im städtchen gibt es immer wieder überraschene blickwinkel auf gewohnte gebäude. es gibt spiegelungen, die das bekannte fremd scheinen lassen. daneben kommt es auch auf meine stimmung an was ich sehe. wenn ich neugierig um mich schaue entdecke ich mehr, als wenn ich mit gesenktem haupt schnell besorgungen erledigen will. warum eigentlich schnell - ich bin rentnerin und fußkrank, brauche nicht zu eilen.
Sonntag, 27. September 2026
Spiegelungen
im städtchen gibt es immer wieder überraschene blickwinkel auf gewohnte gebäude. es gibt spiegelungen, die das bekannte fremd scheinen lassen. daneben kommt es auch auf meine stimmung an was ich sehe. wenn ich neugierig um mich schaue entdecke ich mehr, als wenn ich mit gesenktem haupt schnell besorgungen erledigen will. warum eigentlich schnell - ich bin rentnerin und fußkrank, brauche nicht zu eilen.
Sonntag, 20. September 2026
konstruktive beobachtung
Die Bienen arbeiten sich durch eine Quitte. Wie clevere Tunnelbauer lassen sie Stützstrukturen, die die Frucht in Form hält, während sie sich immer weiter nach innen arbeiten.(Bild + Text: enkel jan)
ich staune über diese beobachtung und das foto, freue mich, etwas gelernt zu haben. beobachtungen und staunen gibt es überall. mir waren die quitten noch zu hart zur verarbeitung, und diese ließ ich einfach für tiere liegen. ich wußte nicht, dass daraus ein filigranes gebilde wird, das vielleicht später unseren honig schmackhaft bereichert.
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Ein Grashalm sagte
Ein
Grashalm sagte zu einem Blatt im Herbst: „Du machst solchen
Lärm,
wenn Du fällst! Du störst meine Winterträume."
Das Blatt
antwortete ungehalten: „Du bist von niedriger Herkunft und
hast
dich nie über deine Niedrigkeit erhoben, griesgrämiges, stummes
Ding. Du lebst nicht in den höheren Sphären und hast von
Musik keine Ahnung."
Dann
legte sich das Blatt auf die Erde und schlief ein.
Als der
Frühling kam, erwachte es wieder- und war ein Grashalm.
Als es
Herbst wurde, die Zeit für den Winterschlaf nahte und in den Lüften
die Blätter fielen, murmelte es: „O diese Blätter im Herbst!
Sie
machen so einen Lärm! Sie stören meine Winterträume."
Kahlil Gibran (1883-1931)
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ihr seid alle informiert, ich schaue heute und morgen woanders hin, lasse die aufregung über die wahlen erstmal sortieren. alle haben ein recht auf ein leben in einer bezahlbaren wohnung, auf arbeit und teilhabe, um die eigene wirksamkeit zu spüren. es kann nicht gut sein, vom gemeinsamen boot zu reden, in dem wir alle sitzen, und nur wenige geben die richtung an. die vielen müssen rudern, während wenige sich umschauen. es darf nicht sein, dass von zu schützenden mitmenschen geredet wird(alte, kinder, kranke...) und deren existensgrundlagen beschnitten werden. sollen sie ohne hilfe, ohne zähne und brillen, ohne heizung leben?
Montag, 14. September 2026
selbstversorgung und suche
Freitag, 11. September 2026
ohne obdach, ungeschützt
Kunstpark Seckach
heute ist gedenktag gegen die obdachlosigkeit. im tv berichteten sie von erschreckend hohen zahlen von menschen, die ohne wohnung leben. und im nachsatz, in wirklichkeit seien es wohl doppelt so viele menschen. meine erfahrungen mit obdachlosigkeit sind alle aus städtischen umgebungen. in der kleinstadt fällt ein mensch sofort auf, oder garnicht. die übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden und werden auch gelegentlich genutzt, es gibt auch einige menschen, die fremde zu sich einladen zur übernachtung.
einen mann lernte ich kennen, der durch scheidung und die daraus folgenden geldstreitigkeiten sein selbst erbautes haus verlor und einen berg schulden behielt. es kam zu pfändungen und er ging nicht mehr arbeiten. ehemals hatte er bei der DB eine unkündbare stelle. ein anderer junger mann war in einer einrichtung und hatte schwierigkeiten mit den harten regiment des kirchlichen betreuers. eines tages verschwand er kommentarlos mit gleichaltrigen mitzwanzigern. sie wohnten, wo es sich ergab, bettelten auf der straße, das reichte für nahrung und zigarettentabak. wenn garnichts ging, gab es einen obulus im pfarrhaus oder von der stadt. lukrativ fand er auch den verkauf der obdachlosenzeitung. schwieriger war es nach seiner meinung, wenn man nicht gut mit anderen reden könne, oder depressiv sei. auch psychisch kranke menschen verlieren ohne wohnung jeden halt.
beide männer schafften den absprung, andere leider nicht. das elend der frauen ist meist noch schwerer. meine erfahrung lehrte mich, dass dies manchmal sehr schnell gehen kann. niemanden, der eine drohende obdachlosigkeit für möglich hält, ein bezahlter mensch, der seine arbeit nicht verantwortungsvoll wahrnimmt.
weder herkunft noch bildung schützen vor obdachlosigkeit, aber emphatische mit-menschen. und eine wohnungsbaupolitik, die auch bezahlbare wohnung fördert.
Freitag, 4. September 2026
versuch eines kleingartens
Es reicht eine Ecke an der Haustüre und einige Sempervivum, Hauswurz. Der botanische Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten semper für ‚immer‘ und vivus für ‚lebend‘ ab. Der deutsche Trivialname Hauswurz hat seinen Ursprung im althochdeutschen Begriff Wurz, der damals für "Wurzel" oder "Pflanze" verwendet wurde.
Dieser Hauswurz hat in nur wenig Erde auf einem flachen Tonteller den hitzigen Sommer überlebt. Nur das Blühen hat er dabei eingespart, ihm war nicht danach. Vielleicht träumt er in mondhellen Nächten davon, und von dem Besuch, den er mit Blüten bekäme. Mich freut er seit drei Jahren als Contrapunkt zum üppigen Blühen im Vorgarten.
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Ich fand ein Zitat von Heinrich von Kleist:
"Ach, ich trage mein Herz mit mir herum wie ein nördliches Land den Keim einer Südfrucht."
Gefunden habe ich es in einem reich bebilderten Lyrikband:
Ignatien, Elegien am Rande des Nervenzusammenbruches, Gedichte von Gerhard Falkner, Filmstills Yyes Netzhammer, DZA Druckerei zu Altenburg GmbH, vom Verlag für moderne Kunst Nürnberg(www.vfmk.de), Gedichte englisch übersetzt von Ann Cotton, wunderbare Bilder zu ebensolchen Texten, sehr hochwertig hergestellt.
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dieses buch ist mir anregung und trost, bereitet mir freude. ich fühle es gern an, nie könnte ein e-book mir diese wertigkeit vermitteln. trost benötige ich ob der vielen trostlosen nachrichten, die mich mit großer hilflosigkeit zurücklassen, obwohl ich weniger höre und sehe. ich bin immer wieder auf der suche nach aufbauenden büchern.
ACHTUNG: ich kann eure kommentare auf meinem blog nicht mehr kommentieren, was ist das???
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wirbel und aufregungen begleiten mich in diesem jahr. wir sind nicht mehr jung, und die gesundheit stottert auffällig. es bleiben momente de...

