Dienstag, 18. April 2023

identitäten im wandel

 

                                                              Paul A. Wagner, Bildhauer

                             

                   Transvestit

                    Meine blutroten Lippen sind Signal

                    des Triumpfes über das Getrenntsein.


über zwanzig jahre sind diese figur und mein text alt. das wissen über geschlechterprägung und der umgang mit menschen, die sich nicht heimisch fühlen in ihrem körper, hat sich verändert. leider gibt es immer noch gelegentlich schlimme anfeindungen, körperliche gewalt und diskriminierung. auch ehe für alle ändert daran nichts.

es wäre auch an der zeit zu lernen. lasst uns doch freundlich miteinander umgehen, wenn mir etwas fremd ist, dann muss ich nicht enge freundschaft schliessen. aber die welt ist bunt und für alle sollte überall platz sein wenn sie niemanden zum opfer machen. 

heute abend sah ich einen bericht im hr, dort wurde gesagt, die verurteilungen wegen des § 175 hatten sich von 1949 bis zur ersten änderung 1969 mehr als verdoppelt gegenüber der nazizeit. es wurden  ganz üble praktiken der sittenpolizei berichtet. und die alten männer dauerten mich. einer war wegen verstosses gegen § 175 zu sechs monaten gefängnis verurteilt worden, mit vier jahren bewährung(er liebte einen mann), durfte nur mit mördern und anderen schwerverbrechern zum hofgang. er hat noch nach jahrzehnten ein trauma. auch die alten frauen(in meinem alter etwa) bewegten mich mit ihren berichten. und der alte richter, dem seine damaligen urteile leidtaten, er litt offensichtlich.

https://www.hr.de/presse/der-hr/2023/doku-queertopia-in-der-ard-mediathek-v1,doku-queertopia-ard-mediathek-100.html  




8 Kommentare:

  1. Liebe Roswitha,
    wieder bin ich fasziniert, wie sich Dein Beitrag mit aktuellen Ereignissen in Verbindung bringen lässt.
    Unsere bunte Gesellschaft beschäftigt mich auch immer wieder, vor ein paar Tagen gab es in der legendären Türkis Rosa Lila Villa in Wien eine Lesung für Kinder - von einer Drag Queen. Indoor ca. 40 Menschen, die zur Lesung gekommen waren, vor den Toren der Villa Identitäre und erzkonservative Christ*innen, die sich gemeinsam in Rage gegen die Lesung brachten. Eine linke Gruppierung bildete einen Schutzwall vor den aufgebrachten Leuten. Dazu waren hunderte Beamt*innen nötig, die eine Eskalation verhindern sollten, direkt vor Ort und in Bereitschaft.
    Es schüttelt mich vor Fremdschämen, wie nahe sich diese ultrarechten Krawaller und die Erzkonservativen in ihren menschenverachtenden Überzeugungen sind - vor IHNEN müssen Kinder geschützt werden, nicht vor harmlosen Drag Queens, die noch dazu Märchen lesen, die Kinder in ihrem sozialen Denken und Handeln bestärken können.

    Auch das Schicksal von Intersexuellen beschäftigt mich immer wieder, in Ö sind da wichtige Gesetze auf den Weg gebracht worden. Furchtbare geschlechtsangleichende OP's haben in der Vergangenheit immer wieder viel Schmerz und Zerstörung von Menschenleben gebracht, weil falsche Entscheidungen von Eltern und Ärzten getroffen wurden. Dazu gibt es auch eine sehr gute Doku, Elisabeth Scharang's "Tintenfischalarm".
    Aus psychologischer und ethischer Sicht ist es keineswegs vertretbar, wenn Eltern und Ärzte solche Entscheidungen für ein Kind treffen.

    Ja, das sind sehr wichtige Themen - wie so viele andere auch.
    Meinen herzlichen Dank an Dich dafür, dass Du an all diese immer wieder deutlich erinnerst!
    Liebe Grüße, C Stern

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    1. kennst du, liebe/-r c stern, den biologen rupert sheldrake? er hat in einem buch darüber geschrieben, dass manchmal ein zeitpunkt für eine erkenntnis gekommen ist. dann gibt es
      entdeckungen in verschiedenen ecken der erde. so scheint es auch mit dem film in hr und der veranstaltung in wien zu sein: die zeit ist gekommen zu diesen denkanstössen. herzliche grüsse, roswitha

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    2. Liebe Roswitha,
      Rupert Sheldrake, diesen Namen habe ich wohl schon gehört. Es klingelt leise in meiner Erinnerungsecke ... Aber noch nichts bewusst weiter von oder über ihn gelesen. Allerdings habe ich schon von der von Dir angeführten Theorie gehört - und kann mir demnach auch vorstellen, dass sie auch von vielen abgelehnt wird, ich habe mich gerade ein bisschen in Sheldrakes Arbeit eingelesen.
      So ist es mit vielem, womit sich Menschen nicht beschäftigen wollen - weit weg schieben sie es, was einem unerklärlich ist oder sogar Ängste weckt. Eines dieser Themen ist der Tod, mit dem ich mich derzeit intensiver anlässlich eines tollen Seminares (im Rahmen meines Berufes) beschäftige. Ich habe sehr Anregendes gehört und gelesen und bin dabei, einen neuen Beitrag zu erstellen.
      Herzliche Grüße, C Stern

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  2. Guten Morgen (ein wenig spät), liebe Roswitha, ich habe jetzt lange Zeit in der Hessen-Mediathek gesucht (am 17. und 18.4.), ob ich diesen Beitrag finde, bin aber nicht erfolgreich gewesen.
    In der Großstadt findet man ja sicher noch viel mehr Menschen, die nicht dem "Normalo-Ideal" entsprechen. Warum ist es nicht möglich, Leute in ihrer reinen Privatsphäre so leben zu lassen, wie sie wollen - das geht NIEMAND etwas an, außer, es ist wirklich strafrechtlich und Kinder sind unter Zwang einbezogen worden. - Doch da hat ja die katholische Kirche "hervorragend" vorgemacht, wie MANN oder BISCHOF oder KARDINAL reagiert, damit alles schön unter den Teppich gekehrt wird.
    Manchmal könnte wirklich viel mehr ko...., als ich beim besten Willen essen könnte.
    Einen schönen Tag wünscht dir Clara

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    1. liebe clara, du hast recht und dein umgang mit unbekannten dingen sollte für alle selbstverständlich sein. danke für deine kommentare, mit deiner haltung musst du auch nicht alles anschauen, die zeit ist begrenzt für tv. herzlichen gruß und gute wünsche für den tag, roswitha

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  3. DAnke, Roswitha, die erste Folge habe ich mir - im Schnelldurchlauf - auf dem Computer angesehen. Da es mich doch nicht so richtig betrifft, weiß ich noch nicht genau, ob ich mir die drei anderen auch ansehen werde.

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  4. lasst uns doch freundlich miteinander umgehen... diesen satz nehme ich mit in den tag. manchmal reicht es doch, es einfach zu sein, ein lächeln zu verschenken, eines aufzufangen und zu erwidern. was ist schon fremd? was manchem fremd erscheint, kann angst entstehen lassen. und abwehr. und schlimmeres. den bericht hab ich nicht gesehen, schaute etwas über, wie es früher genannt wurde, Outsiderart. zum glück wird auch in diesem bereich das einkasteln in bequeme schubladen inzwischen gelassen, wie gut!
    danke, Roswitha!
    einen feinen tag wünsche ich
    Sylvia

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    1. liebe sylvia, so gehen wir freundlich mit uns und anderen um, das ändert viel. vielleicht sind wir teilnehmerinnen einer initiative gegen angst und für toleranz und miteinander. die schubladen sind mir seit brechts geschichten von herrn k. gruselig. habe einen gelungenen tag, herzlichen gruß, roswitha

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