Freitag, 27. Februar 2026

 

                                                        Buchmesse Leipzig 13. März 2009

                                                             

damals konnte ich mit dem zug ohne unnötigen streß nach leipzig fahren. zum ersten mal sah ich diese verkleideten jungen leute und hatte keine ahnung, warum sie wie karneval angezogen waren, dass ja längst vorbei war. 
leider kam ich nie wieder zu dieser buchmesse in leipzig, gesundheit und familäre gründe verhinderten es. auch das reisen ist schwierig geworden, und mit der DB besonders. um sie zu nutzen, brauche ich verläßliche Reisezeiten und funktionierende toiletten und aufzüge im bahnhof. 

zum glück kann ich lesen, neue entdeckungen:

Joana Osman, Wo die Geister tanzen, C. Bertelsmann Verlag - ein berührender Roman über drei Generationen einer palästinensischen Familie in Jaffa und in der Welt. Ich lernte neue Verwicklungen der Vorgeschichte und Gegenwart kennen, die noch in Entwicklung ist. 

Insel- Bücherei: "Wenn man nachts nicht schlafen kann", viele Gedichte und kurze Texte, die mich nachdenken und dabei einschlafen lassen. Eine große Vielfalt an Autorinnen und Autoren, ein kleines Geschenk mit Nachhaltigkeit. 

Annett Gröscher, Schwebende Lasten, C.H. Beck, die Geschichte der Blumenbinderin und späteren Kranfahrerin. Das Leben einer starken Frau in Magdeburg, seit dem zweiten Weltkrieg, über die DDR- Zeit bis zur Wendezeit und Gegenwart. Das Buch zeigt auch, wie anders das Leben von Frauen eingebunden ist im jeweiligen Alltag durch ihre Geburten und die Kinder.   

Axel Hacke, Wozu wir da sind, Verlag Antje Kunstmann - ein Mann soll eine Rede zum Geburtstag einer 80-jährigen schreiben. Er, der geübt ist im Schreiben von Nachrufen, denkt nach über gelungnenes Leben, über Menschen, die ihn begleiteten oder die er verlor.  

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 Die Missachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. - Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.- Rosa Luxemburg -

                                                              

                                                                                                    Faschismus ist keine Meinung
 

 

 

 

 

 


Dienstag, 17. Februar 2026

Ausblicke von oben

  

                                                         Friedenstaube, Heiko Pippig 2025

Die Französin Adenot sprach nach der Ankunft in der Raumstation von einer "intensiven, aber sehr lustigen Reise". "Als wir das erste Mal auf die Erde geschaut haben, waren wir sprachlos. Die Erde ist von oben gesehen so schön. Man sieht keinerlei Linie, keine Grenze." Adenot ist die zweite Französin, die ins All flog. (RNZ vom 16.02.26) 

 "Zu Letzterem gehört eine detaillierte Übersicht, dass die USA mehr militärische Stützpunkte im Ausland unterhält als alle anderen Nationen zusammengezählt und insgesamt 180.000 US-Soldaten außerhalb der USA stationiert sind. Plus historische Herleitung. Alles keine Enthüllung, doch ein krasser Gegensatz zu den Erzählungen über Bedrohtheit des aktuellen Trump-Regimes." Blog :www.vorspeisenplatte.de, aus der SZ zitiert

Mein Vorschlag für die machthungrige Männerriege wäre: Die UN schenkt ihnen einen Weltraumfähre- Ausflug, damit sie die Erde von oben sehen können, ehe immer mehr Menschen unter die Erde müssen. Alternativ könnten sie auch in ein Trainingszentrum gehen und ihre Kompetenzen untereinander durch viele Spiele ausfechten. Wenn sie überhaupt spielen können, sie wollen immer gewinnen, auch wenn sie verlieren.

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übermorgen, am 19. februar, würde meine mutter 100 jahre. nie hätte sie gedacht, dass wir die jetzigen politischen verhältnisse jemals bekommen würden. sie hatte ihre jugend durch den krieg verloren und nur selten im leben war sie in urlaub. arbeiten und feiern konnte sie, ein offenes wort sprach sie nur manchmal. politisch war sie nie, sie sprach von aufgabenteilung zwischen "oben" und "unten". verstand nicht, dass auch dies politisch war. 

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Faschismus ist keine Meinung. 

 

Freitag, 13. Februar 2026

bunte tage

                                                              Foto: Ulrike Ernst, Mosbach

"Vielleicht gibt es sogar Menschen, die ein Buch tiefer lesen können als es geschrieben wurde." Roger Willemsen  - sein zehnter Todestag war am 7. Februar, seitdem sind drei Bücher aus seinem Nachlaß herausgekommen. Ich bedauere seinen Tod noch immer, seine Gedanken waren und sind mir Inspiration.

"von vielen politiker*innen kommen nur worthülsen, wortraupen, die alles wegfressen aber nicht zu schmetterlingen werden."  Luisa Francia, Blog: www.salamandra.de/

wie machen mich die politisch getriebenen wütend, die zur nächsten wahl schielen und ihre stellung sichern wollen. wie kann es sein, dass wir mit zuschauen was falsch läuft? es gibt keine umfassende lösung aller probleme, aber ganz sicher können die verantwortlichen nicht immer das gleiche tun oder herumfummeln an mißständen, ohne an die ursachen zu gehen. ich wiederhole mich, aber das ziel sollte sein, ein möglichst gutes leben für viele menschen zu ermöglichen. nicht mit geschenken, sondern mit chancen für die menschen, die sie brauchen. alle brauchen das gefühl, wahrgenommen zu werden in ihrer lebenswelt, brauchen ein erfahrung mit selbstwirksamkeit und zuversicht.

es sind immer grössere lücken, die "die da oben" von der mehrheit abheben. und damit wir beruhigt werden, gibt es gesprächskreise, befragungen, zuschüsse zu gewünschten vorhaben, warme worte ohne änderungen des gesamtproblems. bereits jetzt gehen ein drittel der unterbringungskosten von bewohnern/-innen in heimen zulasten der allgemeinheit. einer allgemeinheit, zu der die mit dem meisten vermögen prozentual am wenigsten beitragen, im verhältnis zu ihrem einkommen. 

besonders schlimm finde ich, dass die rechte partei nutznießer dieses kampfes ist. als würden sie, im falle der macht, irgendetwas für die benachteiligten tun. 

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heute ist weiberfastnacht, in der eifel liefen kinder von haus zu haus und sammelten süssigkeiten, ein mundartlied vortragend. das kann niemand mehr, oder? und die möhnen(freche weiber in bunten kleidern) sperrten die dorfstrasse und ließen autos erst gegen kleinen obulus wieder fahren. das gesammelte geld wurde später vervespert und vertrunken. es war ein bunter tag, damals in der eifel, ein feiertag für frauen und kinder.  

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Faschismus ist keine Meinung 

Samstag, 7. Februar 2026

Zuversicht entwickeln

 


  https://lemondedekitchi.blogspot.com/   schrieb in Ihrem Blog:
 
"Ich will euch, lieber Leser*innen da mit ins Boot holen, bei aller Hoffnungslosigkeit, der ich auch stundenweise zum Opfer falle. Deshalb habe ich mich letztendlich für den Beitrag von Nic Hildebrandt in ihrem  Blog fiftytwofreckles entschieden:
Die Erkenntnis ist nicht schlicht, dass die Welt schlechter wird. Sondern dass sie nie von allein besser wird. 
Und die gute Nachricht ist vielleicht, dass sie es auch nicht muss, wenn nur genug Leute aufhören zu schweigen, auf ein später zu hoffen oder auf Hilfe von irgendwem, sondern wenn sie zusammen etwas bewegen. Wir werden in der Zukunft viel mehr Bewegung von ganz normalen Leute brauchen… Grassroot Movements. Zuversicht ist nicht nur Gefühl, sondern auch eine Entscheidung, eine gemeinsame."

 Diesem Text stimme ich begeistert zu. Neben all dem anderen, was unser Leben ausmacht, braucht es auch unsere Aufmerksamkeit über unseren Zaun hinaus. Wir haben keine Wahl, wenn wir nicht Solidarität leben, gehen wir in eine Zukunft, die sich niemand wünscht. Gemeinsam erheben wir unsere Stimme, auch einzeln jeder/jede am eigenen Platz. Schaffen wir Raum für Kunst, geben wir Hilflosen Kraft zur Selbsthilfe und organisieren wir not- wendiges. Postet, redet, schreibt Leserbriefe - und seid solidarisch mit Menschen,  die angegriffen werden wegen ihrer Äusserungen. Schon in der Bibel steht, wir sollten Salz sein, nicht folgsame Schafe. Schlau seien wir, kreativ und freundlich, auch zu uns selbst.  

 

               gemeinsam unterwegs...    
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Dienstag, 3. Februar 2026

zukünftiges frühlingsgrün

                                                               Foto: Uli Boll, Manderscheid

Neues Wesen
 
Blau kommt auf
wie Mörikes leiser Harfenton.
Immer wieder
wird das so sein.
Die Leute streichen
ihre Häuser an.
Auf die verschiedenen Wände
scheint Sonne.
Jeder erwartet das.
Frühling, ja du bists!
Man kann das nachlesen.
Die grüne Hecke ist ein Zitat
aus einem unbekannten Dichter.
 
Die Leute streichen auch
ihre Familien an, die Autos,
die Boote,
Ihr neues Wesen
gefällt allgemein.
 
(Karl Krolow. In: Gedichte für einen Frühlingstag)

das bild zeigt etwas vom kommenden frühling: grün, verwirbelt, hell und ein suchbild. wir werden weiter wachsam sein müssen. wir werden aufeinander aufpassen und nicht zulassen, das unsere nachbarn die hoffnung verlieren, weil die bestimmenden sich deren leben nicht vorstellen können. immer wieder zählt die zuversicht, und wir sind auf das vertrauen in die macher/innen angewiesen.

 und dann werden wir auf den wiesen tanzen und uns die lauen frühlingslüfte um die nase wehen lassen, ich rieche die blüten. ich male mir frühling.

träumereien als es schneite am dritten februar, saukalt und glatt ist es.

 
 

männer und lurchi

"Der arabische Diktator General Fusshami war, wie es bei Tyrannen nicht selten ist, schizophren. Er beleidigte jeden und machte sich üb...