Sonntag, 31. Januar 2021

zwei jahre geschafft!


Buchmesse Leipzig 2009,

damals war ich zum letzten mal auf der buchmesse, nach einem besuch in berlin fuhr ich nach leipzig. es war bunt und voll. viele junge menschen in manga- verkleidung, das hatte ich noch nie gesehen(landleben halt).


"Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet."   - Zitat Alan Kay

am 31.01.2019 begann ich mit diesen blog. dank der hilfe eines anderen bloggers (danke nochmal!) hatte ich endlich eine eigene seite gestaltet und konnte ein bild hochladen. zunächst dachte ich an tägliches schreiben, aber diese idee musste ich schnell aufgeben, es wäre eine belastung geworden, der unterschied zwischen meinem anspruch und meiner freien zeit dafür war zu groß.

so blogge ich nun im eigenen rhythmus und freue mich sehr darüber leserinnen und leser zu haben. besonders freue ich mich natürlich über eure anmerkungen, die mir weitere anregungen schenken und mich in meinem tun bestärken.

das jahr 2020 haben wir hinter uns, die pandemiefolgen noch nicht. mir hat das bloggen geholfen mit meinen gedanken dazu "ins reine" zu kommen. immer stärker wurde meine gewissheit, dass ich nicht die umstände der pandemie ändern kann, aber meinem umgang damit.
egal was passiert, ich werde reagieren, wie es mir entspricht. die einschränkungen kann ich nicht ändern.

anfang der 70-er jahre kämpften wir für mehr miteinander von menschen und ländern. wir werden alles reflektieren müssen, um unser handeln entsprechend zu gestalten. ich will ein gutes leben für alle. ich will, dass auch unsere enkelkinder noch spielraum haben um ihr leben zu gestalten. ich wünsche mir eine grundrente für alle menschen, und in die rentenversicherung müssen alle einzahlen. 
ich will nicht: 
wirtschaftswachstum immer weiter, gutes leben reicht. schnäppchenjagd, ausbeutung, eine immer weiter auseinander driftende schere zwischen arm und reich, hier und anderswo.  
ich will auch mehr menschen aus einem berufsalltag in die politik, nicht die, die eine parteikarriere  ab dem abitur machen und während des studiums bereits auf postensuche sind, ängstlich jedes risiko meidend, um die aufstiegschancen nicht zu schmälern. 

jetzt warte ich auf ein ende der pandemie und will aus der vorfreude auf kommendes mut züchten...
habt einen schönen sonntag! 


Freitag, 29. Januar 2021

chancen erkennen


 

die stadt ist überflutet. ein mann rettet sich aufs kirchdach und betet, gott möge ihn retten. das wasser steht schon bis fast zum giebel. kommt ein boot, will ihn mitnehmen. sagt der mann: "nee, laßt mal, gott kommt selber!" und betet weiter.
kommt wieder ein boot, selbe geschichte. mann wartet auf gott. noch ein boot, mann fährt wieder nicht mit. wasser steigt. mann schreit, weint, betet laut: "gott, warum hast du mich verlassen?" sagt gott: "idiot! ich hab dir drei boote geschickt".

Quelle: unbekannt, aus 2007

immer wieder wird es gesagt, dieses "nutze den tag". dabei wird nicht differenziert zwischen guten und schlechten tagen, zwischen jungen und alten menschen oder gesunden und kranken.

muss ich den tag so annehmen wie er sich mir zeigt, wie ich gerade bin? ich glaube ja, und dann kann ich durch mein tun, durch mein denken diesen tag leben, evtl. ändern.

die jetzigen einschränkungen zu bedauern ist eine sache, aber im bedauern hängenbleiben eine andere. so nutze ich den tag auch um über die folgerungen zu nachzudenken, mein politisches engagement zu überdenken, unser alltagsleben ressourcenschonender zu gestalten, erholungsnischen zu suchen.

(und träume von einem clown, an dem ich ernst und fröhlich fäden ziehen und gedanken erzählen könnte.)




Dienstag, 26. Januar 2021

Illusionen und Wachheit


Uli Boll, Meerfelder Maar



Zitat von Virginia Woolf (*25. Januar 1882):

„Illusionen sind für die Seele dasselbe wie die Luftschicht für die Erde. Nimm die zarte Lufthülle hinweg, und die Pflanze stirbt, die Farbe verblaßt ... Wahrheit ist unser Verderben. Das Leben ist ein Traum. Erwachen ist es, das uns tötet. Wer uns unserer Träume beraubt, der raubt uns das Leben.“

wie wäre es, wenn wir uns das träumen erlauben und darum wissen, dass es einen unterschied zum alltag gibt? und trotzdem träumen, damit ein bild der veränderung in uns wachsen kann, eine anzustrebende utopie, ein kraftbild, das uns stärkt.

wer nicht weiß wohin er/sie will, irrt vielleicht umher.

Bernard Shaw erklärte einst: Manche Menschen sehen Dinge die es gibt und fragen: Warum?  Ich sehe Dinge die es nicht gibt und frage: Warum nicht?



Sonntag, 24. Januar 2021

waldgedanken



"ich zog in den wald, weil ich den wunsch hatte, mit überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte."
henry david thoreau, walden, 1854

dieses weltabgewandtheit verstehe ich nicht, warum sollte "das leben" nicht ausserhalb der abgeschiedenheit und in ihr sein? leben wir nur für uns selbst, oder sind wir nicht grundsätzlich auf wechselseitige kommunikation angewiesene wesen? zu allen zeiten gab es menschen, die den weg in den wald oder in irgendeine abgeschiedene klause gingen. 
den wunsch dazu kann ich gerade im moment gut verstehen. 
aber diese abkehr von allem ist ja eine sehr individualistische lösung, sie berücksichtigt nicht das netz, in dessen fäden auch unser leben eingebunden ist.

es wäre, als würde man inmitten des waldes einen baum fällen und entfernen. er würde beim sturz überall um sich äste abreissen, würde auch beim rausziehen aus dem wald noch andere bäume und bodenpflanzen beschädigen, hecken und moos zerstören.








 

Donnerstag, 21. Januar 2021

spiegelungen


 versammlung im schattenreich könnte man dieses foto nennen, es sind die geister, die in einem leeren raum zu sehen sind (die spiegelung des schaufensters gegenüber).

wahrnehmbar ist eine seltsame stimmung im ort, wenige menschen huschen durch die strassen, kaum einmal sieht man jemanden mit gesprächsbereitem verhalten, offen, freundlich. das liegt sicher an den masken! für mich als brillenträgerin kann ich nur entscheiden, dass ich vorsichtig halbwegs sehend gehe, dafür aber die menschen nicht erkenne, die gleitsichbrille muss ich ausziehen wegen des beschlagens, weil es maskenpflicht gibt.

Fast genau vor 10 Jahren erlebte ich Barcelona:  

                                                   Frühling ist, die Mandelbäumchen blühen, Bougainvillea und Hibiskus. Die Kamelien in den Beeten haben kleine, dicke Stämme, stehen offensichtlich seit Jahren auf einer Verkehrsinsel! Ficus benjamini steht in Kübeln überall, Oleander und Pittosporum als Straßenbegleitgrün, Geranien am Balkon. Im botanischen Garten auf der Meerseite exotische Blüten in Blau und Rot...

Die Vielfalt der Hausfassaden begeistert mich: manche Häuser sehen aus wie tapeziert, andere sind kunstvoll bemalt oder gefliest. Es gibt Erker und Balustraden in jeder erdenklichen Form, auch moderne Gebäude haben Dekor! Die Gebäude des Architekten Gaudi sind besonders bunt gefliest, mit Skulpturen am Giebel und auf dem Dach. An einem Haus kriecht eine über ein Stockwerk lange Schnecke zur Giebelspitze, dick und gelb gefliest!

Genial die Idee eines Stadtplaners um 1900, er erreichte, das die Grundstücke an den Kreuzungen nicht bis zur Grundstücksgrenze bebaut, sondern die Häuser an der Spitze zur Kreuzung abgeschrägt wurden. So entstanden großzügige Areale, die Platz für Straßencafés, Bushaltestellen, Parkplätze und kleine Grünanlagen haben.








 


Dienstag, 19. Januar 2021

heiraten? die Ampel ist grün


kommt und traut euch zu heiraten, die ampel steht auf grün, dachte ich, als ich dieses schaufenster sah. ein wenig schrill das grün, soll wohl auffallen. dazu die neckische silhouette des paares aus vorzeiten, oder macht man das wieder so, jeder/jede in seine/-r zugedachten rolle?

Morgens und abends zu lesen(B.Brecht)

Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Dass er mich braucht.

Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Dass er mich erschlagen könnte.
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das wären doch gute gedanken für beide. unsere grossen enkelkinder dachten dieser tage darüber nach, dass fast niemand aus ihrer schulklasse bisher kinder hat(26 + 28 jahre), geheiratet hat auch kaum jemand. ist mir nicht aufgefallen, aber als sie kinder waren, gab es in fast jedem haus ein oder zwei kinder, ebenso bei ihren eltern. und diese eltern waren meist mitte bis ende zwanzig. 

wenn die eltern älter als dreissig sind gibt es häufig nur ein kind. was bedeutet es für unsere gesellschaft, wenn kinder ohne onkel und tanten, ohne kusinen und vettern aufwachsen? was hatten wir menschen jenseits der sechzig von unserer grossen sippe?
eigentlich müsste es dann wahlverwandtschaften geben, oder wir sollten verstärkt darüber nachdenken, wir wir alt werden wollen. 





 

Samstag, 16. Januar 2021

der verlorene mensch

 



DER VERLORENE MENSCH


Einen Bleistift kann man verlieren.

Manche verlieren ihre Schlüssel.

Aber einen Menschen?

Was bedeutet das?


Und wenn er es nur selbst spürt?

Ist er dann weniger verloren

oder mehr?


© Roswitha 

-  allen hier lesenden wünsche ich ein schönes wochenende!

Donnerstag, 14. Januar 2021

spaziergänge und schaufenster


vor einem schaufenster mit herrenmode steht ein vater mit seinem ca. 4-jährigen sohn. sie unterhalten sich über verschiedene spielwaren und fotos, die als dekoration ausgestellt sind. 

plötzlich fragte der kleine: was ist eigentlich mit den menschen, haben die schon mal gelebt?                  der vater erklärte ihm, dass dies grosse puppen seien. fröhlich plappert gingen sie weiter, und ich schaute mir endlich dieses schaufenster  an. 

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der schnee auf den höhen sah aus als seien kleine diamantsplitter darauf gestreut. einige menschen fuhren mit langlauf- ski, aber insgesamt waren wenige menschen unterwegs dort. warum nur gehen alle immer zu den gleichen orten, wo es doch paar kilometer weiter genauso schön, aber ruhiger ist? ob das ein ähnliches phänomen ist wie mit den staus auf der autobahn, bei denen sich auch immer viele menschen treffen? braucht es das sehen und gesehen werden?






 
 

Dienstag, 12. Januar 2021

samen ausstreuen


Wer ernten will, muss erst den Samen streuen.

William Shakespeare

da hat jemand etwas falsch verstanden, weil clementinen können wirklich nicht in unserem vorgarten wachsen. aber hübsch dekoriert ist die schale. wobei es mir lieber wäre, die schalen hingen dem säer um die ohren!

ich habe in drei tagen einen sehr guten roman gelesen, dem ich viele leserinnen und leser wünsche:

Iris Wolff, Die Unschärfe der Welt / Klett-Cotta 

weiter empfehle ich:  Nicolas Stemann,  Corona -Passion, Alexander-Verlag

 ist ganz anders, nicht beruhigend wie das vorherige Buch. Aber um selbst denken zu können, braucht es auch Informationen von vielen Seiten.




 


Samstag, 9. Januar 2021

letztes Jahr am Nebentisch

 


Das ältere Paar am Nebentisch in der griechischen Gaststätte hatte sich viel zu erzählen. Der bedächtig sprechende Mann war wohl erst kurz im Ruhestand, er berichtete von seiner Verabschiedung im Büro.

Es war  ein lebhaftes Tratschen unter ehemaligen Kollegen, die einige Jahre ältere Frau kannte die Personen, über die berichtet wurde. Lachen, Erstaunen und Kopfschütteln belebten die Unterhaltung.

Dann erzählte die elegant wirkende Frau von ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag. Davor habe sie sich eine Lidstraffung bei einem Schönheitschirurgen gegönnt, sagte sie. Leider habe dieser die Haut zu straff angezogen, nun sehe sie, wenn sie auf eine Lampe schaue, eine Korona um die Lampe.


seltsam fand ich, dass die beiden ohne hemmung laut sprachen. sie kannten mich nicht, ich sie auch nicht, das reichte wohl. gelegentlich ist es mir unangenehm allein in einer gaststätte zu sitzen, weil manche menschen jede diskretion verloren haben. 

die korona der dame blieb mir in lebhafter erinnerung. 





Donnerstag, 7. Januar 2021

kaiser trumph?


                    Skulptur von Paul A. Wagner, Skulpturenpark Seckach


dieses bild ist ein symbolbild für den hoffentlich bald verschwundenen amerkanischen präsidenten T.
zuletzt und nur einmal wurde das capitol jemals gestürmt, und zwar im jahr 1812, um eine monarchie zu errichten. das könnte dem typ trumph so passen, am besten noch als kaiser zu regieren!
wer braucht wahlen, wenn er weiß, was er will, denkt er wohl.
ein so unmoralischer volksverhetzer, und am meisten erschreckt mich, wie viele, auch intelligente menschen, ihm folgen(folgten?). 
da wurde uns wieder einmal klar gezeigt, wie faschismus funktioniert.
eigentlich müsste er sofort aus dem weissen haus entfernt werden, weitab von jeder möglichkeit, sein kriminelles tun weiter fortzuführen.
nie hätte ich mit solch einer entwicklung gerechnet.

Montag, 4. Januar 2021

brücken bauen


                                                        Rheinbrücke bei Speyer

ich mag brücken weil sie verbinden. brücken als bauwerke bewundere ich wenn sie sich gelungen in die umgebung einfügen und rücksicht auf mensch und natur beim bauen beachtet wurden.

zwischen menschen gibt es auch brücken, den ersten schritt auf eine von einem anderen menschen angebotenen weg zu gehen fällt pubertierenden jugendlichen schwer(manchen erwachsenen auch).  wir bauen brücken durch freundlichkeit zu uns fremden menschen. bei enttäuschung brechen wir jeden kontakt ab, zerschneiden eine verbindung. brücken zwischen menschen sind notwendig, ebenso brücken zwischen den generationen.

um die vergangenen feiertage gab es die berühmten brückentage, mit ihnen kann man bei geschickter wahl mehr erholung für weniger urlaubstage erreichen.  es gibt die eselsbrücke, die nicht für esel ist und nur eine gedachte "baumeisterin" braucht. 

lasst uns weiter brücken bauen,  vordringlich zwischen menschen, keine autobahnbrücken.

ich wünsche allen hier lesenden ein gutes jahr 2021, zuversicht und geduld. 





träumend auf der Wiese

Christian Morgenstern: Philanthropisch Ein nervöser Mensch auf einer Wiese wäre besser ohne sie daran; darum seh er, wie er ohne diese (meis...