertragen ist und soviel Freude, dass wir stark und froh durch das Jahr kommen.

Heute hörte ich im TV wieder von den Bemühungen der Wissenschaftler intelligentes Leben im Weltall zu finden, ihnen eine Botschaft zu senden(SETI, New Mexiko). Wenn doch nur die Bemühungen darauf gerichtet wären, zunächst die Erde, diesem kleinen Stern im All, zu befrieden. 

                                                                

Ein Jahr ist nichts

Ein Jahr ist nichts, wenn man's verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts; wenn man's verflacht;
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.
Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht ein Neues bot.
Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen mißt des Lebens Gang,
ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.

(Hanns Freiherr von Gumppenberg, 1866-1928, deutscher Dichter, Übersetzer, Kabarettist)

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Balance

                                    
                                   Skulptur BALANCE, Bronze, Marianne Wagner, Breuberg



Das Leben ist wie ein Fahrrad.
Man muss sich vorwärts bewegen,
um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
Albert Einstein

Die Tage "zwischen den Jahren" sind besonders zur ruhigen Besinnung geeignet weil soviel Pause in der Geschäftigkeit sein kann, eine Reihe von Feiertagen/Ruhetagen/Urlaub läd ein.

Balance- jener Zustand zwischen Bewegung und Stillhalten scheint mir begehrenswert.
Auch den Wechsel zwischen Aktivitäten und ruhigem Sitzen und Lesen, der geistige Austausch mit Menschen im Gespräch und das alleine Nachdenken.

Könnte ich nochmal so stehen wie dieses Mädchen, denke ich. Und dann schaue ich doch nach vorne, ich kann dafür nun andere Dinge.

 
 


Montag, 23. Dezember 2019

Frohe Weihnachten 2019


Unsere Krippe, die uns seit Jahren begleitet, ist für die Enkelkinder ein Symbol für Kontinuität. Die kleinste Enkelin hatte sie vor Jahren mit drei Schafen vervollständigt, da die Figuren nicht bewegt werden können. Die ganze Krippe ist aus Lindenholz geschnitzt, an einem Stück!

Sie erinnert an eine Geburt vor langer Zeit.

Oft muss ich aber an die Mutter eines Freundes denken, die in den 70-er Jahren zum Weihnachtsfest nach Israel geflogen war. Am 24. Dezember stand sie in einer langen Besucherschlange, um die Geburtskirche in Bethlehem zu besichtigen. Es war heiß, sie hatten Sommerkleidung an.
Sie erzählte: " Ich stand und schwitzte in der Sonne an Weihnachten. In meinem Geburtsort in Schlesien war es dann immer bitterkalt, es lag meist hoher Schnee. Voll Mitgefühl hatte ich damals an die arme Maria und das Kindchen gedacht, weil sie kein Haus hatten und keinen Ofen. Und nun stellte ich fest, es war nicht kalt in Bethlehem. Waren wir dumm!"
Else, Jahrgang 1908, musste noch vierzig Jahre später über diese Feststellung lachen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein frohes Fest.

Samstag, 21. Dezember 2019

der 95. Geburtstag



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Zum 95. Geburtstag einer wunderbaren Dichterin, deren Werk weiter wächst, deren Entdeckungslust ungebrochen ist:


mich interessiert das nicht was in meinem
Körper vorgeht was mit meinem
Körper geschieht, solange er noch
sitzen kann und Wörter schreiben auf der Maschine."


 Friederike Mayröcker


"An dem Tag, an dem an Peter Handke der Nobelpreis in Stockholm verliehen bekommt, liest Friederike Mayröcker am Abend im Wiener Literaturmuseum aus ihrem unveröffentlichten Buch, das Publikum lauscht: "Engelgleich nämlich ein Joint / Ich meine der Engel heftige Natur und so weiter / Nämlich am 20. Dezember 1924 etwa zur 14. Stunde kam ich auf die Welt / Die Hebamme hob mich hoch und sagte: Engelgotteskind / Die sehr junge Mutter beugte sich vor, um mich zu erkennen / Die Hebamme aber sagte: Legen Sie sich zurück / Das Unfassbare, das Blutige war geschehen, ich war geboren / Es hat mich vorher noch nie gegeben."

Zitat aus einem Interview von Mia Eidlhuber, Der Standard, Wien, mit Friederike Mayröcker und Elisabeth von Samsonow. 



Mittwoch, 18. Dezember 2019

hier und jetzt



Oh, wer nur ernst und fest die Stunde greift,
den Kranz ihr auch von bleicher Locke streift,
dem spendet willig sie die reichste Beute.

Doch wir, wir Toren, drängen sie zurück,
vor uns die Hoffnung, hinter uns das Glück,
und unsere Morgen morden unser Heute.

- Annette von Droste-Hülshoff-
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Ein orientalisches Sprichwort sagt: Ein Heute ist besser als zwei Morgen.  Es ist die offene Suche und das Schauen auf das, was der Tag uns bringt. Diese Haltung entspricht nicht der hektischer Menschen, die ständig " ich muss" denken und sagen. Oder den Machern, die alles im Griff haben möchten.
Wir beeinflussen unseren Tag durch unsere Aufmerksamkeit, durch unsere Achtsamkeit im Augenblick. Wenn ein Baby lacht, ist es ganz Lachen, ebenso wenn es weint. Es denkt noch nicht darüber nach, was es erreichen will, es ist authentisch im Augenblick.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Advent und Sehnsucht



Ohne mildernde Umstände
Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

Die angeklagte Sehnsucht ist uneingeschränkt schuldig.

Begründung:

Die Sehnsucht hat voll verantwortlich sich selbst hervorgebracht.
So wurde der Gedanke geboren,
nicht mehr warten zu wollen.
Das Auge entdeckte die Gestalt dieser Sehnsucht 
und will nicht mehr warten.
Worte gaben Sehnsucht und Gestalt ein "bis morgen"
und das will nicht mehr warten.
Terminkalender gaben der Sehnsucht Unerträglichkeit
und sie will nicht mehr warten.
Berührung gab der Sehnsucht ein Du
und das will nicht mehr warten.
Die Sehnsucht entblößte ein wir, wir wollen nicht mehr warten.

Die Sehnsucht ist schuldig!
Ihr Verbrechen: nicht mehr warten!

Mildernde Umstände gibt es nur für einen Advent
der auch schön brav nicht mehr will
als ein Advent zu bleiben!

Christoph Stender

Sonntag, 8. Dezember 2019

Alltägliche Vorsicht



Eine Frau

Noch keine Seniorin, ist sie gleichwohl vergreist. Das macht die Angst vor dem Unfassbaren, Angst, die sich nicht an bestimmten Dingen festmachen lässt, sozusagen frei galoppierende Angst. Kein besorgniserregenden Vorkommnisse, keine schlimmen Lebensumstände oder körperliche Bedrängnis gehören zu ihrem Leben.
Sie lebt jeden Tag einzeln, die Tage sind unendlich lang. Wenn sie zurück schaut, sehr selten, sind die Tage einfach verschwunden, es bleibt wenig an Erinnerung.
Sie sagt, das Leben geht zu schnell vorbei.

Sie ist niemanden wichtig, nicht einmal sich selbst. Andere Frauen in ihrer Situation hätten sich eine Liebhaberei zugelegt, manche sogar einen Liebhaber. Dazu fehlt ihr die Phantasie.
Leben ist Arbeit und anständig seine Pflicht tun.“
Sie fühlt sich zu unwichtig, um Ansprüche zu stellen. Schnell ist sie gekränkt, wenn von ihr als selbstverständlich angesehene Normen von anderen nicht erfüllt werden.
Die Mauer zwischen ihr und dem Leben ist hoch, fast unüberwindbar. Angst lässt nur kleine Lücken.
So lebt sie in einer Art getroster Verzweiflung.
Kein ausländisches Essen, sagt sie, damit hat sich einmal der Vetter eines Nachbarn den Magen verdorben. Keine moderne Kunst, ist alles Quatsch, nicht notwendig.“

Die ganze Welt besteht aus Seilschaften um uns kleinen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Keine Chance hat man, wenn man nicht dazu gehört!
Überhaupt, die Umstände, in die man gerät, wenn man im Ausland Urlaub macht und krank würde! Da fahren wir nicht hin, dann kann uns das nicht passieren.
Wir machen immer am gleichen Ort Urlaub. Im Allgäu, da kennt man alles und wird nicht bestohlen.“
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Ich möchte diese Frau locken in ein freudiges Abenteuer, nicht nur ein Stück Kuchen mit ihr essen.
 

Donnerstag, 5. Dezember 2019

unterwegs im Leben, oder?




 

"Wir waren jene,die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung.
So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten."

Roger Willemsen
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Und wer ist jetzt für uns zuständig?   Werden wir so zu unmündigen Kindern?

Ps.: War eigentlich früher keine Adventszeit, weil es nicht überall Lichterketten und Beleuchtung gab?   

Dienstag, 3. Dezember 2019

Lichtstrahl durch Wolken



Der Versuch den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produzierte stets die Hölle.
Karl Popper, österreichisch-britischer Philosoph
 
Ich bin in Eile, daher schaue ich mir meine Fotos an und staune, dieses Foto gefällt mir.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich heute, dass ein Lichtstrahl auf sie treffe, vielleicht auch einige Sonnenstrahlen.  


zeit und eile

                                         ein pferd in hildesheim, bodenständig liegt es im pflaster Keine Eile... Ich ha...