Freitag, 6. August 2021

noch ein stacheltier und mehr

 

                                                 Pfahlbaumuseum Unteruhldingen



Der bekannte Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) schrieb in seinem Buch „Parerga und Paralipomena“ folgende Fabel:

Eine Gesellschaft von Stachelschweinen drängte sich an einem kalten Wintertage recht nahe zusammen, um durch die gegenseitige Wärme sich vor dem Erfrieren zu schützen.

Jedoch bald spürten sie die gegenseitigen Stacheln, und sie entfernten sich dann wieder voneinander.

Wenn nun das Bedürfnis der Wärme sie wieder näher zusammenbrachte, wiederholte sich jenes zweite Übel, sodass sie zwischen beiden Leiden hin- und hergeworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.

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dieses wechseln zwischen nähe und distanz ist eine lebensaufgabe im miteinander leben. in zeiten der pandemie, wie im moment, kommt noch eine weitere bedeutung hinzu. wir verkümmern ohne ein gegenüber, brauchen berührung und austausch. das fehlen verändert uns, ich spüre bei einigen menschen neues verhalten, begründet mit der angst vor krankheit und tod. die pandemie lehrte uns an unsere verletzlichkeit zu denken. lange schien es, als hätten wir alles in der hand, planbar, vorhersehbar und sicher.

wir mussten lernen. und wir hatten vergessen, dass wir ins leben geworfen werden und uns auf rutschigem untergrund befinden. 

wir müssen dringend lernen, dass immer das gleiche tun nicht immer zu den gleichen ergebnissen führt, sondern im gegenteil, irgendwann ganz falsch sein kann. alles ändert sich, wir werden auch lernen.

seien wir uns begleiter und weggefaehrtinnen, das braucht es. 

7 Kommentare:

  1. Oh ja, die Zeiten zwingen uns, wie kaum jemals zuvor, zu lernen, Nähe und Distanz einzuschätzen und hilfreich anzuwenden.
    Versuchen wir das Beste daraus zu machen, mit Respekt voreinander und mit dem möglichst richtigen Mass!
    Einen lieben Gruss,
    Brigitte

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    1. wir werden gemeinsam einen weg finden, wir üben schon. lieben gruß, roswitha

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  2. zuviel nähe kann ersticken, zuviel distanz erfrieren lassen... immer wieder ausprobieren, wie es richtig ist. mit manchen gehts mir besser aus der ferne, schon vor pan demie konnte ich es nicht ausstehen, wenn man mir zu dich auf die pelle rückt:-)...
    lieber gruß
    Sylvia

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    1. wir sind verschieden mit einem ziel: wir wollen dass mit uns friedlich und freundlich umgegangen wird, gegen vereinahmung genauso wie gegen ignoranz hat jede von uns ihren eigenen kopf im persönlichem umgang.
      lieber gruß, roswitha

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  3. Zitat des Tages
    „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, ich sage euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter“ [Lukas 12,49-53 EU; vgl. Matthäus 10,34-35 EU, Johannes 15,6 EU]
    — Jesus von Nazareth

    - https://gutezitate.com/zitate/Distanz... herzliche WE Grüße von Annette 🙏💞🌻☔🙋‍♀️

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    1. dieses zitat macht mich traurig, es hat nichts mit der "frohen botschaft" zu tun, die uns immer verkündet wurde und wird. und da man in der bibel immer für alles "für und wieder" zitate finden kann, suche ich mir aufbauenderes aus. die bibel wurde von menschen geschrieben, ich werde mich mit dieser zwietracht nicht abfinden, auch wenn sie in bibel steht.
      menschsein ist kein ponyhof, aber auch kein kriegsschauplatz, beides sind extreme, die schreibenden männer sahen es vielleicht auch anders als die nicht schreibenden frauen.
      herzliche grüsse, roswitha

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    2. POLARISATION ... Gegensätze ...WIRKLICHKEITEN ... allüberall !!!
      Ich glaube ja auch "noch" an das GUTE ...♥ *seufz* ...

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