Sonntag, 15. Mai 2022

Frauen im Mittelalter und später


Die Frauenfrage im Mittelalter, Karl Bücher, 1910

Verlag H. Lauppsche Buchhandlungen, Unibibliothek Heidelberg, 

Zitate:

S 6: Das Frankfurter Stadtarchiv besitzt noch einen großen Teil der Listen, welche über die Erhebung der Vermögenssteuer (Bede) im XIV und XV Jahrhundert geführt wurden.

S. 19: Im Ganzen können wir sonach behaupten, dass im Mittelalter die Frauen von keinem Gewerbe ausgeschlossen waren, für das ihre Kräfte reichten. Sie waren berechtigt, Handwerke ordnungsgemäß zu lernen, sie als Gehilfinnen, ja selbst als Meisterinnen zu betreiben.

S. 23 : Ferner hat es während des ganzen XIV und XV Jahrhundert in den meisten Städten weibliche Ärzte gegeben. Zwischen 1389 und 1497 können in Frankfurt nicht weniger als 15 Ärztinnen nachgewiesen werden, unter diesen 4 Judenärztinnen und 3 Augenärztinnen.

Nach zahlreichen statistischen Ermittlungen welche die Jahre 1354- 1510 umfassen, machten in diesem Zeitraum die Frauen den sechsten bis den vierten Teil aller Steuerpflichtigen aus.

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Was geschah, dass die Frauen später über viele Jahre nicht mehr in diesen Berufen arbeiten konnten?

In der Medizin promovierte im deutschen Sprachraum vor rund 270 Jahren die erste Frau mit einer erkämpften Sondergenehmigung von König Friedrich der Großem 1754 in Halle. Es war Dorothea Christine Erxleben, geboren 1715 in Quedlinburg, und dort auch am 13.06.1762 gestorben. Sie arbeitete immer in der Praxis ihres Vaters, heiratete einen Witwer mit fünf Kindern, und bekam noch zwei weitere Kinder bevor sie das Studium aufnehmen konnte. 

Es ist unfassbar, was Frauen gegen alle Widerstände leisten können. In Wikipedia gibt es viel Material über sie, bekannt ist sie leider nicht.



13 Kommentare:

  1. Was wohl "Judenärztinnen" sind?
    Erstaunlich, was man hier erfährt. Besten Dank-
    Gruß von Sonja

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    1. Ja, liebe Sonja, waren diese Ärztinnen nur für Juden, oder hießen sie so, weil sie Jüdinnen waren. Ich versuche mal zu recherchieren. Gruß Roswitha

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  2. Annette Molner15. Mai 2022 um 22:52

    🌝 16. Mai 2022: Am frühen Montagmorgen um 5.29 Uhr können wir den Mai-Vollmond bestaunen, und weil diesmal auch eine totale Mondfinsternis mit einhergeht, könnten wir seine gewaltige Kraft und Energie noch heftiger als sonst spüren.

    ... Frauen sind da wohl mehr empfänglich 🙏🌝💪💃🏼
    DANKE 🤗 lb Roswitha
    für den sehr informativen Beitrag,
    herzlichste Wochenstart - Grüße von Annette 👩‍❤️‍👩

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    1. Bei uns war keine Finsternis, habe auch sonst nichts bemerkt. Will aber nichts heißen, ich schlief wie ein Murmeltier. Das bringt mir Energie. Lieben Gruß Roswitha

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  3. Ein Hoch auf die Durchhaltekraft der Frauen!
    Es lohnt sich, "am Ball" zu bleiben.
    Lieben Montagsgruss,
    Brigitte

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    1. So viele Frauen haben schon vor uns gekämpft, unter schwereren Bedingungen. Wir bleiben weiter widerständig und freundlich und klar. Gruß Roswitha

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  4. Beeindruckend,
    liebe Roswitha,
    was du schreibst und weitergibst an Informationen!
    Das wie im 'tiefsten Mittelalter' stimmt damit wohl nicht so ganz...

    Ich schliesse mich Quers 'Hoch auf die Durchhaltekraft der Frauen!'
    an und schicke einen herzlichen Gruss
    Hausfrau Hanna

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    1. Ich verstehe noch nicht, warum die Frauen sich so zurückdrängen ließen. Sie haben doch Mut und Kraft und Ideen. Lieben Gruß, Roswitha

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  5. Ein interessanter Bericht. Vielen Dank dafür.
    Schöne Grüsse
    Robert

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  6. Danke, gern geschehen, ich möchte viel mehr darüber wissen. Gruß Roswitha

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    1. kann es sein, dass ein alter Kommentar vom 20.7.2021 von mir sich irgendwo verfangen hat?

      Einen schönen Tag wünsche ich Dir
      Robert

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    2. ja, ich habe dir eine mail geschrieben, weiß nicht, warum es nicht klappte mit dem kommentar. gruß roswitha

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    3. und warum jetzt anonym dasteht weiß ich auch nicht!

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