Sonntag, 30. Oktober 2022

totenmaar zu allerheiligen


                                                Die Bezeichnung „Totenmaar“ stammt vom in unmittelbarer Nähe des Maars gelegenen Friedhof mit einer kleinen, teilweise aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kapelle. Dabei handelt es sich um die ehemalige Pfarrkirche von Weinfeld. Das Dorf wurde im 16. Jahrhundert (1512 letzte urkundliche Erwähnung) infolge der Pest aufgegeben. (wikipedia)

dieses maar war in meiner kindheit irgendwie mystisch, wegen der sagen und gruselgeschichten, die nicht immer einen guten ausgang hatten. wenn es damals schon wiki gegeben hätte, wäre das maar schnell entzaubert gewesen. aber wäre das besser? braucht es für kinder nicht auch geheimnisvolles, miteinander tuscheln darüber, gänsehaut bekommen und wieder beruhigt lachen?

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in vielen blogs wird über politik aus ziemlich einseitigem standpunkt lamentiert, oder alle akteure werden beschimpft. ich bin dankbar dafür, in einem land zu leben, dessen regierung in freien wahlen bestimmt werden kann. wenn nach meiner meinung falsche entscheidungen getroffen werden, gibt es viele möglichkeiten, meine meinung kundzutun. aber ich bin nicht mehrheit, die müsste ich mir suchen, um etwas zu ändern. diese beschimpfungen, dieses sogar körperliche angehen von entscheidungsträger/- innen, von polizei und sanitätern ist unerträglich. und diese situation wird nicht  besser, wenn unzufriedene sich gegen alles zusammenrufen und demonstrieren. sie könnten sich beteiligen, statt zu hetzen und unsicherheit zu verbreiten.

seien wir behutsamer miteinander, und suchen keine leithammel/- schafe, sondern denken wir selbst!



Mittwoch, 26. Oktober 2022

rätselfoto und müdigkeit


das ist nicht das foto eines geistesblitzes, aber ein spontanes experiment. ich werde nicht verraten wie es entstand. die farbigkeit gefällt mir, deren linien hätte ich lieber bunt durcheinander.

"Man spricht es nicht aus, aber die Ermüdung des Menschen am Menschen bildet das Panorama, vor dem diese Szene spielt. Die Mitwirkendenin der abendlichen Gesellschaft auf der Straße blicken erschöpft aneinander vorbei. Sie wollen nichts mehr voneinander und versprechen sich nichts davon, sich anzusehen. Sie waren schon überall. Um wo anzukommen? Ein Krakel ist Malerei, ein Geräusch ist eine Musik, ein Donnern von Effekten ist ein Film- und ich, sagen sie, und weiter?"                    Roger Willemsen, Momentum, Fischer

kommenden sonntag ist schon wieder demo gegen alles und nichts, sie machen den menschen angst mit behauptungen und unbeweisbaren aussagen. besonders schlimm finde ich die inzenierung mit den trommelschlägen, quasi ausrufezeichen nach allen paar sätzen der wortführerin.

Zeiten von Umbrüchen gab es immer wieder, und es geht uns eigentlich gut, unser Sozialsystem ist mit allen Macken immer noch ein hilfreiches. Tausende Menschen arbeiten täglich unentgeldlich für ihre Mitmenschen. Wir dürfen und müssen wählen, wir können uns auch wählen lassen, wenn wir genug Stimmen bekommen. Schauen wir rechts und links von uns, und wer Hilfe braucht sollte sich nicht schämen, sie auch einzufordern. 

Irgendwo las ich einmal, das Gelächter sei der Hoffnung letzte Waffe - lachen wir gemensam.    


Sonntag, 23. Oktober 2022

so gehts manchmal

                                            Kunstplatz Bad König, Paul A. Wagner(Breuberg)

da sitzt der punker mit seinem höllenhund, zum glück sind die zwei nicht so beweglich. und zur strafe für viele dummheiten muss er ständig seinen aus der art geschlagenen sohn betrachten: ein schöngeist, der sich mit balanchieren, singen und malen beschäftigt. 

freut mich, das leben geht immer weiter, und nicht immer so, wie mancher will.

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Die Schulen regen mich auf ohne die Schuld jemanden zuzuschieben. Keine Kunst, kein Sport, ständig Unterrichtsausfälle, dann wieder viele Arbeiten, um den Leistungsstand festzustellen. Keine Luftreingungsgeräte, Gelder in Berlin nicht abgerufen, Heizkosten bei offenen Fenstern - ich weiß nicht, wie wir aus diesem System aussteigen können.

Es erzeugt müde Schülerinnen und Schüler, frustrierte und überarbeitete Lehrer und Lehrerinnen, und einen riesigen Verwaltungsapperat, der immer neue Ideen hat. Keine Visionen wachsen da, nur Durchhalten und ...

Erfolg geht seltsame Wege

„Eines Tages kam Thomas Edison von der Schule nachhause und gab seiner Mutter einen Brief. Er sagte ihr: „Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben und sagte mir, ich solle ihn nur meiner Mutter zu lesen geben.“ Die Mutter hatte die Augen voller Tränen, als sie dem Kind laut vorlas: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und hat keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn selbst.“ Viele Jahre nach dem Tod der Mutter, Edison war inzwischen einer der größten Erfinder des Jahrhunderts, durchsuchte er eine Tages alte Familiensachen. Plötzlich stieß er in einer Schreibtischschublade auf ein zusammengefaltetes Blatt Papier. Er nahm es und öffnete es. Auf dem Blatt stand geschrieben: „Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir wollen ihn nicht mehr in unserer Schule haben.“ Edison weinte stundenlang und dann schrieb er in sein Tagebuch: „Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts.“

(Aus GEA – GehenSitzenLiegen. Nummer 92, Herbst 2019, Wien)


Donnerstag, 20. Oktober 2022

unterwegs mit karte, aber ohne geld


"Im Grunde hatten wir alle, die wir auf dem Küstenpfad unterwegs waren, etwas gemeinsam; wir waren wohl alle auf der Suche. Suchten nach der Vergangenheit oder der Zukunft, oder nach etwas, was uns fehlte.Es zog uns an den Rand der Zivilisation, auf einen StreifenWildnis, wo wir frei waren und einfach darauf warten konnten, dass die Antworten kamen  - oder eben auch nicht- , wo wir lernen konnten, das Leben, unser Leben zu akzeptieren, wie immer es auch aussehen mochte." 

Zitat aus: Der Salzpfad, Raynor Winn, Goldmann Tb

eine sehr unfreiwillige reisegeschichte, eine wanderung an der südküste englands, ein ehepaar dessen früheres leben sich aufgelöst hatte lief gegen ratlosigkeit und verzweiflung. manchmal schien der britische humor durch, manchmal wurde alles trostlos. sie berühren mich in ihrem bemühen und ich möchte ihnen helfen. ich mag kein camping und keine monatelage wanderung, aber lese immer noch und bin gespannt. die naturbeobachtungen sind wunderbar.


Freitag, 14. Oktober 2022

gegen alles und für lebendiges

 


demonstration am sonntag, steht heute als hinweis in der rhein-neckar-zeitung.  ich lese und bin total verblüfft: wer demonstriert da für oder gegen was?

" unter dem motto "kritik am status quo" lädt das bündnis x (ortsname) für freiheit und menschlichkeit" am sonntag um 14 uhr zur kundgebung und demonstration auf den marktplatz ein. willkommen sei jeder "ungeachtet von unterschiedlichen meinungen zu einzelthemen" um gegen den kurs der regierung zur bewältigung der "unterschiedlichen krisen der aktuellen zeit" zu demonstrieren, teilen die veranstalter mit." ( zitat, auch die anführungszeichen im text) 

heißt das, sie sind gegen alles? wollen sie gerne mit anderen spazieren gehen? unterschiedliche krisen gab es immer schon. verschiedene meinungen zu verschiedenen themen sind auch normal, was wollen die bündnisleute ausser sich treffen? konkrete vorschläge wären prima, vielleicht sollte ein arbeitskreis eine prioritätenliste aufstellen.

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Manchmal entspricht das Leben nicht unseren Wünschen und Erwartungen, sondern ihrem Gegenteil. Aber das bedeutet nicht, dass wir unseren Kampf oder unsere Reise aufgeben sollten. Obwohl wir nicht immer ändern können, was geschieht, können wir die Haltung wählen, die wir einnehmen, um uns dem zu stellen. So entsteht, geschieht und geht das Leben weiter, ohne unsere Erlaubnis einzuholen. Die Art und Weise, wie wir uns entscheiden, zu reisen, bestimmt unsere Stimmung und natürlich das Gesamterlebnis unserer verschiedenen Wege.         Zitat: Virginia Satir 

Das Leben ist dynamisch, ändert sich immer. In unserem persönlichen Einflussbereich können wir etwas verändern. Und ich werde mich nicht davon lähmen lassen, zu tun was ich kann. Weder von Herrn Putin, noch von anderen freilaufenden Krawalltypen. Auch sie sind sterblich, vielleicht haben sie daher soviel destruktives in sich, weil sie dies nicht glauben können.

Dienstag, 11. Oktober 2022

neue Herausforderungen


 "Martin Luther hat sich nie offiziell zur Theorie des Kopernicus geäußert. Nach Aussagen seiner Studenten soll er dem Astronomen bei einem Tischgespräch als Narren bezeichnet haben. Der Historiker Andreas Kleinert geht allerdings davon aus, dass er den neuen Ideen gleichgültig gegenüberstand oder sie einfach ignorierte.

Das ist gut nachvollziehbar, denn selbst für einen klugen Geist ist es schwer, sich eine Idee zu eigen zu machen, die das eigene Weltbild auf den Kopf stellt. Dafür braucht man zusätzlich zur Intelligenz auch noch ein gehöriges Maß an innerer Freiheit und Unsicherheitstoleranz. Man muss in der Lage sein, sich von Vorstellungen zu entfernen, an die man geglaubt hat und die einem einst Sicherheit vermittelten." aus: Natalie Knapp, Der unendliche Augenblick, Rowohlt (Seite 201/202) 

Unser Weltbild ist geprägt von dem Umfeld in dem wir aufwuchsen, schließlich wollen wir uns ja zurechtfinden und uns einbringen in die Umgebung, in der wir sind. In Zeiten von Umbrüchen, wie im Moment, müssen wir mutig neu denken, wo wir in dieser Welt stehen, was wir erwarten, was wir zu geben bereit sind. Alte Gewißheiten vieler Menschen, dass es immer Fortschritt gibt, und ein Mehr an Reisen, Geld, Wohlstand geben wird, müssen auf den Prüfstand. Und es stellt sich vielleicht heraus, das der Fortschritt anders aussieht: ein Mehr an Solidarität, eine Beachtung der Ressourcen beim eigenen Verbrauch, ein anderes Miteinander. 

Um gut durch die Veränderungen zu kommen braucht es eine andere Streitkultur, als jetzt sichbar wird. Und manchmal hilft es auch, mal gedanklich in den Schuhen des Mitmenschen zu gehen, um seine Sicht zu erfahren. 

ein Tipp zum Nachlesen: https://anundo.de/ueber-uns/    (in Mannheim, könnte aber auch anderswo sein)

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"  Dann sieh, daß Du Mensch bleibst: Mensch sein ist vor allem die Hauptsache. Und das heißt: fest und klar und heiter sein, ja heiter trotz alledem und alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche."

Rosa Luxemburg                                              

Samstag, 8. Oktober 2022

zuviel und zu wenig

 

                                                Buchstützen: Marianne Wagner, Breuberg

 Heute zu lesen in Baden-Württemberg: 

() Ab 1. Oktober 2022 gilt durch die jüngst beschlossenen Änderungen im Infektionsschutzgesetz in Alten- und Behinderteneinrichtungen die Masken- und Testpflicht. Bewohner*innen in Pflege- und Wohneinrichtungen müssen dann innerhalb der Gemeinschaftsflächen eine FFP2-Maske tragen,  ebenso wie Beschäftigte in Behindertenwerkstätten. Für Betreuungs- und Pflegepersonal besteht zudem Testpflicht unter Aufsicht. Der PARITÄTISCHE, Sozialverband VdK, Pflege- und Behinderteneinrichtungen in Baden-Württemberg kritisieren die verschärften Corona-Regelungen scharf und fordern die sofortige Aufhebung. Die Maskenpflicht ist ein massiver Verstoß gegen das Recht auf Selbstbestimmung und soziale Teilhabe der betroffenen Menschen. Die Testpflicht für Betreuungs- und Pflegepersonal ist ein Misstrauensvotum gegen die gesamte Branche.

im alltag hieße dies z.b., menschen in der tagespflege, die kein zimmer zum rückzug haben, müssen in der gesamten tageszeit maske tragen, außer beim essen. wenn sie altersbedingt längere essenspausen machen, sollte die maske wieder aufgesetzt werden? wie geht diese vorschrift mit demenzkranken? das tragen der masken bzw. das nichttragen muss dokumentiert werden, neue zettel zum abheften? neue verschwendung von zeit, die den alten menschen fehlt. was ist mit menschen, die hörgeräte tragen, diese fallen beim auf- und absetzen der FFP2- maske schnell herunter. neue arbeit für ohnehin überlastetes personal,...

das ganze ist ein weiteres bürokratiemonster von menschen, die jenseits des alltags dieser einrichtung ein komfortables eigenheim bewohnen. notwendige arbeiten können wg. personalmangel nicht erledigt werden, dafür schafft man schnell noch neue vorschriften, die überprüft werden sollen, usw., ...

wer nochmal in meinem beisein vom schützenswerten leben in den heimen oder im alter redet, erfährt meine geheimsten gedanken: wenn ihr kein geld zum heizen, kein personal und keine zeit habt, laßt uns doch einfach sterben. zur geldvermehrung von heimträgern und pharmaindustrie wollen wir nicht beitragen, wenn niemand mit uns reden kann und wir kein lächeln sehen können.

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damit ihr, meine leserinnen und leser, noch auf andere gedanken kommt, hier ein buchtipp:            Platon und Schnabeltier, Philosophie verstehen durch Witze, Goldmann TB.

ein beispiel aus der erkenntnistheorie:                                                                                                     Zur Zeit des Passahfests sitzt ein Jude im Park und verzehrt seinen Lunch. Ein Blinder setzt sich neben ihn, der Jude bietet ihm ein Stück von seinem Matzen(Fladenbrot)an. Der Blinde nimmt es, befingert es kurz und meint: "Na, so einem Mist habe ich schon lange nicht mehr gelesen."

Frage: Sollten wir eine Petition starten, dass sechs Monate keine neuen Erlasse, Gesetze und Verordnungen mehr herauskommen dürfen?  Es sollte Ruhe einkehren, altes abgearbeitet werden und Denkpausen geben. Ideal wäre, wenn Visionen entwickelt würden: Wie wollen wir leben? Was können wir tun, um möglichst vielen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen? Was müssen sie tun?

Mittwoch, 5. Oktober 2022

mausefalle

 


das ist mein beitrag zum 3. oktober, ich bin gespannt ob jemand das objekt hinter der kirmesbude erkennt. ich freue mich über eine friedliche revolution in deutschland, aber die art der umsetzung der einheit haben wir leider den bürokraten überlassen. warum gab es zum beispiel keine gemeinsame Hymne? und was wäre gewesen, wenn wir die der ddr übernommen hätten? viele existenzen wurden vernichtet, und einige haben sich goldene nasen verdient.
nun müssen wir mit dem umgehen was da ist. 
wo sind visionen von einem geänderten deutschland, in dem nicht nur die reichen reicher werden und die armen ärmer? warum keine grundrente, warum gibt es keine verbindliche sozialversicherung für alle, in die auch selbstständige, freiberufler und beamte einzahlen müssen? warum nehmen unsere politiker /-innen nachbarländer nur als beispiel, wenn es zu ungunsten der weniger vermögenden geht?
was hält uns als land ab die geschwindigkeit zu beschränken, um sprit, gas oder strom zu sparen?

es muss sich etwas ändern, es wird sich etwas ändern. die frage ist nur, ob mit oder ohne viele weitere schäden. 
finden wir als westeuropäer/ -innen aus dieser mausefalle gemeinsam? 

 


Sonntag, 2. Oktober 2022

Vergessen umsorgen


                                                       Bild : Sabine Wagner

Die Neunzigjährige

Mit zitternden Fingern glättet sie Falten auf Tischtuch und Serviette. Früh Erlerntes wird nie mehr vergessen, auch wenn das Gestern verlorengeht. Nur wenige Menschen an ihrem Tisch, jetzt endlich die Ruhe, die der Vater den acht Kindern früher befahl. Köstlichkeiten sind eine gute Suppe und eine warme Heizung oder die Sonne, warmes Wasser beim morgendlichen Waschen und ein Radio, das frohe Lieder spielt.

Einem Kind Freude bereiten und sich darüber selbst freuen können ist Gnade.

Eine eigene Welt nur für sich allein, in der der Alltagstrubel unwichtig ist, ist Glück. Die draußen vorübergehenden Menschen in neuen Zusammenhängen sehen stellt eine befriedigende Ordnung her.

Keine Zweifel, keine Angst hat Raum in ihrer Welt, wenn die wenigen Menschen um sie freundlich und fürsorglich sind.

Es braucht nicht mehr viel in ihrem Leben - aber es braucht Mitmenschen.

distanz und nähe

  "Erst im Laufe der Jahre dämmerte ihr, dass die Neurose in diesem Land an der familiären Tagesordnung ist; die Auseinandersetzung mit...