Mittwoch, 18. Mai 2022

Zugfahren

 

                                                  Am Totenmaar

Zugfahrten in der Vulkaneifel?

Ich plante mit dem Zug nach Daun zu fahren. Im Bahnhof Heidelberg wollte ich das Ticket kaufen und stieß auf totale Unkenntnis meines Reisezieles. Es wurden Übersichtskarten angeschaut, dann sagte der Eisenbahner: Bahntechnisch ist in der Eifel ein Loch, es gibt keine Zugverbindung nach Daun. Es gebe die Möglichkeit mit dem Zug nach Koblenz zu fahren und von dort mit dem Bus über Ulmen nach Daun. Dieser Bus fuhr zwar nicht oft, aber er fuhr.

So fuhr ich umständlich nach Daun in einer Zeit, in der ich mit anderen Zügen fast am Mittelmeer gewesen wäre. Wenn ich mich richtig erinnere, klappte dies nur wochentags. Warum ließ sich ein Kurort so von einem funktionierenden Bahnnetz abschneiden? Die Autobahn A 48 wurde in den sechziger und siebziger Jahren gebaut. Danach war Baubeginn der A 1 durch die Eifel von Trier über das Vulkaneifeldreieck Richtung Köln. Diese Autobahn endet seit Jahrzehnten im Nirgendwo, es fehlen ca. zwanzig Kilometer! Wann ändert sich das?

Seit den sechziger Jahren wurden immer mehr Einrichtungen der Deutschen Bahn entfernt, Schienenstränge und Brücken wurden abgebaut, Bahnhöfe verkauft. Übrig blieb die Bahnstrecke Trier- Ehrang über Kyllburg, Mürlenbach und Gerolstein nach Köln. Diese ist mindestens bis Ende 2022 wegen des Ahr- Hochwassers 2021 gesperrt. Die einzige fahrbare Strecke aus der Eifel ist ab Cochem(Mosel) nach Koblenz oder Trier.

Es mag noch einige Schienenwege geben, die befahrbar wären, wenn es den Willen dazu gäbe. Zum Beispiel gibt es eine Bahnstrecke, die sogenannte Eifelquerbahn, von Gerolstein über Daun und Ulmen nach Kaisersesch, von dort kann man mit dem Zug bis Andernach fahren.

In anderen Ferienregionen fahren auf solchen Nebenstrecken gut besuchte Schienenbusse, die alten roten Triebwagen. Oft werden sie von Vereinen betrieben, aber es gibt auch andere Betreibermodelle. Um den regionalen Tourismus zu fördern schließen sich Orte an der Strecke zusammen. Der hiesige Verkehrsverbund Region Trier wäre ja vielleicht interessiert. Bahnfahren in der Eifel, das wäre mein Traum. Über das Lockangebot zur Entschädigung für die Energiekosten kann man hier nur lachen(oder weinen?). Immerhin hat die Erkundung dieser Strecke bereits über 500 000,- Euro Gutachten gekostet.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Muße und Langsamkeit

 " Weshalb ist das Vergnügen an der Langsamkeit verschwunden? Ach, wo sind sie, die Flaneure von einst? Wo sind sie, die faulen Bursche...