Freitag, 25. Juni 2021

scheinwerferlicht und stille

 

der jägermeister


das bilddokument im geldbeutel

dargeboten wie bei der passkontrolle

fünfzig mark hat es gebracht

vor zwanzig jahren

und freie fahrt nach köln.

fünf minuten ruhm bei sat eins

beseitigen nicht die verbitterung

geschärft mit arbeit am band

fruchtloser betriebsratstätigkeit

und gescheiterter familie.

irgendwer muss schuldig sein

im betrieb, in der familie

und im arbeitsamt!

sei bauch schwillt:

angestaute wut und pils,

verwirrung angesichts der

reste seines glanzlosen,

verrinnenden lebens -

das soll alles gewesen sein?

rgp

( es gab einmal einen fotowettbewerb)

manchmal möchte ich einfach ein schalter umlegen können und alles ändert sich für die menschen, die es brauchen. für einige minuten im scheinwerferlicht sind sie oft bereit viel nachteile zu akzeptieren.

laut und distanzlos scheint mir vieles, und gleichzeitig versagt den menschen in stillen momenten die stimme. 

6 Kommentare:

  1. Toller Text und tolles Bild. (Ich spüre in den Fingern, wie sich der Schalter anfühlt.)

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    1. danke, es ist zeche zollverein in essen, eine meiner lieblingsstätten. es war wohl bakelit, fühlt sich anders als neuer kunststoff an. gruß

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  2. Ach ja, diesen Schalter sucht man in vertrackten Situationen vergeblich.
    Das Schicksal lässt sich einfach nicht mit einem Schalterklick ab- oder umschalten.
    Einen lieben, nachdenklichen Gruss,
    Brigitte

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    1. wenn es manchmal so einfach wäre, aber es muss ja auch nicht alles sofort sein. gruß roswitha

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  3. In Gedanken wohl ... hatte ich hier schon gepostet... in den Internetwirrenwohl abhanden gekommen ... wie die Schalter meiner Welt ... und Scheinwerfer hab ich nie gemocht !?!

    Manchmal muss man sich
    im Leben treiben lassen
    und fröhlich warten, was auf
    einen zukommt.

    Volker Harmgardt

    Herzlichen Dienstags-Gruß von Annette

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    1. die einen mittwochsgruß zurück, lasse dich nicht verwirren im netz, wäre schade, roswitha

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