Sonntag, 31. März 2019

Gartenspaziergang, demnächst

Frauenmantel /Alchemilla

Sommerschwüle. Unerträgliche Hitze. Endlich ein Gewitter. Auf den Wegplatten verdampft das Wasser des kurzen Regengusses. Sie geht barfuß zum Kompost. Der würzige Geruch des Kräuterbeetes ist betörend. Die Rosen strahlen mit Eisenhut und Rittersporn im wunderbarem farbigem Dreiklang rosa-weiß-blau. Fasziniert betrachtet sie die Blätter des Frauenmantels, die letzten Regentropfen liegen als kleine Diamanten auf den feinzahnig geränderten Blättern. Die Blattform gleicht einem ausgebreiteten Cape. Üppig breiten sich die gelblich- grünen Blüten über dem dunkelgrünen Blatthorst aus.
Seltsam der Namen : Frauenmantel. Sie denkt über die Wirkung des Krautes nach, zusammenziehend, entzündungswidrig, beruhigend, krampflindernd.
Ein Geschenk für die Frauen, für die Fotografin, für den Garten, für die Floristin.
Und für alle Freunde, die gerne einen Ableger der fleißig aussamenden Staude wollen.





30.März:
Bald kommen die Blüten des Frauenmantels wieder, voller Vorfreude erinnerte ich mich heute an diesen Text. Es war ein wunderbarer Tag, ich spürte den Frühling.



Samstag, 30. März 2019

Atelierbesuch bei Heiko Pippig


Im Atelier Gemälde mit spannende Bilder, sie berühren, wenn ich mich darauf einlasse. 
Vor dem Raum kann man die verwendeten Farben an den Schuhen des Malers erkennen.

Derweil werden die Schuhe schwerer ob der Farbschichten, und Schuhcreme brauchen sie auch nie mehr! 

Freitag, 29. März 2019

Gemeinschaft erleben

Abenteuer Gemeinschaft: Nach dem Zeltlager


Verabschieden von den Freundinnen auf Zeit und der Betreuerin. Dann Suche nach Tasche und Isomatte, Anorak und Rucksack.
Das Kind zieht seine schwere Reisetasche selbst zum Auto, stark ist sie geworden!.
Die Großeltern steigen mit dem Mädchen ins Auto. Die Erwachsenen schnuppern, es riecht nach nassem Hund oder Fuchs. Oma dachte, sie sei in einen Hundehaufen getreten!
Aber als das Mädchen seine Füsse vorstreckt ist eine Ursache klar: zwei Wochen ohne Wäsche und dazu Gummistiefel an den Füssen fordern ihren Preis. Außerdem war ein Campingwetter, das von den Kindern und Betreuern alles forderte und Berge nasser Wäsche herstellte.
Das Gepäck roch entsprechend.

Erste Worte des Kindes, als es im Auto saß: „Darf ich nächstes Jahr wieder mit?“
Strahlend, voller Freude, geht das Erzählen los. Von der Stadtrallye, vom Lagerfeuer, von der Nachtwache..., ohne Pause eine Stunde bis nach Hause.
Eine kurze Dusche muss sein. Das Mädchen genießt das warme Wasser, die Toilette,
erzählt vom Dixie-Klo.
Im Bett behagliches Räkeln auf der weichen Matratze, ein wieder spürbarer Genuss, der vorher selbstverständlich war!

Dann folgten zwölf Stunden Schlaf.

Am Vormittag gingen die Erzählungen des Mädchens weiter: Nur für Vegetarier hatte es ganz tollen Schafskäse gegeben, im nächsten Jahr will sie sagen, sie sei Vegetarierin! Und überhaupt sei es so spannend gewesen, dass sie nach zwei Tagen gedacht hatte, sie sei schon zwei Wochen da!
Der Opa sagte daraufhin, da wäre sie ja vier Wochen in Ferien gewesen.

Alle Wundstellen wurden gesalbt, die Gummistiefel ohne Socken hinterlassen hatten. Die Gummistiefel stanken so, dass sie in den Müll kamen. Dann wurden die Haare nach längerem Einweichen gewaschen, das Kind roch nach Drogeriemarkt.

Die Freude über das Zeltlager strahlte immer noch aus den Augen, und es wurden Schnüre geflochten und geknotet.
Restliche Karten wurden auch noch verschickt.




Donnerstag, 28. März 2019

schwebende Stadterkundung






Ein geniales Konzept gegen verstopfte Straßen - leider gerade in Reparatur. Gestern sah ich in den Regionalnachrichten SWR 3 eine Schwebebahn aus Mannheim. Sie wurde zur BUGA 1975 aufgebaut und danach wieder abgebaut. Damals hieß sie Aerobahn. Jetzt gibt es Machbarkeitsstudien für die Bahn auf der BUGA 2023 in Mannheim.

Und so stehen die Autos täglich stundenlang im Stau, statt die Fahrgäste in der Bahn schweben.

Mittwoch, 27. März 2019

Was tun?




Das fragt sich nicht nur Frau May.  Vielleicht fragt sich das auch eine Bahnreisende, nachdem sie noch anderes an der Wand gelesen hat. 
Also immer aus dem Fenster schauen, aber nicht im ICE, der ist zu schnell.


Dienstag, 26. März 2019

Entspannung

Im Schaukelstuhl


Du sitzt im Schaukelstuhl und hörst Musik.
Deine Gedanken kommen und gehen.
Ruhig und entspannt atmest du.
Gedanken kommen und gehen wie dein Atem.
Du träumst dich aus deinem Schaukelstuhl
in einen prächtigen Konzertsaal.

Festlich gekleidete Menschen, Kristallleuchter funkeln,
die Musik erfüllt den Saal.
Du spürst sie in deinem Körper.
Die Töne werden zu Farben eines ausdrucksstarken Bildes.
Die Musik macht dich froh, ruhig, entspannt und aufmerksam.
Du hörst mit allen Sinnen, spürst Harmonie in der Musik,
die auch im Alltag immer wieder sichtbar wird,
wenn du hinschaust:
Im Gesicht eines alten Menschen, bei einem selbstvergessen
spielenden Kind, oder auch bei einem Tier, das sich bewegt,
oder bei einem Baum.
Du freust dich über deine Gedanken, und immer mehr Bilder
fallen dir ein, die für dich Schönheit und Harmonie ausdrücken,
die ein Fest des Lebendigen bedeuten.


Du bist dankbar für diese Musik, lehnst dich im Schaukelstuhl zurück
und hörst sie verklingen.
Du lässt die Freude über die Musik und die Gedanken dich ganz ausfüllen,
atmest tief und gleichmäßig.

© 



Montag, 25. März 2019

Blaue Stunde in Essen




1. Bahnhof, 2. Unterführung, 3. Sitze im Einkaufszentrum, alles in Essen.

Wo ist die "blaue Blume" der Romantik? Nicht mehr zeitgemäß? Oder sollten wir auf Vergißmeinicht warten?

Sonntag, 24. März 2019

Entdeckungen Berlin April 1990



Das Jahr Null nach dem Fall der Mauer




Einmal Vier- Tage- Tourist -Ticket Berlin, um endlich die ganze Stadt zu "erfahren". Die Berliner Freunde lachen, ich habe keine Zeit für Kaffeestündchen, muss Kilometer
machen, die Karte abfahren.

In der ächzenden, dreckig-gelben S - Bahn Menschen mit grauen Stadtgesichtern. Die Gewinner der Einheit fahren wohl selten S - Bahn. Jedenfalls nicht vormittags nach Köpenick. Rentnerinnen mit kleinen Gießkannen kommen vom Friedhof. Eine junge Frau lächelt mich an. Ich erwidere ihr Lächeln und sie setzt sich dicht neben mich. Verwirrende Details einer ehemaligen Stasi - Verfolgung prasseln auf mich ein, sie redet, als müsse sie mir alles erklären. Bahnhöfe rauschen vorbei.

Das depressive Einheitsgrau der Fassaden schreit nach Hundertwasser. In Potsdam eine erste Döner - Bude auf dem durch Löwenzahn begrünten Asphalt. Es riecht nach Zweitaktern mit Knoblauch.
„ Mit oder ohne Knoblauchsoße?“ - die kennen Touristen- Wünsche!

Warum beschleicht mich am Bahnhof Friedrichstraße ein komisches Gefühl? Ich denke an die Röntgenstrahlen, die früher hier alle durchleuchteten.
Hurra, die schlechtgelaunten Grenzer sind weg! Sind die jetzt alle Hausmeister oder Schaffner bei der Bahn?

Größer ist Berlin mit seinem Hinterland, keine Insel mehr. Viel Grün gibt es, auch zwischen den Häusern. Ich gehe durch das Brandenburger Tor und mir kommen Tränen. In meinem Kopf Bilder dieses Bauwerks aus der Kaiserzeit, und vom April 1945 mit der zerschossenen Quadriga. Ein paar Schritte weiter der unbegreifliche Ausverkauf der früher hochgeschätzten Urkunden und Auszeichnungen der DDR. Wie gehen die Menschen mit diesen Veränderungen um, die an dieses Land glaubten?

Die Aschenbecher an den Mülleimern „ Unter den Linden “ sind verschwunden. Hundehaufen und Fast- Food Abfall überall. Früher undenkbar, ist die Stadt nun in diesem Bereich eine Einheit, der Müll überall gleichmäßig verteilt.

Trotz alledem : Freude über das Hin und Her entlang der Mauerreste, Dankbarkeit für die Möglichkeit einer Entwicklung auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze.
Und Hoffnung, dass die Politikerinnen und Politiker die Chance ergreifen.




Samstag, 23. März 2019

Fleißiger Vogel







Herr Ackerbau berichtete gestern von Tieren in der Stadt. Dieser Vogel ist wohl eine besondere Berliner Züchtung. Ich traf ihn am Südstern, da trug er Müll weg.
Wie machen die Berliner das, diese Dressur?




Die Elster
Ein Bach, mit Namen Elster, rinnt
durch Nacht und Nebel und besinnt
inmitten dieser stillen Handlung
sich seiner einstigen Verwandlung,
die ihm vor mehr als tausend Jahren
von einem Magier widerfahren.

Und wie so Nacht und Nebel weben,
erwacht in ihm das alte Leben,
Er fährt in eine in der Nähe
zufällig eingeschlafne Krähe
und fliegt, dieweil sein Bett verdorrt,
wie dermaleinst als Vogel fort.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Freitag, 22. März 2019

Lichter hoch oben

Die Sonne scheint für dich – deinetwegen;
und wenn sie müde wird, beginnt der Mond,
und dann werden die Sterne angezündet.

(Soren Kierkegaard)

Sich als Mittelpunkt des Universums fühlen, unglaublich. Was meinte er damit?



Donnerstag, 21. März 2019

Ode an den Sonnenschein






Der kleine Engel kann garnicht aufhören, so begeistert ist er vom Wetter.
Ich wünsche allen einen wunderbaren Frühling mit viel Muße und glücklichen Augenblicken. 



Charles Dickens Zitat :

„Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu bessern und zu bekehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen, da sie doch nur eine närrische Welt ist und bleiben wird.“

Mittwoch, 20. März 2019

Frühling ist es, nur Mut!

Frühling von Theodor Fontane

Nun ist er endlich kommen doch in grünem Knospenschuh; »Er kam, er kam ja immer noch«, 
Die Bäume nicken sich's zu. Sie konnten ihn all erwarten kaum, 
Nun treiben sie Schuss auf Schuss; Im Garten der alte Apfelbaum, 
Er sträubt sich, aber er muss. Wohl zögert auch das alte Herz Und atmet noch nicht frei, 
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März, Und März ist noch nicht Mai.« 
O schüttle ab den schweren Traum Und die lange Winterruh': 
Es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag's auch du. 
                  Die Geburt von Theodor Fontane jährt sich in diesem Jahr zum 200. Mal.
                                     Den Osterbrunnen gibt es in Miltenberg/Main.

Dienstag, 19. März 2019

Brexit? Kein Brexit?







Unterwegs in Berlin, vor 13 Jahren, mit der Europaflagge. Wir freuten uns über ein gemeinsames Europa.

Was passiert jetzt in England? Der "Ansager" will nicht mehr immer die gleichen Fragen gestellt haben. Aber wer weiß bessere? Und welche Antwort?

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Zersplitterung

Man soll das Nächstliegende ins Auge fassen. Zersplitterung führt zu Enttäuschungen bitterster Art.
(Hermann Heiberg, 1840-1910, deutscher Schriftsteller)

Montag, 18. März 2019

Die Kraft des Denkens





                                          Kunstpark Seckach, Skulptur von Paul Wagner



Ich denke, also bin ich; ich zweifle, also bin ich; ich werde getäuscht, also bin ich.

René Descartes (1596 - 1650)


 Eigentlich bin ich immer - aber wer ist ICH? Regentage sind verführerisch...

Sonntag, 17. März 2019

Waldgeist

Der vorletzte Punker hat sich in den Wäldern des Odenwaldes versteckt, nicht verraten! Er kommt um alte Traditionen wieder zu beleben bei Gelegenheit wieder in die Stadt.

(Skulptur: Paul Wagner, Kunstpark Seckach)

Samstag, 16. März 2019

Armer Hund



Da wartet man, und wartet, und kein Zug kommt. Nicht mal mit dem Smartphone kann man spielen...

Freitag, 15. März 2019

Glück im Alter

Hedwig, geboren 1907

Mit zitternden Fingern glättet sie Falten auf Tischtuch und Serviette. Früh Gelerntes wird nie mehr vergessen, auch wenn das Gestern verlorengeht . Nur wenige Menschen an ihrem Tisch, jetzt endlich die Ruhe, die der Vater den acht Kindern früher befahl. Köstlichkeiten sind eine gute Suppe und eine warme Heizung oder die Sonne, warmes Wasser beim morgendlichen Waschen und ein Radio, das frohe Lieder spielt. Abends beim Vesper ein kleines Bier mit Bretzel und Ochsenmaulsalat sind ein Festessen.

Einem Kind Freude bereiten und sich darüber selbst freuen können ist Gnade.

Eine eigene Welt nur für sich allein, in der der Alltagstrubel unwichtig ist, ist Glück. Die draußen vorübergehenden Menschen in neuen Zusammenhängen sehen stellt
eine befriedigende Ordnung her.
Keine Zweifel, keine Angst hat Raum in ihrer Welt, wenn die wenigen Menschen um sie freundlich und fürsorglich sind.

Es braucht nicht mehr viel zu ihrem Leben - aber es braucht Mitmenschen.



Donnerstag, 14. März 2019

Schulferien ökologisch

Ferien auf dem Land 1957


Die schönsten Ferien meiner Schulzeit verbrachte ich, ein Mädchen aus Daun, 1957 im nur etwa neun Kilometer entfernten Kirchweiler.
Ännie, die Kusine meiner Mutter, hatte gesagt, ich könne gern zu ihrer Familie in Ferien kommen. Es machte mir nichts, dass ich außer ihr, die etwa so alt war wie meine Mutter, niemanden aus der Familie kannte. Ich wollte auf einen Bauernhof mit Tieren!

Meine Eltern hatten kein Auto, so wurde ich zu Beginn der Ferien mit dem Firmenfahrzeug von Vaters Arbeitgeber mitgenommen. Mein Gepäck war in einem kleinen Koffer, ich brauchte nicht viel.
Bei meinen Gasteltern lebten zwei ledige Töchter um die dreißig und ein Sohn, der in der Ausbildung war. Nähere Details interessierten mich mit acht Jahren nicht, alle verwöhnten mich, waren freundlich.
Im Nachbarhaus, einem Bauernhof mit mehr Kühen als bei unserer Verwandtschaft, gab es auch zwei Töchter, eine in meinem Alter, eine war etwas jünger. Wir hatten schnell Kontakt miteinander. Der Kuhstall ihrer Eltern war voller Schwalben, an der Decke entlang ein Nest neben dem anderen. Begeistert schaute ich zu, wie die Schwalben rein- und rausflogen, ohne je ihr Ziel zu verfehlen.

Immer wieder streunten wir drei durch das Dorf, es schien mir eine große und fremde Welt, und sie waren wunderbare Fremdenführerinnen. Die Straße hinauf zur Kirche kam mir wie ein Berg vor, der Weg zum alten Sendemast des SWR auf dem Schartenberg schien weit wie eine Expedition.
Außerdem gab es auf dem Ernstberg eine Höhle. Wir durften nicht allein hinein gehen, und hätten es auch nicht gewagt. Aber es war schön gruselig davon zu reden!

Kindheit war damals die Zeit, in der wir immer wieder die gleichen Dinge taten und damit ein Gespür für die Ewigkeit bekamen. Der Sommer schien endlos, und trotz aller neuen Erfahrungen war ich geborgen in den Regelmäßigkeiten meiner Umgebung. Es brauchte keine Nachfrage, um zwölf Uhr wochentags gab es Mittagessen, um neunzehn Uhr, nach der Stallarbeit, gab es Abendessen. Sonntags war erst um halb eins Essenszeit, vorher gingen alle zur Messe in die Kirche.
Klar war auch, dass ich pünktlich sein musste, es gab ja die Kirchturmuhr, oder in Rufnähe bleiben. Zu spät kommen war undenkbar.
Als Ferienkind durfte ich wochentags aufstehen, wann ich wollte, und bekam dann ein Glas Milch und ein Marmeladenbrot. Ich hatte weder Zeit noch Lust bis zum Mittag zu schlafen. Die beiden Mädels von nebenan warteten ja schon!

Es war wunderbar, dass es einen großen Bauerngarten gab, in dem ich von den Beeren naschen konnte. Es stand da auch ein großer Obstbaum, in dessen Schatten ich mit Nachbars Töchtern spielen konnte. Alte Decken und Bettlaken gaben ein wunderbares Zelt, wenn man sie zwischen Wäscheleine und Baum verknotete.
Ich erinnere mich, wie wir Möhren aus der Erde zogen, wuschen und aßen. Den Geruch der Erde, des Krautes und den wunderbaren Geschmack frischer, selbst geernteter Möhren – unübertrefflich!
Wir hatten jede eine Puppe, einige bunte Tücher, die als Decken der Puppen dienten, altes Puppengeschirr, einige Blechtassen. An manchen Tagen gab es Haferflocken mit Kakao und Zucker als Festspeise für die Puppen. Da sie nicht aufaßen, durften wir ran!
Unsere „Wohnung“ war dekoriert mit Fundstücken wie Federn, Scherben, Wiesenblumen oder ähnlichem, wir spielten Rollenspiele und tuschelten miteinander über unsere Welt.

Das Klickerspiel mit bunten Murmeln aus Ton und Glas entdeckte ich in diesem Sommer. Einfach im Hof mit der Ferse eine Kuhle in die Erde drehen und eine Handvoll Murmeln werfen. Dann mit geschicktem Schnipsen des Daumens die Murmeln in die Kuhle schubsen.
Oder wir spielten Hüpfhäuschen: fünf Quadrate längs und beim vierten Quadrat zusätzlich rechts und links je eines mit einem Stöckchen oder Stein auf die Erde gezeichnet, eine kreuzförmige Zeichnung das Ganze. Die Spielerin bekam einen Stein, den sie nacheinander in die jeweiligen Quadrate werfen musste, um diese dann zu überspringen.
Wer auf die Linie hüpfte, musste aussetzen!
Verstecken spielten wir mit anderen Jungen und Mädchen, damals gab es viele Kinder im Dorf! Am Bach stauten wir Wasser, manchmal sammelten wir Kaulquappen. Leider bestaunten wir auch Salamander, die überlebten das oft nicht.

Wir hätten gerne ein Fahrrad oder einen Roller gehabt, aber das war unerreichbar. Rollschuhe waren mir zum nächsten Geburtstag versprochen, Brettspiele rar. Es gab weder Fernsehen noch Radio für uns, erzählen ließen wir uns Geschichten von früher, wenn jemand sich Zeit nahm. Irgendwer hatte ein uraltes Märchenbuch mit Bildern, und dann gab es sonntags die Pfarrbücherei.

In jenem Sommer vor bald sechzig Jahren lernte ich viel vom Leben im Dorf, vom alltäglichen Miteinander. Montags flatterte die Wäsche auf der Leine, freitags gab es Mehlspeisen, samstags duftete frisch gebackener Sonntagskuchen durchs Haus.
Saisonale Ernährung war selbstverständlich, die pünktliche Versorgung der Kühe und Hühner war Pflicht, die Kühe hießen noch Lisa oder Berta oder Resi. Es wurde Marmelade gekocht, eingeweckt in Gläser, und Gemüse in Krautständer eingelegt

Beladen mit einigen dieser Schätze des Sommers kehrte ich heim. Beim Abschied gab es Tränen. Danach war ich übrigens trotz aller Versprechen nie mehr in den Ferien in Kirchweiler.



Mittwoch, 13. März 2019

Geheimnisse am Morgen


Dunst am Morgen


Vor lauten Bäumen
höre ich die Tiere flüstern
und erkenne
den Morgen ohne den Ruf
der Lerche:

Zeit die Sonne anzuschalten!

Es begegnen mir Fabelwesen
deren Heimat unbekannt ist.
Ich höre Lieder, deren
Komponist das Leben ist.

Was für ein wunderbarer Tag!

Dienstag, 12. März 2019

schweres leicht gemacht?





Gefangener Fels in der Landesgartenschau 2008 in Bad Rappenau, ganz viel Arbeit war es, diesen Fels in die Seile zu hängen. Ich hätte lieber darauf gesessen. 

Die Idee, etwas schweres schweben zu lassen?

Montag, 11. März 2019

sichtbare Tätigkeiten



Steine aussuchen, nebeneinander legen in Sand, Muster legen, tagelang, wochenlang schmerzende Knie, wer denkt an die Männer, die pflastern?










Sonntag, 10. März 2019

Gespäch am Nebentisch

Das ältere Paar am Nebentisch in der griechischen Gaststätte hatte sich viel zu erzählen. Der bedächtig sprechende Mann war wohl erst kurz im Ruhestand, er berichtete von seiner Verabschiedung im Büro.
Geplänkel unter ehemaligen Kollegen, die einige Jahre ältere Frau kannte die Personen, über die berichtet wurde.
Sie erzählte von ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag. Davor habe sie sich eine Lidstraffung bei einem Schönheitschirurgen gegönnt, sagte sie. Leider habe dieser die Haut zu straff angezogen, nun sehe sie, wenn sie auf eine Lampe schaue, eine Korona um die Lampe.
Das Lieblingsthema vieler Ruheständler war gefunden: Ärzte und Heilpraktiker und ihre
Handlungen.

Der Schwiegervater der Frau hatte nach dem Tod seiner Gattin einige Jahre allein gelebt.
Ihr war irgendwann aufgefallen, dass immer mehr Wertgegenstände und Bilder aus seinem Haus verschwanden. Durch beharrliches Nachfragen stellte sich heraus, dass der alte Mann diese Dinge aus Dankbarkeit seinem Arzt schenkte. Seit die Ehefrau zu Hause gepflegt werden musste kam dieser Arzt regelmäßig ins Haus, über diesen Tod hinaus. Sie spielten Schach miteinander.
Als die Schwiegertochter dies entdeckte, stand der Notartermin schon fest, dann hätte dieser Arzt alles geerbt. Sie habe den alten Mann nun unter Betreuung gestellt, sagte sie zornig.
Ihr Gegenüber erzählte, diese Vorgehensweise der Bereicherung kenne er nur von Heilpraktikern und Betreuern. Er kenne da einen Fall, da habe eine Heilpraktikerin sich über Jahre ein beträchtliches Vermögen erworben.


Freitag, 8. März 2019

Ferien, ökologisch

Ferien auf dem Land 1957


Die schönsten Ferien meiner Schulzeit verbrachte ich, ein Mädchen aus Daun, 1957 im nur etwa neun Kilometer entfernten Kirchweiler.
Ännie, die Kusine meiner Mutter, hatte gesagt, ich könne gern zu ihrer Familie in Ferien kommen. Es machte mir nichts, dass ich außer ihr, die etwa so alt war wie meine Mutter, niemanden aus der Familie kannte. Ich wollte auf einen Bauernhof mit Tieren!

Meine Eltern hatten kein Auto, so wurde ich zu Beginn der Ferien mit dem Firmenfahrzeug
von Vaters Arbeitgeber mitgenommen. Mein Gepäck war in einem kleinen Koffer, ich brauchte nicht viel.
Bei meinen Gasteltern lebten zwei ledige Töchter um die dreißig und ein Sohn, der in der Ausbildung war. Nähere Details interessierten mich mit acht Jahren nicht, alle verwöhnten mich, waren freundlich.
Im Nachbarhaus, einem Bauernhof mit mehr Kühen als bei unserer Verwandtschaft, gab es auch zwei Töchter, eine in meinem Alter, eine war etwas jünger. Wir hatten schnell Kontakt miteinander. Der Kuhstall ihrer Eltern war voller Schwalben, an der Decke entlang ein Nest neben dem anderen. Begeistert schaute ich zu, wie die Schwalben rein- und rausflogen, ohne je ihr Ziel zu verfehlen.

Immer wieder streunten wir drei durch das Dorf, es schien mir eine große und fremde Welt, und sie waren wunderbare Fremdenführerinnen. Die Straße hinauf zur Kirche kam mir wie ein Berg vor, der Weg zum alten Sendemast des SWR auf dem Schartenberg schien weit wie eine Expedition.
Außerdem gab es auf dem Ernstberg eine Höhle. Wir durften nicht allein hinein gehen, und hätten es auch nicht gewagt. Aber es war schön gruselig davon zu reden!

Kindheit war damals die Zeit, in der wir immer wieder die gleichen Dinge taten und damit ein Gespür für die Ewigkeit bekamen. Der Sommer schien endlos, und trotz aller neuen Erfahrungen war ich geborgen in den Regelmäßigkeiten meiner Umgebung. Es brauchte keine Nachfrage, um zwölf Uhr wochentags gab es Mittagessen, um neunzehn Uhr, nach der Stallarbeit, gab es Abendessen. Sonntags war erst um halb eins Essenszeit, vorher gingen alle zur Messe in die Kirche.
Klar war auch, dass ich pünktlich sein musste, es gab ja die Kirchturmuhr, oder in Rufnähe bleiben. Zu spät kommen war undenkbar.
Als Ferienkind durfte ich wochentags aufstehen, wann ich wollte, und bekam dann ein Glas Milch und ein Marmeladenbrot. Ich hatte weder Zeit noch Lust bis zum Mittag zu schlafen. Die beiden Mädels von nebenan warteten ja schon!

Es war wunderbar, dass es einen großen Bauerngarten gab, in dem ich von den Beeren naschen konnte. Es stand da auch ein großer Obstbaum, in dessen Schatten ich mit Nachbars Töchtern spielen konnte. Alte Decken und Bettlaken gaben ein wunderbares Zelt, wenn man sie zwischen Wäscheleine und Baum verknotete.
Ich erinnere mich, wie wir Möhren aus der Erde zogen, wuschen und aßen. Den Geruch der Erde, des Krautes und den wunderbaren Geschmack frischer, selbst geernteter Möhren – unübertrefflich!
Wir hatten jede eine Puppe, einige bunte Tücher, die als Decken der Puppen dienten, altes Puppengeschirr, einige Blechtassen. An manchen Tagen gab es Haferflocken mit Kakao und Zucker als Festspeise für die Puppen. Da sie nicht aufaßen, durften wir ran!
Unsere „Wohnung“ war dekoriert mit Fundstücken wie Federn, Scherben, Wiesenblumen oder ähnlichem, wir spielten Rollenspiele und tuschelten miteinander über unsere Welt.

Das Klickerspiel mit bunten Murmeln aus Ton und Glas entdeckte ich in diesem Sommer. Einfach im Hof mit der Ferse eine Kuhle in die Erde drehen und eine Handvoll Murmeln werfen. Dann mit geschicktem Schnipsen des Daumens die Murmeln in die Kuhle schupsen.
Oder wir spielten Hüpfhäuschen: fünf Quadrate längs und beim vierten Quadrat zusätzlich rechts und links je eines mit einem Stöckchen oder Stein auf die Erde gezeichnet, eine kreuzförmige Zeichnung das Ganze. Die Spielerin bekam einen Stein, den sie nacheinander in die jeweiligen Quadrate werfen musste, um diese dann zu überspringen.
Wer auf die Linie hüpfte, musste aussetzen!
Verstecken spielten wir mit anderen Jungen und Mädchen, damals gab es viele Kinder im Dorf! Am Bach stauten wir Wasser, manchmal sammelten wir Kaulquappen. Leider bestaunten wir auch Salamander, die überlebten das oft nicht.

Wir hätten gerne ein Fahrrad oder einen Roller gehabt, aber das war unerreichbar. Rollschuhe waren mir zum nächsten Geburtstag versprochen, Brettspiele rar. Es gab weder Fernsehen noch Radio für uns, erzählen ließen wir uns Geschichten von früher, wenn jemand sich Zeit nahm. Irgendwer hatte ein uraltes Märchenbuch mit Bildern, und dann gab es sonntags die Pfarrbücherei.

In jenem Sommer vor bald siebzig Jahren lernte ich viel vom Leben im Dorf, vom alltäglichen Miteinander. Montags flatterte die Wäsche auf der Leine, freitags gab es Mehlspeisen, samstags duftete frisch gebackener Sonntagskuchen durchs Haus.
Saisonale Ernährung war selbstverständlich, die pünktliche Versorgung der Kühe und Hühner war Pflicht, die Kühe hießen noch Lisa oder Berta oder Resi. Es wurde Marmelade gekocht, eingeweckt in Gläser, und Gemüse in Krautständer eingelegt

Beladen mit einigen dieser Schätze des Sommers kehrte ich heim. Beim Abschied gab es Tränen. Danach war ich übrigens trotz aller Versprechen nie mehr in den Ferien in Kirchweiler.



Donnerstag, 7. März 2019

Flug- Aschekreuz





Die Zeichen am Himmel - wie ein Aschekreuz?  Fliegen für den Spaß und Freitag demonstrieren fürs Klima? Ich verstehe es nicht, es macht mich hilflos, ändern kann ich nichts. Wenn ich Diktatorin wäre, wäre es auch nicht besser, nur anders.

Mittwoch, 6. März 2019

Geburtstagswunsch

Geburtstage nach Fünfzig

Bitte keine Dinge, die herumstehen und
abgestaubt werden müssen!
Keine Schneekugeln, steinernen Tiere
oder Bilder.

Das Leben ist voll
wie die Regale und Schränke.
Ich will die nächsten Jahre
nicht unbeweglich in der Fülle
verharren,
oder im Vergangenen ersticken.

Schenkt mir eure Zeit,
eure Freundschaft, euer Wohlwollen.

©

Montag, 4. März 2019

die fünfte Jahreszeit

Karneval am Rhein - Allaf und Helau! Der Zug geht im Graben, wg. Sturm, die Leute warten.
Und ab Aschermittwoch ist alles vorbei, Hauptsache wir behalten unseren Humor. Auch mal über sich selbst lachen befreit ungemein!

Sonntag, 3. März 2019

Gewinner

Der Jägermeister

Das Bilddokument im Geldbeutel
dargeboten wie bei der Passkontrolle,
fünfzig Mark hat es gebracht
vor zwanzig Jahren,
und freie Fahrt nach Köln.
Fünf Minuten Ruhm bei Sat eins
beseitigen nicht die Verbitterung
geschärft mit Arbeit am Band,
fruchtloser Betriebsratstätigkeit
und gescheiterter Familie.
Irgendwer muss schuldig sein
im Betrieb, in der Familie
und im Arbeitsamt,
sein Bauch schwillt:
angestaute Wut und Pils,
Verwirrung angesichts der
Reste seines glanzlosen,
verrinnenden Lebens -
das soll alles gewesen sein?

Samstag, 2. März 2019

Mindestrente?

Die Menschen mit der Minirente- demnächst spielen sie in Berlin.
Wer redet eigentlich noch davon, dass der Prozentsatz zum letzten Einkommen immer geringer wurde, von 67 % auf heute schon unter 50 %? Und dass eine durch Beitrag finanzierte Versicherung zu Leistungen herangezogen wurde, für die keine Beiträge gezahlt wurden(Spätaussiedler, DDR- Bewohner).
Ich finde es nicht gerecht, dass Beamte und Freiberufler nicht zu einem entsprechenden Beitrag für diese Leistungen herangezogen werden. Dann brauchten wir über eine Mindestrente nicht mehr reden, es wäre Geld da.
Warum redet niemand mehr darüber in der laufenden Diskussion?

Freitag, 1. März 2019

schwarze Löcher- Monster?

Schwarze Löcher sind informationsfressende Monster...“, sagte Stephan Hawking in einer spannenden Radiosendung. Sollten wir ihnen zu nahe kommen, würden wir verdampfen, ohne dies überhaupt wahrzunehmen. So könnten wir zugleich tot und lebendig sein. Er sagte auch, unser Universum sei eines von vielen, einige hätten solche Löcher, andere nicht. Nur die Universen ohne schwarze Löcher überlebten.
Wir also nicht!? Ich bin fasziniert, nichts kann ich nachprüfen, und da wird behauptet, das sei Wissenschaft. Es ist Glauben, genau wie Theologie.

So bekomme ich einen Knoten ins Hirn, und das in der wunderbaren Stadt Barcelona.


Loriots Steinlaus und anderes

  Ein kurzer Rückblick auf die Landesschau RLP, SWR Fernsehen 18.45 Uhr am 31.05. 2021:  Mit einer Wärmebildkamera zeigte Gartenexperte Wern...