Dienstag, 12. November 2024

unterwegs in Berlin

 


 fremd gehen – fremdgehen

Von der Brücke sieht man auf dem Hamburger Bahnhof in Berlin eine Installation im kühlem blauen Neonlicht.

Literarisch ist Fremdgehen eines der populärsten Themen in vielen Kulturen der Erde. Täuschung, Verkleidung, Verwechslungskomödien und „gehörnte“ Partnerinnen und Partner, Dramen wie Komödien bietet Fremdgehen den Handlungsrahmen.

Das Wort ist geheimnisumwittert. Für Menschen, die die deutschen Sprache nicht gut beherrschen, erschließt sich die Bedeutung schwer.

Ist das Gegenteil von fremdgehen „bekanntgehen“? Dieses Wort gibt es nicht!

Fremdgehen ist kein neutrales Wort. Von größter Empörung bis zur größten Wonne kann es Gefühle in Menschen wecken.

Ich finde es interessant, das die ursprüngliche Bedeutung der Worte Gehen und Fremd in dieser Kombination verloren ging und eine ganz neue Bedeutung der Worte Eingang in unsere Sprache gefunden hat.

Außerdem ist paradox: Menschen die miteinander fremdgehen, werden einander bekannt!

Gedanken auf dem Weg zum Museum, lange ist es her. Ich weiß nicht einmal, ob es diese Neonschrift noch gibt.

- ich will meine gedanken nicht mit politik beschäftigen, sollen doch die akteurinnen und akteure erst einmal selbst einen plan finden. 

ich erwarte ein am menschen und natur orientiertes handeln und habe angst, sie begreifen nicht, dass es einiger radikaler änderungen bedarf. auch arbeitsplätze kann man nicht essen, und wasser braucht alles leben auf der erde.


Samstag, 9. November 2024

entfesselte Geldanlagen

  

Geld oder Würde

(von Manuela Pfann, Wendlingen, Katholische Kirche, SWR 1, 02.11.24)

"Diese Fürbitte hatte einen Grund. Weil wir in den Wochen vor dem Tod des Onkels folgendes erlebt hatten: Nach einem Sturz zuhause wurde er in die Klinik gebracht. Gebrochen hatte er sich Gott sei Dank nichts, aber es wurde schnell klar: Da gibt es einige Probleme bei dem fast 85-jährigen, er kann nicht mehr alleine zuhause leben. Nach ein paar Wochen hatte er sich ganz ordentlich erholt, Ärzte und das Pflegepersonal haben ihn wirklich gut versorgt; er sollte demnächst in ein Pflegeheim entlassen werden. Und dann kam an einem Morgen plötzlich ein Anruf. Von einer anderen Klinik. Dorthin wurde er verlegt, völlig überraschend, niemand hatte uns informiert.

Von einem Arzt wurden wir am Telefon gebeten, einer Herz-Operation zuzustimmen, es sei dringend. Wir wussten zwar, dass der Onkel mit dem Herz ein Problem hatte, aber über eine Operation wurde nie gesprochen, das war überhaupt nicht geplant. Mein Bruder war am Telefon, er hatte die Gesundheitsvollmacht für den Onkel, und sagte dann zu dem Arzt: „Wir müssen Ihnen vertrauen. Wenn Sie sagen, die Operation ist jetzt notwendig, dann operieren Sie.“

Unser Onkel ist nach der Operation nicht mehr aufgewacht und eine Woche später verstorben. Weil er sein Leben lang im Staatsdienst gearbeitet hat, war er privatversichert. Die Rechnung für diese Herz-OP ist deshalb auf unserem Tisch gelandet: 35.000 Euro. Nur die OP.

Natürlich kann ich nichts beweisen; aber alle Fakten, Gespräche und Informationen deuten für mich darauf hin: Bei dieser OP stand nicht der Patient im Mittelpunkt. Mit Kranken kann man heute einfach gute Geschäfte machen! Das ist leider vielfach Tatsache. Unser Onkel wurde in eine jener Kliniken verlegt, die einem großen Konzern gehören. Sie wird also privatwirtschaftlich betrieben und schüttet jedes Jahr Gewinne an ihre Aktionäre aus. Mehr als jede dritte Klinik in Deutschland gehört so einem Investor."  Auszug aus: das Wort zum Tag,s.o.

dieses wort zum tag bewegt mich. ist es nicht so, dass auch altenheime privatwirtschaftlich betrieben werden, als gewinnbringene geldanlage angepriesen werden? was passiert mit diesen "geschäftsmodellen" in unserer gesellschaft?  

wo bleiben gemeinsinn und ethische geldanlage? ein fürsorglicher umgang mit den schwächsten in unserer gesellschaft muss dringend wieder hergestellt werden, sollte nicht die angst bei allen menschen gefördert werden. niemand möchte objekt zur gewinnmaximierung sein.

eben las ich, das vermögen der 100 reichsten menschen ist in diesen tagen um 64 milliarden dollar gestiegen.

 

Donnerstag, 7. November 2024

Mittel gegen Trübsinn

 

 


Wenn du am Rand des Lichts stehst
und einen Schritt
ins dunkle Unbekannte machen musst,
wird Folgendes geschehen:
Entweder stößt du auf etwas Solides,
das dir Halt gibt,
oder du lernst fliegen.

von Patrick Overton

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Die Erde schwindet nicht,
nichts lässt sie los.
Was immer ihr verloren geht,
das bringt die Flut an ferne Ufer.
Denn nichts geht verloren,
das nicht gefunden werden kann,
wenn man es sucht.

von Shakespeare

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In der Tiefe des Winters erfuhr ich,
dass in mir unbesiegbarer Sommer war.

von Albert Camus

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Ich bin zwar noch kein Phoenix,
aber hier in der Asche liegend
kommen die Schmerzen vielleicht daher,
dass mir neue Flügel wachsen.

von May Sarton

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Ich habe nicht versagt .Ich habe nur 10 000 Wege herausgefunden, wie es nicht funktioniert.

von Thomas Edison

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Schade dir nicht selbst. Du bist alles, was du hast.

von Betty Ford

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Wenn du mit deinen Begrenzungen argumentierst, kannst du dir sicher sein, dass du von ihnen begrenzt bleibst.

von Richard Bach

WIR SIND STARK, WIR HABEN PHANTASIE, WIR HABEN ZUVERSICHT UND MUT, WIR WOLLEN DEMOKRATIE- WIR SIND VIELE

Dienstag, 5. November 2024

Baumnutzen und Waldsicherung


 bald ist die alte linde vor unserem haus kahl, berge von blättern kehrten wir weg. gerne, da diese linde uns im frühling duft schenkt, im sommer schatten, und das ganze jahr ist sie der spielbaum und lebensbaum vieler vögel.

ich hörte wieder von menschen, denen herangewehte blätter ein ärgernis sind. ich hörte beschwerden von angehörigen, die das fällen eines baumes auf dem friedhof verlangen, weil ihr grabschmuck von blättern verdeckt wird. und heute stand in der RNZ, dass gemeinden ruhebänke an wanderwegen entfernen wegen der haftung. Grund lt. RNZ:                                                                                                                       "Die aus der allgemeinen Schadensersatzpflicht abgeleitete Verkehrssicherungspflicht verdonnert die Eigentümer der genutzten Grundstücke zur Übernahme der Kosten von Kontrolle, Erhaltung und Sicherung der Bänke. Außerdem können sie bei Unfällen im Wald haftbar gemacht werden...  Bei den Gemeinden trudelten Rechnungen des landeseigenen Forstbetriebes Forst BW für Verkehrsicherung von Bänken ein, die sich auf dem Gelände des Staatswaldes befinden."

"Hintergrund ist, dass mit speziellen Einrichtungen wie einer Bank oder einem Waldsofa nach geltender Rechtsprechung neuer "Verkehr" geschaffen wird." es wird in dem artikel von erhöhtem besucheraufkommen durch waldnutzung festgestellt. der landesseniorenrat beklagt diese entwicklung als "groben Unfug".

zurück zur natur nur mit vollkasko- und rechtsschutzversicherung? wanderwerge ohne bänke, dafür trailpfade für radrenner? ich glaube, manche brauchten im interesse aller eine nachschulung über ein gutes miteinander.

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Ein Grashalm sagte


Ein Grashalm sagte zu einem Blatt im Herbst: „Du machst solchen
Lärm, wenn Du fällst! Du störst meine Winterträume."
Das Blatt antwortete ungehalten: „Du bist von niedriger Herkunft und
hast dich nie über deine Niedrigkeit erhoben, griesgrämiges, stummes
Ding. Du lebst nicht in den höheren Sphären und hast von Musik keine Ahnung."

Dann legte sich das Blatt auf die Erde und schlief ein.
Als der Frühling kam, erwachte es wieder- und war ein Grashalm.
Als es Herbst wurde, die Zeit für den Winterschlaf nahte und in den Lüften die Blätter fielen, murmelte es: „O diese Blätter im Herbst!
Sie machen so einen Lärm! Sie stören meine Winterträume."

Kahlil Gibran (1883-1931)


Donnerstag, 31. Oktober 2024

altes, kleines Riesenrad


am wochenende ist wieder mittelaltermarkt, auch kunsthandwerker zeigen ihre waren. früher war dieses riesenrad sicher eine sensation, und das handbetrieben. den menschen gefällt es immer noch.

mir ist es oft zu lärmend auf diesen märkten, zuviel musik aus den lautsprechern, zu wenig aus den kehlen der sängerinnen und sänger. ich denke darüber nach, wie die kirchweihfeste früher waren: die familien trafen sich, es gab ein gutes essen und viel blechkuchen. man traf frühere schulfreunde und -freundinnen, die nachbarn, den alten lehrer. ich glaube, die menschen hatten auch zeit zum reden, ohne das laute musik die stimmen zu schweigen brachte. die ernte war eingebracht, nun galt es zu feiern, für den winter war gesorgt.

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Wir schnitten die Saaten, wir Knechte und Dirnen,
mit nackenden Armen und triefenden Stirnen,
von donnernden dunklen Gewittern bedroht.
Gerettet das Korn und nicht einer der darbe,
von Garbe zu Garbe ist Raum für den Tod.
Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot.

-Conrad Ferdinand Meyer- 

es war die zeit, in der nachrichten nicht schneller als reiter vorwärts kamen, in der drei orte weiter unbekannt war, was der reiter erzählte. 

Mittwoch, 23. Oktober 2024

Verschnaufpause und Gedanken


 - ich schaute aus dem küchenfenster und sah dieses insekt zitternd auf der nasenspitze der kleinen figur. schnell fotografierte ich durchs fenster, hätte ich geöffnet, wäre es weggeflogen. hach, wie freute ich mich über den schnappschuß!   

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Einen Blumenstrauß verschenken, einem armen Menschen zuhören, ein Kind erfreuen oder einem Menschen durch Verstehen helfen, Dasein für irgendeinen, den Gott verließ und der sich auf dieser schrecklichen Welt nicht mehr zu trösten weiß, dem sie alle hinweggelaufen sind, das sind die großen Dinge des Lebens!

Die ganz kluge Welt mit ihren Examen und Armeen und Richtern aller Sorten ist nicht das Große und Notwendige.

Helene Böhlau (1856-1940) deutsche Schriftstellerin und Vorkämpferin für Frauenrechte, verheiratet mit Omar al Raschid Bey

Aus ihrem Roman „Das Haus zur Flamm“ 1907


- habt alle einen guten Tag!

Freitag, 18. Oktober 2024

durch die zeit


 Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

Ricarda Huch 1864- 1947

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wir, die nach dem krieg geborenen(ich glaube die meisten hier gehören dazu) haben erinnerungen an manches, was uns wegen des verlustes schmerzt. zunächst den tod geliebter menschen, mit zunehmendem alter steigt das risiko, abschiede häufen sich. wir konnten es nicht lernen, es ist immer eine individuelle aufgabe, für jede/jeden von uns.

unsere umgebung änderte sich in den jahrzehnten sehr. lange selbstverständlich hingenommenes ist plötzlich weg: so profanes wie z.b. telefonzellen oder inhabergeführte lebensmittelgeschäfte. aber auch  vögel und fledermäuse fehlen. erinnert ihr euch noch an windschutzscheiben nach längerer autofahrt im sommer? mühsam mussten die toten insekten abgekratzt werden von der windschutzscheibe, diese arbeit ist unnötig geworden. früher gab es immer irgendwo ecken, in denen kinder ungestört spielen konnten, nun ist alles aufgeräumt oder abgesperrt. wo sollten kinder eine kuhle drehen um mit murmeln zu spielen?

besonders unangenehm finde ich den sprachgebrauch und den teilweise ruppigen umgang der menschen miteinander. der tonfall mancher medienvertreter fördert diese sprache weiter und schürt angst. das ämter für die menschen da sind spüre ich leider auch nicht bei allen bediensteten. fürsorge und engagement zum nutzen der allgemeinheit wäre anders, ist mehr als vorschriften abarbeiten.

noch gibt es die jahreszeiten, jetzt werden die tage kürzer, aber bald schon geht es wieder aufwärts. so freue ich mich darüber in einem land mit eindeutigen jahreszeiten zu leben. es liegt an uns allen, ob unsere nachfahren das immer noch erleben können. 

um den rechtsruck auszubremsen braucht es euer aller einsatz, da wo ihr lebt.

„Wie schwer es sein muss, hier einen Weg zu finden, kommt vielleicht am deutlichsten in der gängigen Redensart zum Ausdruck, das Vergangene sei noch unbewältigt, man müsse erst einmal daran gehen, die Vergangenheit zu bewältigen. Dies kann man wahrscheinlich mit keiner Vergangenheit, sicher aber nicht mit dieser. Das höchste, was man erreichen kann, ist zu wissen und auszuhalten, dass es so und nicht anders gewesen ist, und dann zu sehen und abzuwarten, was sich daraus ergibt.“ — Hannah Arendt aus: Rede am 28. September 1959 bei der Entgegennahme des Hamburger Lessing-Preises, zitiert in: diestandard, 11. Oktober 2006 diestandard. at

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/hannah-arendt/
„Wie schwer es sein muss, hier einen Weg zu finden, kommt vielleicht am deutlichsten in der gängigen Redensart zum Ausdruck, das Vergangene sei noch unbewältigt, man müsse erst einmal daran gehen, die Vergangenheit zu bewältigen. Dies kann man wahrscheinlich mit keiner Vergangenheit, sicher aber nicht mit dieser. Das höchste, was man erreichen kann, ist zu wissen und auszuhalten, dass es so und nicht anders gewesen ist, und dann zu sehen und abzuwarten, was sich daraus ergibt.“ — Hannah Arendt aus: Rede am 28. September 1959 bei der Entgegennahme des Hamburger Lessing-Preises, zitiert in: diestandard, 11. Oktober 2006 diestandard. at

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/hannah-arendt/

Sonntag, 13. Oktober 2024

erinnerungen


 

ein geniales verkehrsmittel ist diese schwebebahn, ohne stau fährt sie oberhalb von fluss oder straße. warum nur gibt es nicht mehr überlegungen ausserhalb der gewohnten wege? ein zweites positives beispiel ist die seilbahn in koblenz. wir sollten endlich über das vorhandene hinausdenken, nicht im sinne von höher-weiter-schneller, sondern für neue erfahrungen offen sein. 

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"Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen
wie Sturmwind geflogen;
voll Jubel ertönt's vom Mast und vom Kiele:
»Wir nahen dem Ziele!«
Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise:
»Wir segeln im Kreise.«"

marie von ebner-eschenbach 

ist nicht der weg die eigentliche aufgabe? wir wissen ja nicht, wo wir ankommen in unserem leben. wir können sehr wenig unternehmen, um das ziel zu planen. der heutige tag ist zu unserer verfügung, und wir sollten uns freuen, am abend froh im bett zu liegen: ohne schmerzen, satt und warm, behütet von unserem zuhause. vielleicht denken wir auch daran, was wir für uns und andere an diesem tag taten.

haben wir genug gelacht?

Montag, 7. Oktober 2024

enkelkinder



Wir kommen weit her
liebes Kind
und müssen weit gehen
Keine Angst
alle sind bei Dir
die vor Dir waren
Deine Mutter,
Dein Vater
Und alle, die vor ihnen waren
weit weit zurück
alle sind bei Dir
keine Angst
wir kommen weit her
und müssen weit gehen
liebes Kind.

Dein Großvater

(Dieser Großvater war Heinrich Böll, der dieses Gedicht für seine Enkelin Samay geschrieben hat,  Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten, 3 SAT/ZDF zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls 2017)

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bei den freunden werden neue enkelkinder geboren, alle freuen sich und hoffen für sie auf ein erfülltes leben. ein ganzes dorf braucht es, um ein kind gesund aufwachsen zu lassen, wir alle sind die dorfbewohner für die kinder. 

setzen wir uns ein, dass diese kinder in freiheit und demokratie aufwachsen können, in einer gesunden umwelt, mit mehr chancengleichheit und gerechtigkeit für alle. diesen text von heinrich böll mag ich sehr in seiner klarheit.



Mittwoch, 2. Oktober 2024

hoffnung oder nicht?


                                              Skulptur: Marianne Wagner, Breuberg


Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
von bessern künftigen Tagen;
nach einem glücklichen, goldenen Ziel
sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
sie umflattert den fröhlichen Knaben,
den Jüngling locket ihr Zauberschein,
sie wird mit dem Greis nicht begraben;
denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn,
erzeugt im Gehirne des Toren,
im Herzen kündet es laut sich an:
zu was Besserm sind wir geboren.
Und was die innere Stimme spricht,
das täuscht die hoffende Seele nicht.

Friedrich Schiller

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- da braucht es noch viel, um die nun agierenden mächtigen aus den positionen zu bekommen, wie auch immer. zur zeit wird soviel unheil weltweit ausgeteilt, da werde ich fast sprachlos. 

und doch: heute wurde die neue präsidentin von mexiko vereidigt, die erste frau an dieser stelle, eine linke politikerin, die für mehr gerechtigkeit und vieles andere gute eintreten will. es nährt wieder eine verrückte hoffnung.

und wenn dann noch die frauen sich den machtmännern verweigern würden...

keine kinder in diese kriegswelten gebären...

nicht kochen und putzen und sorgen...

gedanken für november oder immer

                                             Meerfelder Maar, Foto: Uli Boll, Manderscheid meine gedanken sind bereits im november angekomme...