Coronazeiten -Markt

Die Zeiten ändern sich, sang Dylan...


Auf dem Markt


Du sitzt auf der Mauer am Rande des Marktplatzes.
Um dich sind fremde Menschen die geschäftig umher gehen,
manche schlendern ohne erkennbares Ziel.
Der Gemüsebauer überzeugt eine nörgelnde Kundin
und lacht gleich darauf mit einer anderen.
Es riecht nach Sellerie, Äpfeln und Knoblauch.
Die Luft ist erfüllt mit Lachen und Stimmengewirr.
Drei Männer im Rentenalter stehen seit geraumer Zeit schon
und stecken heftig gestikulierend die Köpfe zusammen.
Einer geht einige Schritte weiter, dann zögernd zurück.
Eine dunkel gekleidete Frau verkauft selbst gezogene Tulpen,
die sie in Zeitungspapier einwickelt.
Ein Kind hüpft auf einem Bein um eine Pfütze am Blumenstand,
springt dann mit beiden Füssen hinein und lacht.
Du lachst mit dem Kind, lächelst die Vorübergehenden an,
manchmal bekommst du ein Lächeln zurück.

Markierungen zum richtigen Anstellen 


Auf dem Markt April 2020

Es herrscht Maskenpflicht auf dem Marktplatz der Kleinstadt. Alle Münder und Nasen sind verdeckt.
Eine seltsame Atmosphäre bestimmt die Szene.
Zwei Männer und eine Frau des kommunalen Ordnungsdienstes stehen herum und beobachten das Marktgeschehen.
Einen eilig vorbeihuschenden Mann machen sie auf die fehlende Maske aufmerksam, heute noch ohne Strafgebühr.
Es gibt kein Stimmengewirr oder lautes Lachen.
Drei ältere Männer stehen nirgends. Sie müssten ja auch Masken tragen und dürften nicht näher als in eineinhalb Meter beieinander stehen.
Lächeln ginge noch mit den Augen, aber wegen des Abstandsgebotes ist es schwer wahrnehmbar.
Außerdem rutschen manche Masken hoch und die Mimik ist kaum erkennbar.
Es scheint als hätten die Menschen es eilig diesen Platz zu verlassen.











Kommentare

  1. Die Masken entmenschlichen.

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  2. Das sind riesengrosse Veränderungen zu früher.
    Man kann nur inständig hoffen auf entspanntere Zeiten!
    Trotzdem schön, deine Schilderungen.
    Lieben Morgengruss,
    Brigitte

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  3. Bisher habe ich viele Masken gesehen; wann werde ich menschliche Gesichter sehen?

    Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778)

    ANONYME Gesellschaft ... !!!

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  4. Ja,
    liebe Roswitha,
    the times they are a-changin'...
    Und deine zwei Schilderungen vom Marktplatz 'vorher' und 'jetzt' sind sehr eindrücklich.

    Sei herzlich gegrüsst von
    Hausfrau Hanna

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  5. heut war markt bei uns und ich sah einige masken, die mich lächeln ließen. am schönsten die frauen, die sich einen lachenden mund draufgenäht oder gemalt hatten. meine schmetterlinge kamen auch gut. das atmen jedoch fällt schwer...
    herzliche grüße
    Sylvia

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    1. Schön, ich habe meinem Mann einen lachenden Mund auf die Maske gemalt, und manche Verkäuferin lachte. Aber das Atmen ist wirklich beschwerlich, und mir fallen immer wieder die Hörgeräte fast hinunter, wenn ich sie absetze. Schmetterlinge sind auch wundervoll...
      Eine gute Woche, Gruß Roswitha

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