Sonntag, 10. Mai 2026

männer und lurchi


"Der arabische Diktator General Fusshami war, wie es bei Tyrannen nicht selten ist, schizophren. Er beleidigte jeden und machte sich über alle und alles lustig, war aber eine Mimose, wenn er selbst zur Zielscheibe der Satire wurde."   Rafik Schami, Mein Sternzeichen ist der Regenbogen, dtv

"Viele Männer erkranken mit fortschreitendem Alter an Testosteron- Autismus, was mit einem langsamen Schwinden der sozialen Intelligenz und einem zunehmenden Unvermögen, was zwischenmenschliche Kommunikation betrifft, einhergeht und auch das Formulieren von Gedanken beeinträchtigt."                       Olga Tokarczuk, Gesang der Fledermäuse, Kampka, sie erhielt den Nobelpreis Literatur 2018 

- soviel als kommentar zu den mächtigen dieser welt, die durch ihr dasein millionen menschen ins unglück stürzen. als wenn es nicht genug zu tun gäbe für uns alle, um unseren einzigen planeten zu erhalten. und manchmal bricht das persönliche unglück in unser leben, auch das gehört zum leben dazu.  glück suchen ist momentssache, dauerhaft kann nur sein, flexibel mit den anforderungen der tage umzugehen und mit verstand den nächsten schritt zu gehen. ja, manchmal mutig, manchmal verzagt, immer aber gehen, wie es möglich ist. 

und schauen, was in uns und um uns ist: manchmal eine wunderbarer salamander. der erinnert mich an lurchi, die figur aus dem komikbüchlein der salamander- schuhfabrik hier in baden. ich wollte als kind bücher und bekam sehr selten eines. dieses heftchen gab es nur, wenn meine mutter die teuren schuhe von salamander kaufte, tat sie nicht oft. außerdem gab es die moralische pflicht, schuhe bei der vermieterin der großeltern zu kaufen, sie war kriegerwitwe. 

die natur schenkt mir einen salamander, fotografiert von der enkelin. das ist beglückender als jedes reklame-heftchen. 

 


 

 

 

Sonntag, 3. Mai 2026

  


"Früher habe ich viele Jahre in der Jugendarbeit gearbeitet. Wieder ist für diese Sozialarbeit keine Lobby da, es gibt zu wenig Geld und Raum. In der katholischen Kirche war ich sehr engagiert, dann in der evangelischen. Heute arbeite ich nicht mehr in der Kirche, ich denke, in hundert Jahren sind sie zu Sekten geschrumpft. Das heißt nicht, dass ich nicht manchmal eine Sehnsucht nach einer Schöpferin der Welt hätte. Religion und Politik sind immer patriarchalisch geprägt, für Frauen ist kein Platz. Die Menschen finden es keinesfalls anstößig, wenn in den Abendnachrichten nur von Männern berichtet wird, die Konferenzen abhielten, von Ministern, von kriegführenden Soldaten, von Bischöfen... Nur zaghaft ändert sich das, viel zu langsam. Die wenigen Frauen mit Verantwortung verdecken vielleicht die Wirklichkeit. 

Ich wünsche mir sehr, dass die Frauen in hundert Jahren nicht nur die Hälfte der Bevölkerung wie heute stellen, sondern auch die Hälfte der Macht haben, bei Entscheidungen auch an relevanter Stelle zur Urteilsfindung beitragen. Ich denke, es fehlt der Welt die weibliche Sicht der Dinge. Es ist weder für Männer noch für Frauen gut, wenn ein Geschlecht die Macht hat.

Bis jemand diesen Brief liest, sind wieder viele Tier- und Pflanzenarten ausgestorben, viel Natur wurde dem Expansionsstreben der Menschen geopfert."

Das ist ein Ausschnitt aus einem Brief, den ich 1999 schrieb und der Stadt Rottweil übergab. Er ist mit vielen weiteren Schriftstücken anderer in einem Edelstahlkasten gelegt und vergraben worden zur Jahrhundertwende. In einhundert Jahren wird er ausgegraben und die Nachfahren der Schreiberinnen und Schreiber gesucht. Selbstverständlich gaben wir einige persönliche Daten dazu, damit das möglich ist(?). Unsere Enkel sagten, sie seien gespannt darauf, da musste ich sehr lachen, sie sind Jahrgang 1992 und 1994. Aber ich gab ihnen ein Doppelt für ihre Nachfahren. 

 

 

männer und lurchi

"Der arabische Diktator General Fusshami war, wie es bei Tyrannen nicht selten ist, schizophren. Er beleidigte jeden und machte sich üb...