Dienstag, 28. Juli 2026

kinder und zukunft


 die geburtenrate in D ist niedrig wie seit jahrzehnten nicht. gleichzeitig beklagen die politiker/-innen diesen umstand parallel zu neuen sparmaßnahmen gerade im bereich von kinder- und jugendförderung. mehr als siebzig kürzungsforderungen aus dem bundeskanzleramt wurden bekannt. jetzt hoffen die verbände des paritätischen wohlfahrtsverbandes dass das letzte wort zu diesen kürzungen noch nicht gesprochen wurde. jahrelange aufbauarbeit soll "in die tonne gekloppt" werden.

völlig unverständlich ist mir, wie es 52 % unterhaltspflichtiger eltern(meist väter) gelingen kann, sich vor zahlungen ganz(35%) oder teilweise zu drücken. jede(r) erwachsene hat eine steuernummer, es gibt sozialversicherungen und diverse andere listen, die neben der volkszählung menschen in unserem land erfassen. warum wird dieser personenkreis nicht verfolgt? die konsequenz kann doch nicht sein, alleinerziehenden für kinder über sechzehn jahren den von den kommunen vorgeschossenen unterhalt zu versagen, ausgerechnet der gruppe, die meist von armut bedroht ist. 

wir sind keine kinderfreundliche gesellschaft. wir öffnen die schere zwischen gutgestellten und armen familien und alleinstehenden immer weiter. demokratie hat mit teilnehmen zu tun, bitte macht mit.

                                        

Christian Morgenstern:
Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;
kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Denn zu fragen ist

nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier. 


 

 

Mittwoch, 22. Juli 2026

weitere Reisen und Reisende

                                                    -    die sonne geht auf ihre nachtreise - 

Ach, ich trage mein Herz mit mir herum

wie ein nördliches Land den Keim einer Südfrucht.

Heinrich von Kleist

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auch schwarzfahrende sind reisende, sie fahren an der grenze des erlaubten, knapp darüber. und was ist mit den pflanzen, die zu uns kommen? man nennt sie einwandernde, wie die waschbären und die asiatische wespe. raumfordernde tiere und pflanzen kommen um zu bleiben. ein graus für die sortierer und zählenden, erschrecken auf einheimischer und zugewanderter seite überall. 

das leben ist insgesamt nicht so einfach planbar: du fährst um die halbe welt und triffst dich selbst, du steigst in einen zug und er fährt ab von der vorgesehenen strecke in eine fremde stadt.

manche suchen das vertraute in der fremde, andere suchen fremdes im vertrauten. unsere welt ist weit...

 

 

 

  

Donnerstag, 16. Juli 2026

Reisen

                                                Mohnfeld in Frankreich : Uli Boll

reisezeit ist, und die nicht reisenden reisen vielleicht in gedanken ebenso. als unser freund mir dieses bild schickte waren meine erinnerungen sofort in frankreich. den schönsten nachthimmel erlebte ich auf einer wiese liegend weitab jeder stadt in burgund. der himmel so weit und die sterne so nah.

wann sah ich zuletzt ein mohnfeld? als zwischensaat einmal neben einem friedhof hier in baden. wild gewachsen an der bahnstrecke nach florenz. ich war müde von der viele stunden dauernden zugfahrt, hatte gerade die schweiz verlassen. dann gab es wilden mohn entlang der schienen, eine unerwartete schönheit  erfreute mich. als sei in der schweiz an den gleisen unkrautvernichter gesprüht worden, der kontrast war  sehr augenfällig. 

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 Gedankenreise, Auszug: 

Die Hängematte schaukelt im Baum,

der Wind streichelt dich,

die Sonne wärmt den Wind.

Der Baum wurzelt tief in der Erde,

bekommt Nahrung und Wasser aus ihr.

Die Erde nährt auch dich.


Ruhe, Wärme und Wohlgefühl

lassen dich ruhig atmen.

Es atmet in dir, ohne dein Zutun.

Du bist Teil der dich umgebenden Natur.

Du bist da wie der Apfelbaum,

die Vögel und Insekten, die Sonne.


Du atmest ruhig, ohne Anstrengung,

wirst gewärmt und gestreichelt.

Deine Sinne sind wach

und du bist ganz entspannt im Hier und Jetzt.

Kleine Wolken ziehen am Himmel,

reisen woanders hin, du bleibst.

- Roswitha - 

                                         
 

Samstag, 11. Juli 2026

Kölner Dom und so weiter


die menschen fotografieren, schauen sie auch? ich stelle mir den stolz der handwerker vor, die dieses gebäude fertig sahen. 

Der Kölner Dom hatte eine Bauzeit von 632 Jahren (1248 bis 1880). Grundsteinlegung am 15. August 1248 unter Erzbischof Konrad von Hochstaden. Von 1528 bis 1823 ruhten die Arbeiten für fast 300 Jahre. Der Dom war in dieser Zeit ein unvollendetes Provisorium. Nach Wiederaufnahme der Bauarbeiten (1842) wurde der Dom am 15. Oktober 1880 im Beisein von Kaiser Wilhelm I. vollendet.
die meisten der handwerker und planer sahen ihr werk nach der bauphase nie, es gab zeichnungen und pläne, aber diese unterlagen waren ja nicht jedem zugänglich. wieviel mut gehörte dazu, voller vertrauen auf ein ziel diesen bau zu beginnen?
da kann man den berliner hauptbahnhof oder den stuttgarter bahnhof mit ihren langen planungs- und bauzeiten vernachlässigen. ob die handwerker hinterher stolz auf ihre arbeit sein werden? 
seit diesem monat kostet die besichtigung 12 €, ermäßigt 6 €, die kosten der instandhaltung und reinigung und aufsicht verlangten es. wer beten will, kann am nebeneingang kostenfrei eintreten. 
da fällt mir eine geschichte von josef reding ein, die während der rassentrennung in den US- südstaaten spielte, hier verkürzt erzählt: 
eine dunkelhäutige frau geht im seitenschiff der kirche. da kommt ein rassist und schnauzt sie an, wieso sie in dieser für weiße vorbehaltenen kirche sei. sie sagt, sie putze nur. da sagte der rassist, sie solle keinesfalls beten in dieser kirche.
 

 

Sonntag, 5. Juli 2026

von technik und nachtgrüssen

 


wir haben eine neuerung in unserem haushalt, mitgebracht von einer enkelin. sie sah mich immer wieder, wie ich mit unserem radio kämpfte und schwierigkeiten bei der sendersuche hatte.


sie schenkte mir eine blaue kugel, etwas größer als ein tennisball, mit blinkendem fuß. wenn ich die kugel beim namen rufe, blinkt sie und sucht das gewünschte in sekundenschnelle. es ist für mich unfassbar, in welchem tempo ich einen sender, den wetterbericht oder ein bestimmtes musikstück hören kann. auch aus größerer entfernung versteht sie mich. sie findet popmusik, die andere kaum kennen, weil sie über fünfzig jahre alt ist und nie mehr im radio gespielt wird. ich teste ihre fähigkeiten und fand bisher nur eine musikgruppe, die sie nicht liefern konnte: elster silberflug. es sei ihr verziehen, diese gruppe hatte hauptsächlich regionale bedeutung und gehört zur sparte folksongs.


so konnte ich gestern von den beatles bis donovan, melanie oder bob dylan songs hören, auch mittelalterliche gesänge oder bach kamen problemlos und in besserer tonqualität als vom PC. ich starrte diese wunderkugel an, wie geht das, wo liegt der fehler? klar müssen strom und w-lan vorhanden sein, aber das ist ja beim radio auch so.

störend empfand ich den hinweis auf den verkäufer, die bei jeder änderung neu kam, das ist eine reklame für diese weltweite firma. wenn ich einfach radio höre, entfällt dies natürlich.

und sie verlangt ausdrücklich eine persönliche ansprache, ehe sie etwas neues einspielt, ich muß sie mit namen ansprechen. als ich mein musikprogramm beendete und so vor mich hinredete: alexa, nun ist schluß, kam aus dem lautsprecher:               a guats nächtle!

ich bin erschüttert, dieses ami-spielzeug kann reden wie meine freundin von der rauhen alb.

wie kann ich ihren namen ändern? ich will keine alexa. 

Freitag, 3. Juli 2026

bunte treffen statt grauschleier

                                                             Foto: Ulrike Ernst, Mosbach

die welt ist bunt, auch wenn es auf die jeweilige perspektive ankommt. unser blickfeld wird von der eigenen wahrnehmung begrenzt. und diese ist nicht zu allen zeiten oder jahreszeiten oder umständen gleich. 

wir müssen oder sollten uns immer neu orientieren, wie wir uns und die welt sehen. im laufe der jahre gibt es grundsätzliche gedanken, ethische normen oder überzeugungen, alles spielt eine rolle. 

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vor ein paar tagen sah ich im tv große gruppen von stadtmenschen verschiedenen alters, sie passten scheinbar nicht in eine gruppe, sportliche wie mehrgewichtige, mit turnschuhen oder im büro-outfit. alle treffen sich monatlich zu einem gemeinsamen spaziergang, weit über einhundert menschen. einer hatte dazu eingeladen, es werden jeden monat mehr, die redend und ohne handy durch einen park spazierengehen. 

stuttgart gibt es einen termin, da sitzen verschiedene sich fremde menschen gemeinsam in einem raum und jeder/jede liest in einem anderen buch, das heißt lesetreff. es können eigene bücher mitgebracht werden, aber es gibt auch einen kleinen vorrat im raum.

beides sind für mich erstaunliche und freudige entwicklungen, zeigen sie doch, es besteht ein bedarf am miteinander. raus aus der vereinzelung der großstadtmenschen, hin zum zunächst unverbindlichen treffen und kennenlernen von mitmenschen.

zum glück braucht es keine große unglücke, damit das stattfindet. so etwas sollten wir überall anregen, in manchen orten gibt es eine "schwätzbank" mit schild. wer da sitzt, will sich gerne unterhalten. es gibt offene handarbeitstreffen in Hinterzimmern von geschäften.

gibt es ähnliches auch für männer? basteltreff mit fahrrädern? mit elektroeisenbahnen? 

kommen wir miteinander ins gespräch... 


 

wechselbäder

             Bahnhof Neckarelz   https://www.mosbach.de/jubilaeum/graffiti+festival+mosbach es gibt eine bunte vielfalt bei den darstellunge...