Was wird?
"Wenn wir es mit einem Geschöpf Satans zu tun haben, müssen wir gegen Satan Krieg führen. Das heutige Europa in seiner gegenwärtigen Form ist eine Schöpfung des Satans, und dies ist ein Heiliger Krieg."
Dieses Zitat geht mir seit einigen Tagen nicht aus dem Sinn. Es erinnert mich daran, wie zerbrechlich unser Friede ist, welches Geschenk das Aufwachsen in einer Zeit ohne Krieg ist. Und es ist nichts gewonnen, würden wir wie ängstliche Karnickel vor einer Schlange verharren, unfähig des Denkens und Handelns. Es sind "allüberall" in dieser Weihnachtszeit nicht die Tannenspitzen, die unsere Aufmerksamkeit fordern, sondern machtgeile alte Männer. Was ist geschehen, ehe es zu diesem Zustand kam?
Waren wir blind für alles außer der Maximierung der Gewinne und Rekorde, blind auch gegenüber den Schäden in den Ländern, die sich abgehangen fühlen gegenüber Europa? Sind deren Drohgebärden entstanden aus Neid oder aus Unvermögen? Die Erde ist unserer aller einziger Lebensraum.
Einige der Astronauten "haben für diese Erfahrung das alte Wort "Ehrfurcht " verwendet, haben im Angesicht der unendlich empfimdlichen Hülle der Biosphäre von "Respekt" und "Achtung" vor der Schöpfung ... gesprochen, haben aus diesem Erleben ein Gefühl der Verantwortung abgeleitet und sich in einer tieferen Bedeutung als "Erdenbürger" erkannt. (Roger Willemsen, Wer wir Waren, Fischer, 2016)
Es klappt leider nicht, diese alten Männer zur Weltumrundung zu zwingen. Was führt uns weiter?
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gelesen haben ich unter anderem:
Helga Schubert, Luft zum Leben, DTV 2025 : Vom Einverstandensein mit dem Leben, so, wie es ist(Klappentext). Ein Buch, das mir auch neue Details übers Schreiben in der DDR nahebringt, zum Teil nicht nachvollziehbare Schikanen. Besonders der Versuch eines Interviews in Moskau mit einer Primaballerina, den ich wunderbar lakonisch beschrieben finde.
Linde Unrein, ARABESKENWERK, Königshausen & Neumann, 2024: Köstliche und überraschende Beobachtungen einer alternden Psychiaterin im ungewohnten Umfeld. Es geht auch um Vergänglichkeit und die Schuld der modernen Gesellschaft Europas. Vierzehn Tage in der Neubausiedlung in Stadtnähe.

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