Freitag, 26. Juni 2026
der sommer gibt auch bücher
Montag, 22. Juni 2026
winterbild zum abkühlen
der alte spruch: kommt zeit, kommt rat - er fordert uns ganz schön. und wenn unsere fachfrau für heizungen/ energie nicht für vorräte sorgt, dann können wir im winter vielleicht auch das gegenteil der hitze erfahren.
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S.102 "Alles, was man nicht wahrhaben will
und verdrängt, jeder Konflikt, der geleugnet und nicht offen
angesprochen wird - in einer Kultur ebenso wie im Leben jedes
Einzelnen - sucht sich ein Ventil und kehrt sich schließlich in
teuflischer Verkleidung gegen das Leben, gewaltsam und
vernichtend."
Connie
Palmen, 1955, niederländische Autorin,
aus 'Du sagst es'
Mittwoch, 17. Juni 2026
ACHTHUNDERTFÜNFZIG
trotzdem macht mir das schreiben freude, beschäftigt meine gedanken über den alltag hinaus. dieser ist wahrhaftig nicht einfach, aber es ist meiner, und ich nehme die herausforderungen meist an. immer wieder bin ich erstaunt, wenn ich etwas erlebtes erzähle und beim nachdenken feststelle: oh gott, das ist ja schon vierzig oder fünfzig jahre her. für mich ist es wie gestern, dazu kommen aber immer neue dinge im alltag, die es damals nicht gab. in der politik gibt es eindeutig einen rückschritt bei vielem. der freiheitsgedanke war schon einmal weiter, inzwischen hat oft die wirtschaftsmacht oder ein taktieren um vorherrschaft bei gremien und parteien zugenommen. das schränkt die spielräume der handelnden ein, ich freue mich über alle, die noch mut haben und weiter denken. oft schrieb ich, dass wir utopien brauchen, um ziele zu finden.
so wünsche ich zum wiederholten mal änderungen, sehne mich nach der aufbruchstimmung der späten sechziger jahre. damals hatte ich auch zuversicht, dass eine gerechtere welt möglich sei.
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Wahrscheinlich hat der Geist jedes Menschen einen Platz in der Zeit
zugewiesen bekommen: Einige sind für das, andere für jenes Zeitalter
geboren. - virginia woolf-
- mein blick vom schreibtisch, jetzt duftet die linde -
Freitag, 12. Juni 2026
gelber tüll und buchstaben- mut
der weg ist vorgegeben, man könnte ihn aber in beide richtungen gehen. nach links gibt es keinen zaun: ist das versuchung vom weg abzuweichen?
der rechte stacheldrahtzaun hielte mich heute ab. vor siebzig jahren hatte ich einen zitronengelben petticoat aus zartem tüll. sehr stolz war ich, aber leider verhielt ich mich nicht "mädchenhaft" für diese kleidung. ich kroch zwischen zwei gespannten drähten aus stacheldraht auf die wiese. warum weiß ich nicht mehr, vielleicht wollte ich blumen pflücken.
viele kleine risse im tüll gab es, auch im kleid einige wenige. heulend lief ich zu meiner tante rola und sie reparierte mir unter vielem schimpfen mein schmuckstück. es dauerte einige zeit, ehe meine mutter die fehlstellen bemerkte. dieser tüll- unterrock war der einzige seiner art im meinem leben. ich war kein mädchen für modische neuheiten, eher für den vierfalten-rock in pepita.
manchmal mußte ich vom vorgezeichneten weg abbiegen, meinen eigenen suchen. ich sah, es gibt auch andere. es stimmt nicht, dass verkündet wurde, wer A sagt, muß auch B sagen, es gibt auch F oder D oder...
ich lese: Warum glücklich statt einfach nur normal?, Jeanette Winterson, Hanser - gefällt mir sehr, ist bewegend und anregend, voller denkanstösse.
Donnerstag, 4. Juni 2026
menschliche regeln, sonniges maar
die lücke der falschen herkunftsfamilie ist nicht einfach zu überdecken, und geschlossen werden kann sie wohl nie richtig. betroffene halten sie für ein manko, ich sehe das spüren dieser lücke als einen wertvollen erfahrungshintergrund, mit dem sich die welt aus anderer sicht verstehen läßt. meine erfahrung hat mich gelehrt, dass auch fleissiges lernen und beobachten in der schule oder bei zusammenkünften zu mißverständnissen führen können.
als kind wußte ich nicht, dass manche menschen butterbrote mit messer und gabel essen. ich kannte keinen rubin, nach dem im intelligenztest gefragt wurde. auch ungeschriebene regeln gelten und führen zu schubladen, in die menschen eingeordnet werden. status und armut bestimmen mehr, als ich in den jahren des aufbruchs je dachte. früher dachte ich lesen bildet. das stimmt nur, wenn auch empathie wachsen kann, wenn lebendigkeit und menschenfreundlichkeit erfahren wird und gelebt werden kann.
„Alle Dinge enden, wenn ihre Anfänge nicht intakt gehalten werden. Laßt uns nicht Blumen züchten, sondern Knospen.“ ―Charlotte Wolff
Reisen
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