Samstag, 3. Dezember 2022

dezember- gedanken


Ich empfehle der Friedenskonferenz den Tisch meiner Großmutter, die, am Tisch sitzend, das Gezänk mit dem Großvater jäh unterbach, indem sie die Hand ausstreckte und wartete, bis die andere Hand, die große des Mannes, sich, wenn auch zögernd, näher heranschob- diesen Tisch aus schlechtem fichtenen Holz und alt wie das faltige Lächeln der Großmutter, ihn empfehl ich.

Rudolf Otto Wiemer (24. März 1905 - 5. Juni 1998) war ein deutschsprachiger Lyriker, Puppenspieler und Pädagoge.

                                                    -----------------------------------------

              der verlorene mensch

einen bleistift kann man verlieren,

manche verlieren ihre schlüssel.

aber einen menschen?

was bedeutet das?

und wenn er es nur selbst spürt?

ist er dann weniger verloren

oder mehr?

zum 2. adventssonntag auch einen alten text von mir, ich wünsche euch allen freude und gelassenheit. 

nachtrag am 4.1.22:

in der wochenendbeilage der rhein-neckar-zeitung ist ein spannender artikel von ute teubner über die auswirkung der beteiligung von frauen bei verhandlungen über klima, kriege oder pandemien. feminismus ist ein demokratieprojekt, schreibt sie. sie berichetet über den report des weltwirtschaftsforums 2022(wef). dessen fazit: wenn die entwicklung im bisherigen tempo weitergeht, braucht es bis zur gleichstellung der frauen weltweit noch 132 jahre. 

"die chancen, dass ein friedensabkommen mindestens zwei jahre hält, steigen um 20 prozent, wenn frauen aktiv an den verhandlungen beteiligt sind; zudem ist es ... wahrscheinlicher, dass getroffene vereinbarungen auch umgesetzt werden."  

und da sitzt putin allein an seinem riesentisch, die männeriegen überall sind von keinem zweifel an ihrem tun befallen. und frauen sind ihre mütter, ehefrauen, geliebten, schwestern und halten ihnen mit ihrer arbeit den rücken frei, kochen, waschen ihre kleidung, putzen...

8 Kommentare:

  1. Die Empfehlung möge ankommen und uns wünsche ich, dass wir uns möglichst nicht verlieren.
    Einen lieben Gruss zum 2. Advent,
    Brigitte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe brigitte, schön immer wieder von dir zu lesen. danke, herzlichen gruß, roswitha

      Löschen
  2. Das mit dem Tisch und dem Entgegenkommen deiner Großmutter ihrem Mann gegenüber ist sehr schön - doch die Weltpolitik ist 100 mal (oder mehr) aggressiver als der Großvater, denke ich jedenfalls. - Und außerdem gibt es gerade in der Politik so viele Frauen, so ich nicht unbedingt sage, dass sie die Sache durch ihre Politik verbessern.
    Schöne Adventsgrüße zu dir, liebe Roswitha

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe clara, aus eigener erfahrung weiß ich, dass der druck auf andersdenkende frauen groß ist, und sie verfügten lange über keine netzwerke. ich war 2 wahlperioden gemeinderätin als einzige frau im gremium. um in der politik aufzusteigen braucht es die parteien, und da gibt es festgezurrte positionen von männern. außerdem wählen frauen nicht frauen, weil sonst mehr da wären. und jetzt sage bitte nicht, es gäbe keine geeigneten frauen, denn die nullnummern gibt es auch bei männern, wenn es dann so wäre. frauen durch die parteimühle gedreht verlieren leider auch. herzlichen gruß, roswitha

      Löschen
  3. DANKE 🙏
    lb Roswitha 👩‍❤️‍👩

    ... für den nachdenklichen Beitrag 🤔

    "Lass dich nicht unterkriegen, sie frech und wild und wunderbar!“

    Astrid Lindgren (Schriftstellerin) 💔

    Herzlichsten Wochenstart Gruß...
    and 💓 I do my very best 🤗


    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ich hoffe, liebe annette, du hast eine angenehme woche, und bald ist weihnachten! du freust dich, weiß roswitha

      Löschen
  4. liebe/-r c stern, bei clara oben habe ich kurz deinen passenden ausführung noch wenig hinzugeführt, es ist schwierig, als frau einen ungewohnten standpunkt vorzutragen, es verblüffte die männer und regte an. diese verstecken sich gerne hinter: das war immer so, ... herzlichen gruß, roswitha

    AntwortenLöschen
  5. Es ist überhaupt nicht überraschend, dass wir gleiche Erkenntnisse gewonnen haben, liebe Roswitha.
    Wenn Frauen tough sind und trotzdem weiblich bleiben, sind sie sehr häufig auch anderen Frauen ein Dorn im Auge: Statt Solidarität erlebe ich Zusammenrottungen von neidischen? Frauen mit seltsamen Männern. Schade!
    Herzliche Grüße, C Stern

    AntwortenLöschen

distanz und nähe

  "Erst im Laufe der Jahre dämmerte ihr, dass die Neurose in diesem Land an der familiären Tagesordnung ist; die Auseinandersetzung mit...