Sonntag, 10. Februar 2019

Erkenntnisse - Profiwissen

Fachleute unter sich


Töpferkurs für Fortgeschrittene, zwei Tage am Wochenende, der erste Tag war lang. Nach 21 Uhr gab es kein Essen mehr im Tagungshaus in der Eifel.


Gott sei Dank war im Dorf ein Fest, in der Nähe stand das Festzelt.
Es roch vor dem Haus vermutlich besser, als es schmecken würde, trotzdem trieb mich der Hunger zum Zelt.
Ein etwa vierzigjähriger Mann stand allein am Tresen: blonde Wuschelmähne, Augen so blau wie ein Sommerhimmel. Er schaute mich freudestrahlend an als ich mich neben ihn stellte.

Ich fragte den Mann am Grill nach einem Wurstbrötchen.

Kein Problem, wenn Ihnen das leicht verbruzzelte Würstchen nichts ausmacht“, antwortete der Grillmeister hilfsbereit. Geschickt bereitete er mir mit wenigen Handgriffen einen Imbiss, wollte nicht einmal Geld dafür!

Mein Tresennachbar erkundigte sich, ob ich im Tagungshaus bei einer Fortbildung sei.
Töpferkurs“, äußerte ich kauend.

Wir unterhielten uns über Töpferscheiben und handgeformte Arbeiten.
Interessiert fragte er, welchen Brennofen ich benutzte.
Irgendwann erkundigte er sich, bei welcher Temperatur ich meine Arbeiten brenne.
1200 Grad“, antwortete ich.
Das ist aber viel, hätte ich nicht gedacht! Ich meinte, nur wir würden so hoch erhitzen“, staunte er.

Woher haben sie denn diese Erfahrung mit Brenntemperaturen?“ wollte ich wissen.

Ich arbeite im Städtischen Krematorium Darmstadt “, war seine verblüffende Antwort.




© Roswitha

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