Donnerstag, 4. Juni 2026

menschliche regeln, sonniges maar

                                              Meerfelder Maar, Foto: Uli Boll, Manderscheid
 

die lücke der falschen herkunftsfamilie ist nicht einfach zu überdecken, und geschlossen werden kann sie wohl nie richtig. betroffene halten sie für ein manko, ich sehe das spüren dieser lücke als einen wertvollen erfahrungshintergrund, mit dem sich die welt aus anderer sicht verstehen läßt. meine erfahrung hat mich gelehrt, dass auch fleissiges lernen und beobachten in der schule oder bei zusammenkünften zu mißverständnissen führen können.

als kind wußte ich nicht, dass manche menschen butterbrote mit messer und gabel essen. ich kannte keinen rubin, nach dem im intelligenztest gefragt wurde. auch ungeschriebene regeln gelten und führen zu schubladen, in die menschen eingeordnet werden. status und armut bestimmen mehr, als ich in den jahren des aufbruchs je dachte. früher dachte ich lesen bildet. das stimmt nur, wenn auch empathie wachsen kann, wenn lebendigkeit und menschenfreundlichkeit erfahren wird und gelebt werden kann.

„Alle Dinge enden, wenn ihre Anfänge nicht intakt gehalten werden. Laßt uns nicht Blumen züchten, sondern Knospen.“ ―Charlotte Wolff

 

  

6 Kommentare:

  1. Interessante Argumentationen, denen ich noch etwas nachhängen werde. Und ein wunderprächtiges Landschaftsbild voller Poesie.
    Lieben Dank und Gruss,
    Brigitte

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    1. landschaft ist eifel, könnte auch bei euch sein, oder? mein anliegen bricht immer durch: gleiche chancen möglichst für viele. hab es gut, liebe brigitte, gruß roswitha

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  2. "früher dachte ich lesen bildet. das stimmt nur, wenn auch empathie wachsen kann, wenn lebendigkeit und menschenfreundlichkeit erfahren wird und gelebt werden kann." Mir kommt da grade eine bestimmte Person in Bloggershausen in den Sinn.

    Ich bin noch immer dabei, meinen Aufenthalt in A. an Pfingsten zu verarbeiten. Auf jeden Fall bin ich mit vielem versöhnt. Gestern habe ich den Katalog zum Eiermann-Magnani-Haus verschlungen und habe noch mehr Vergangenheit an mich herangelassen. U.a. habe ich auch erfahren, wie viele Heimatvertriebene aus der Tschechoslowakei in diese dörflichen Gemeinschaften geschickt wurden. Das war schon hart. Hart war aber auch, wie meine Mutter als ganz junges Flüchtlingsmädchen herumgeschubst wurde. Und jetzt machte ich mir endlich auch klar, dass ich meine allerersten Lebensjahre selbst unter diesen Bedingungen der Zwangsunterkünfte verbracht habe. Ich kann sicher auch aus diesen Erfahrungen in meinen Genen das Verhalten meiner Mitmenschen seit 2015 nicht verstehen ( und akzeptieren ).
    Nun ist die nächste & übernächste Generation in A., die viel unbelasteter damit umgehen kann, ist es für sie doch die wohlbehütete, wohlwollende Kindheit bei ihren Großeltern gewesen, die sie noch einmal nacherleben und ihren Kindern vermitteln. Da spielen so viel (lustige ) Dinge eine Rolle, so lustig habe ich meine ersten Jahre halt nicht erleben können.
    Schade, dass ich auf Fahrdienste lieber Menschen angewiesen bin, sonst hätte ich meinen Radius auf den Kreis erweitern können.
    Dir alles Liebe!
    Astrid

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    1. liebe astrid, es freut mich, dich an etwas aus dem bauland erinnert zu haben. viele menschen aus dem osten kamen hierher, und wurden auch z.t. wenig christlich behandelt. ich war immer wieder erstaunt bei den erzählungen der "neubürger", manches hätte ich nicht für möglich gehalten. die nächste gerneration geht zwar unbelasteter damit um, aber ich hoffe nicht, dass sie geprüft werden. (du kennst ja das buch von ina peter.) Eine angenehme woche wünscht roswitha

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  3. DANKE 🙏🏻
    lb Roswitha 👩‍❤️‍👩
    Ganz auch aus meinem Herzen 💓
    mit herzlichen Grüßen
    und fühle DICH umarmt
    von Annette 🍃🌹 ... 🫂

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    1. noch kannst du den sommer genießen, liebe annette, es ist nicht zu heiß. gute tage für dich, herzlich, roswitha

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