Dienstag, 24. Oktober 2023

würde und hilfe

                                                                    
in den letzten monaten erzählen mir häufiger menschen von konflikten mit ihren erwachsenen kindern. es sind menschen über sechzig oder siebzig, die kinder sind oft selbst eltern, stehen aber meist noch im berufsleben. sie haben sorgen um ihre eltern, wollen eigentlich helfen, haben aber keine zeit, weil ihr alltag sie beschäftigt. die gefahr in dieser zeit ist, dass die eltern bevormundet werden, aus ungeduld und angst vor krankheit und tod wird ein verhalten erwartet nach den vorstellungen der kinder.  
mit dem alter werden wir vielleicht langsamer in unseren entscheidungen und wollen trotzdem selbst bestimmen. oder wir sehen uns technischen neuerungen ausgesetzt, mit denen wir noch nicht umgehen können. manchmal bleibt ein elternteil nach dem tod allein, darf er oder sie dann nicht mehr allein spazieren gehen? in den Wald gehen? darf man dinge des partners/der partnerin nach deren tod wegwerfen ohne die kinder zu fragen? alleinlebende männer werden eher hauswirtschaftlich versorgt.  bei frauen wird der wunsch nach selbstbestimmung eher kritisch gesehen und es wird versucht, ihnen eventuell vorhandenen unabhängigkeitsdrang auszureden. 
alles geschieht mit einer geste der fürsorge, als seien wir im alter wieder zu unmündigen kindern mutiert. erwachsener umgang sähe anders aus und sollte vielleicht, wie auch der umgang mit erbschafts- und geldfragen, über jahre gepflegt werden. 

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                                                     Tritt am abend vor das haus

hör den nachtgruß der vögel

lass dir von den bäumen erzählen

was sie heute sahen

atme tief durch

  • dann tritt wieder ins haus.


Vergiß bitte nicht, etwas

von der abendsonne und

den baumgeschichten

mit zu nehmen

dann träume gut!

© Roswitha   

 

13 Kommentare:

  1. Zwischen Fürsorge und Bevormundung ist die Grenze manchmal fliessend. Es ist eben gar nicht so leicht, sich in die andere Generation, die jüngere oder ältere, hineinzuversetzen.
    Am besten ist es, miteinander offen zu reden, um Unstimmigkeiten zu vermeiden.
    Tja, das ist leichter gesagt als getan, ich weiss. :--)

    Danke auch für das "Gute-Träume-Rezept" und lieben Abendgruss,
    Brigitte

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    1. liebe brigitte, du sagstr es: emphatie und offenheit helfen im umgang auch bei fürsorge- bedarf. herzlichen gruß, roswitha

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  2. Ich weiß nicht, wie es mal werden könnte, wenn ich nicht mehr fast alles allein machen kann - wie ich das schon seit Ewigkeiten mache. Die Tochter ist so weit weg und interessiert sich im Grunde genommen für nichts, und der Sohn würde nur eingreifen, wenn ich ihn dringend darum bitten muss, denn er hat den Kopf mehr als voll mit seiner Firma und der ganzen nicht klappenden Bauerei. Das ist manchmal ganz schön, weil ich es ja nicht anders gewöhnt bin - aber manchmal wären Gesprächspartner für solche Dinge auch mal ganz schön.
    Liebe Grüße zu dir von der vollkommen nüchternen Clara

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    1. liebe clara, ich hoffe sehr, du bekommst die hilfe, die du benötigst, falls es so wäre. und am meisten hoffe ich, du kannst so fortfahren wie bisher. herzlichen gruß, roswitha

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  3. Gut erfasst!meint Sonja

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    1. so dachte ich doch, ich wäre die einzige auf der Welt, der so etwas mit ihren erwachsenen Kindern geschieht, deshalb ein feines Dankeschön in deine Richtung, liebe Roswitha, von Sonja

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    2. liebe sonja, niemand redet gerne über solche dinge, mein nachfragen erstaunte und und ich bin es auch. scheint etwas mit zeitgeist zu tun haben. die kinder leben heute mehr "ihr" leben, wollen aber mitreden. und wir "alten" sollten möglichst kommentare zu ihrem leben lassen. ist nicht böse gemeint, s.o.
      herlichen gruß, roswitha

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  4. DANKE 🙏
    für's MAL WIEDER MAL AUF DEN PUNKT BRINGEN ... und für Deine wahrhaftigen Worte 👩‍❤️‍👩... so isses 😉
    mit herzlichem Mittwochs- Gruß von Annette 🍂🌻🙋‍♀️

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    1. liebe annette, ich hoffe, wir hören weiter aufeinander und finden die hilfe, die wir benötigen. herzlichen gruß, roswitha

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    2. ... 👩‍❤️‍👩

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  5. Sorge/Fürsorge,
    liebe Roswitha,
    zu zeigen und auszudrücken, in gegenseitigem Respekt und Austausch, ist etwas Gutes.
    Aber was nicht geht, ist Bevormundung und Kontrolle...
    Mit einem herzlichen Gruss
    Hausfrau Hanna


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    1. nicht jede/ jeder versteht das, glaube ich. aber sie dürfen ja lernen... herzlichen gruß, roswitha

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  6. dein engagement ist hoch und es ist sehr wichtig, da für sich selbst zu sorgen, wie du schreibst. ich kenne das auch aus familiären erfahrungen, weil ich manchmal in einen sog der sorge geriet. konsequente freundlichkeit und freundliche konsequenz halfen mir und wurden verstanden(nicht von jeder/ jedem). herzlichen gruß, roswitha

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