Mittwoch, 19. November 2025

Werbesprüche der siebziger Jahre

                                                                   Berlin 2006

 

damit ihr seht dass es früher nicht alles ohne Tadel war, hier mal ein paar Werbesprüche aus den siebziger Jahren:

Die leichte Würze eines schönen Tages - Lux Filter-Zigaretten

Damit wir mit Ihnen die Zukunft gewinnen -  Bundesbahn

Der Silence- Effekt ist das besonders leise Spülen..., durch eine spezielle Schalldämpfung wird kraftvolles Spülen zum leisen Vergnügen.  - AEG Geschirrspülmaschine 

Wir haben herausgefunden, daß die meisten Menschen gar nicht mehr merken, wenn der Frühling wiederkommt.  - Fleurop 

Hier findet das Familienglück seinen Höhepunkt - Signal Versicherungen

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine verständnisvolle Frau  - Alka Selzer  

alle aus: Hab Sonne im Herzen, Hetmann/Stiller, Ravensburger 

  

  _____________________________

Überall Überall ist Wunderland. Überall ist Leben. Bei meiner Tante im Strumpfenband Wie irgendwo daneben. Überall ist Dunkelheit. Kinder werden Väter. Fünf Minuten später Stirbt sich was für einige Zeit. Überall ist Ewigkeit. Wenn du einen Schneck behauchst, Schrumpft er ins Gehäuse. Wenn du ihn in Kognak tauchst, Sieht er weiße Mäuse.

Joachim Ringelnatz (1883 - 1934), eigentlich Hans Bötticher, deutscher Lyriker, Erzähler und Maler


 

Sonntag, 16. November 2025

krimis, guter schlaf und nachbarschaft

in unserem landkreis ist die anzahl der straftaten im vergleich zum vorjahr um rund 20 % gesunken, auch die zahl der verdächtigen ging um 12 % zurück. die gewaltkriminalität nahm um über 25 % ab, die der rauschgutkriminalität um fast 36 %.(Kriminalstatistik 2024) 

etwas mehr wohnunseinbrüche gab es, und fast gleich viele betrugsfälle wie schockanrufe und ähnliches. diese straftaten haben sicher auch mit der größer werdenden anzahl alleinlebender senioren zu tun. die menschen haben keine ansprechpartner im notfall. zum glück gibt es nun schon häufiger bankmitarbeiter, die einen schaden verhindern. es wäre im rahmen einer guten und vertrauensvollen nachbarschaft sicher manches zu verhindern.

dann schauen wir aufs fernsehprogramm, da gibt es morde in allen sendern. neben wenigen sendungen zur aufklärung gibt es viele sendungen, die reisserisch aufbereitet alte kriminalfälle darstellen. und da gibt es politiker, weniger politikerinnen, die vor der gewalt warnen und bestimmten gruppen mehr kriminalität zuschreiben. sie schüren eine angst, die ihnen die wähler/-innen zutreiben soll. auch denen nehmen wir als freundliche nachbarn den wind aus den segeln. 

dieses reden von einer bedrohung der einzelnen menschen durch kriminalität oder auch zuwanderung lenkt ab von den bedrohungen, die es wirklich für viele gibt: menschen brauchen sauberes trinkwasser und umwelt, eine funktionierede infrastruktur, gewissheit über ein auskömmliches leben im alter, bezahlbare krankenversorgung, arbeitsplätze in jungen jahren und bezahlbare wohnungen. 

die rattenfänger bieten einfache lösungen  an, die gibt es nicht. 

                                                      ---------------------------------

„Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.“
Erich Kästner

 

 

 

Mittwoch, 12. November 2025

eines von viele Maaren und Denken

                                             Meerfelder Maar bei Manderscheid, Foto Uli Boll

eigentlich möchte ich immer wieder für die eifel werben, hier im norden von baden- württemberg waren kaum menschen einmal dorthin in ferien. von hier geht es eher nach süden, obwohl es kaum weiter als zum bodensee ist. wißt ihr, wie angenehm das schwimmen in einem maar ist?

                                                   ================= 

künstliche intelligenz kann dichten, stand in der zeitung. sie sucht sich worte im netz und stellt sie neu zusammen. warum sollte sie das tun? doch nur, weil jemand es befiehlt mit entsprechenden vorgaben des anlasses.                                                                                                                                                            was dabei fehlt, sind die dem text entsprechenden emotionen. selbst beste wortfolgen können der KI kein herzklopfen erzeugen. die KI kann weder lachen noch weinen, nur im stromverbrauch ist sie groß.

                                                  -------------------------------

und wieder Roger Willemsen gelesen: " Als brauchten wir zum Handeln einen neuen Klimabericht, einen neuen Schadensbericht über die Weltenmeere, den Regenwald, die grassierende Armut. Aber aus all den Fakten ist keine Praxis entsprungen, die auf Höhe der drohenden Zukunft wäre." Wer Wir Waren,            S. Fischer, 2016

darüber sollten wir nachdenken in der gewißheit, das viele menschen an vielen orten eine welle an vernunft auslösen können- muss nur jede/ jeder bei sich beginnen.                                             

 

 
 

Sonntag, 9. November 2025

suchbild und likör

                                                             Foto Uli Boll, Manderscheid

 

wie könnten wir an diesem geschenk der natur vorbeigehen? die farben schienen unglaublich, als hätte sich über ein paar nächte alle farbe der sonnenstrahlen auf die müden blätter gelegt. ein goldenes straßen- geländer auf einen kleinen grünen hügel, phantastische leitplanken. 

und es ist suchbild, bin gespannt, ob ihr die tiere seht. (draufklicken und vergrössern) 

es fällt mir schwer etwas fröhliches zu schreiben, obwohl die welt und die zeitung manchmal auch kuriose meldungen bringen. so stand letzte woche in der RNZ:  der schutzverband der spirituosen-industrie befürchtet eine verwirrung der verbraucher/-innen und zog gegen einen kleinen hersteller vor gericht. das gericht gab dem beklagten recht. auf dessen flaschen steht "Likör ohne Ei", er ist vegan. der verband argumentierte, diese bezeichnung stelle eine gedankliche verbindung zu eierlikör her und sei nicht erlaubt. der vertreter des schutzverbandes, william verpoorten, kündigt berufung vor dem OLG an, das landgericht sei zu dem ergebnis gekommen, dass mit einer verbotenen anspielung nur eine vereinnamende anspielung gemeint sei, nicht aber eine abgrenzende.                                                                                                        das ist doch nun wunderbar, was unterscheidung zwischen vereinnahmend und abgrenzend ist lernen wir nun alle.😉

euch allen eine gute 46. woche im jahr 2025, sonnige herbsttage wünsche ich außerdem. 


 

Donnerstag, 6. November 2025

Bücher, Neckar, eigene und anderleuts Gedanken

                                                              da ist der Neckar...

und hier sind die beiden zuletzt gelesenen bücher:
6 aus 49, Jacqueline Kornmüller, Galiani Verlag Berlin - ein Roman über starke Frauen, beginnend in den 20er Jahren in Bayern, in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen, viel über beginnenden Tourismus kommt auch vor. 
Die Büglerin, Heinrich Steinfest, Piper Verlag -  eine Frau, die alles aufgibt, ihren Beruf, ihr Zuhause und ihre Stadt, um sich zu bestrafen. Eine persönliche Traumabewältigung mit überraschenden Ergebnissen, spannend in einem weiten Bogen vom Leben auf einer Segelyacht vor Chiles Küste bis an die Küste Mallorcas.
 
ich hadere ein wenig mit meiner gesundheit, ohne das es neue befunde gibt. das gehen fällt schwer, ich mag stark sein und möchte manchmal von herzen bedauert werden. dabei weiß ich natürlich, eigentlich bin ich noch gut dran, sehe ich mich um, von der welt garnicht zu reden. aber die beine...
mich motivieren und weniger tabletten schlucken ist mir wichtig. leider gibt es keinen arzt/-in zur begleitung. vielleicht ändert das sich in meinem leben nicht mehr, wenn ich den betrieb in den praxen sehe. habe ich unangemessene wünsche, wenn ich ein ermutigen zuspruch erwarte, ohne darum zu bitten? ist es so, weil ich mehrgewichtig bin und dies als grund meiner beschwerden gesehen wird.      

ich schrieb irgendwann einmal, wenn der augenarzt demnächst auch sagt, ich müsse unbedingt abnehmen, lauf ich schreiend aus der praxis. wir übergewichtigen sind die gruppe, gegenüber der sich viele ein diskriminierendes verhalten herausnehmen. meine blutwerte beweisen meine gesundheitsbewußte lebensweise, vom ersten schultag bis heute war ich immer mehrgewichtig. ich bin fachfrau für gesundes kochen und ernährung, auch die viele bewegung früher machte mich nicht schlanker. nun schmerzt mich jeder schritt und ich gehe zu wenig.

schön ist das schreiben und lesen, radio hören und ins cafe gehen. ja, ich bin privilegiert, und bald achtzig jahre.  

 noch etwas zum gruseln, zeitlyrik:

Gruselett, von Christian Morgenstern 

Der Flügelflagel gaustert durch Wiruwaruwolz,

die rote Fingur plaustert, und grausig gutzt der Golz. 

 

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Oma Anna

 

solche sonnenuntergänge erinnern mich oft an meine oma anna. sie war jahrgang 1890 und wegen der kriege wurde sie erst spät oma, ich war das erste enkelkind. wenn es im herbst abendrot gab erzählte sie mir, die engel seien schon bei den weihnachtsvorbereitungen, sie backten plätzchen. 

am samstag ist allerheiligen, da ging sie mit meinem bruder und mir abends auf den friedhof lichter schauen. es hatte etwas geheimnisvolles dorthin zu gehen, obwohl es mitten im ort neben unserer rodelwiese war. in den lämpchen auf den gräbern brannten kleine kerzen, straßenlicht gab es nur wenig. sie erzählte uns, die lichter würden brennen, damit die seelen der toten in den himmel fänden.
 
meine oma hatte drei kinder, der jüngste sohn starb im krieg in russland, knapp zwanzig jahre alt. nach ihm heißt mein bruder hans(er war johann). den brief mit der todesnachricht bewahrte sie sorgfältig auf, holte ihn voller trauer manchmal irgendwo hervor. im alter hatte sie es schwer, amputation eines beines und schlaganfall waren schlimm für eine frau, die fast nie im leben einen arzt aufgesucht hatte. leider starb sie allein im krankenhaus, da war sie jünger als ich heute. einen heimlichen luxus gab es in ihrem altersleben: gelegentlich ein kleines gläschen asbach. den brachte ich ihr in einem kleinen fläschen mit und sie verbarg ihn im nachtschrank.
 
ich liebte diese etwas wortkrage frau, die mal die älteste von vierzehn kinder gewesen war und nie urlaub und luxus kannte. ihre haare lies sie wachsen, flochte sie zum zopf und machte einen knoten. zu muttertag schenkte unsere familie ihr eine scharz- weiße baumwoll- kittelschütze, zum geburtstag gab es die pralinen. alles war vorhersehbar. 
sie kochte das beste holundergelee der welt und machte wunderbare mehlklöße mit eingemachten zwetschgen.  
 

 

Samstag, 25. Oktober 2025

Herbst und Tanz auf dem Vulkan

                                                                Foto Barbara
 

gegenwart: sturm und regen, aprilwetter, umgewöhnung an die winterzeit und wärmere kleidung. 

vergangenheit: heute vor 200 jahren wurde ein begnadeter komponist geboren:

Johann Strauss wurde am 25. Oktober 1825 in Wien geboren. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf, denn sein gleichnamiger Vater war selbst ein berühmter Komponist und Dirigent. Johann Strauss Vater war bekannt für seine Märsche und Tänze, insbesondere den weltberühmten Radetzkymarsch. Johann Strauss Sohn hatte zwei jüngere Brüder, Josef und Eduard, die ebenfalls Musiker wurden.

                                           ----------------------- 

ganz wien und die welt tanzt noch heute seine berühmten walzer, deren tanzschritte ich mir leider nie merken konnte. außerdem ließ ich mich nicht widerspruchslos führen, wurde manchmal beanstandet.

trotzdem dachte ich heute, bei den vielen politiker/-innen- treffen täte es vielleicht mal gut, einen tanz zu wagen, für entspannung zu sorgen. nicht nur arbeitstreffen, auch miteinander essen und über anderes reden würde vielleicht die luft schaffen, die es für langfristige lösungen braucht. und besonders bedenklich empfinde ich, das alle akteure/-innen dem alltag enthoben sind, keine menschen außerhalb ihrer blase treffen. 

und dann lassen wir uns immer wieder ablenken auf nebenschauplätze, die empörung kocht zu recht hoch. wir müssen nur klar NEIN sagen, schranken aufzeigen. nicht ablenken lassen. einfach protest unterschreiben und dann weiter... 

 

Montag, 20. Oktober 2025

Yogakatze


 ist vielleicht eine alternative, statt sich über all die kampfwütigen menschen(hauptsächlich männer) überall in der welt hilflos aufzuregen. dieses foto unseres enkels brachte mich zum schmunzeln, es macht etwas mit meiner stimmung. 

die katze ist entspannt und hellwach. wenn ich so durch die stadt laufe sehe ich auch dinge, die in eile verlorengehen. es geht uns gut, mein ganzes leben lebe ich bereits im frieden. es macht mir freude zu sehen, wenn junge frauen mit ihren kindern reden statt ins handy zu reden. der straßenmusiker spielte am samstag zeitlich etwas verspätet das lied von den vögel, die alle da sind. das kigakind und seine mutter sangen leise mit und waren stolz. vorher hatte ein vielleicht zweijähriges kind zu einem meiner lieblingspopsongs gewippt. in der zeitung stand von einem papagei, der sich entkräftet zu einem spaziergänger flüchtete und bei ihm blieb. er kam in behandlung - war ein kluges tier mit menschenvertrauen. 

die welt ist bunt, wir sind da um wach zu sein und lebendig, bis wir sterben müssen. bei den peanuts heißt es, aber dieser tag war nicht heute. habt die augen auf und behaltet den humor.  

Sonntag, 19. Oktober 2025

gibt es neue Gratulanten?

 



"Guten Tag ...

Sie sind bei uns beide als Vertragspartner des Festnetz-Anschlusses mit der oben genannten Rufnummer eingetragen. Es ist jedoch nur ein Geburtsdatum hinterlegt und wir können nicht zuordnen, auf welchen der Vertragspartner sich dieses bezieht.

Wir sind nach dem Telekommunikationsgesetz §172 verpflichtet, einen Vertragspartner mit Geburtsdatum und Anschrift zu erheben und zu speichern.

Wir brauchen Ihre Unterstützung: Bitte füllen Sie das beigefügte Formular aus.
Füllen Sie das Formular bitte vollständig, gut lesbar und in Druckbuchstaben aus.
 Da es sich um eine Vertragspartneränderung handelt, brauchen wir die Unterschriften beider bisher als Vertragspartner eingetragenen Personen. ..."

Soviel aus einer Mail der Telekom. Dazu muß man wissen, wir sind seit fast fünfzig Jahren Kunden, alle  Umzüge und entsprechene Kontenwechsel machten keine Probleme. Ich hatte vor nur siebzehn Jahren bei einem Umzug die Idee, mich zu meinem Mann ins Telefonbuch eintragen zu lassen. Jetzt haben sie bemerkt, dass etwas fehlt.

Uns fehlt schon lange manches: Es gab Zeiten, da konnte man ortsnah Servicetechniker per Telefon erreichen und Kundendienst bekommen. Da musste man nicht mit vielen Zahlen agieren um im Callcenter Gehör zu finden. Da wurden nicht Neukunden mit Rabatten gelockt und Altkunden mit Reklame genervt. 

Unsere Konsequenz ist nun, einfach den ganzen Eintrag streichen zu lassen. Wir haben zusätzliche Handies, unsere Kontakte kennen die Telefonnummer bzw. Menschen, die sie kennen. Und diese Schockanrufe wegen der etwas altmodischen Vornamen gibt es auch nicht mehr. Übrigens schreibt uns die Telekom konsequent mit der von uns als Faxnummer ausgewählten Nummer an, obwohl im Telefonbuch unsere Rufnummer steht.

Es wird also kein zusätzliches Geschenk geben, ist gut so.  

Nachtrag fast eine Stunde später: Es gibt keine Mailadresse der Telekom, an die ich diesen Text schicken kann. Und unsere Namen austragen aus dem Telefonbuch geht nur mit Daten, die ich nicht angeben will. 

Donnerstag, 16. Oktober 2025

pan spielt zum tanz


dieses stickbild fertigte unsere freundin marianne, sie wird im dezember 88 jahre. eine mutmacher- frau, voller kreativität, egal wie die umstände sind. gelernte steinbildhauerin, arbeiten mit ton und stoffen, oder sticken- irgendetwas geht immer. sonst malt sie, oder ... 
 
 

Das Gedicht „Ich“ stammt aus der Feder von Betty Paoli.

Ich kann, was ich muss! o seltnes Geschick!
Ich will, was ich muss - - o doppeltes Glück.

Mein Herz ist an Stärke dem Felsen gleich,
Mein Herz ist, wie Blumen, sanft und weich.

Mein Wesen gleicht Glocken von strengem Metall:
Schlag kräftig d'ran, gibt es auch kräftigen Schall.

Mein Geist stürmt auf eiligem Wolkenross hin;
Mein Geist spielt mit Kindern mit kindlichem Sinn.

Ich weiß, was ich will! und weil ich es weiß,
Drum bann' ich's zu mir in den magischen Kreis.

Ich weiß, was ich will! das ist ja die Kraft,
Die sich aus dem Chaos ein Weltall entrafft.

Ich weiß, was ich will! und wenn ich's erreich',
Dann gelten der Tod und das Leben mir gleich.

                    -------------- 

Sie war eine Freundin von Marie Ebner von Eschenbach und lebte von             1814 - 1894. 

 

 
 



 

konstruktive beobachtung

Die Bienen arbeiten sich durch eine Quitte. Wie clevere Tunnelbauer lassen sie Stützstrukturen, die die Frucht in Form hält, während sie sic...