Sonntag, 17. Dezember 2023

warten auf menschen

 

                                                    Totenmaar, Eifel

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.

Rudolf Otto Wiemer

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wie kam es eigentlich, dass engel meist als männer gedacht wurden? gibt es im gedachten/geglaubten himmel auch geschlechtertrennung zwischen männlich und weiblich? wer hat dies erforscht, und wie?    

und wenn wir nur diese zeit hier auf erden haben, wie unendlich dumm ist es dann, wenn wir unseren planeten unbewohnbar machen? dieser oben erwähnte engel sagt: STOPP

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Lichter anzünden, freude locken


bei wildgans.wordpress.com gab es einen hinweis auf das horoskop von luisa francia in ihrem blog unter modo cane, ich finde es spannend zu lesen. ein zitat ist mir besonders wichtig, was wohl jeder/-e hier lesende unterschreiben würde:

Auf jeden Fall sollten wir ganz individuell und im privaten Bereich alle Möglichkeiten nützen, um friedliche freundliche Energie zu verbreiten. Das Einzige was wirklich wichtig ist:

Freundlichkeit und Mitgefühl.

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das ist doch ein prima vorhaben fürs kommende fest und das jahr 2024. weniger kurznachrichten häppchenweise schauen, nach hintergrundinformationen suchen und das eigene denken trainieren ist gut. es kommt auf uns alle an, wie das jahr wird. wir ändern nicht die politik, aber wir dürfen widersprechen ohne ins gefängnis zu kommen, und dürfen auch abwählen. 

da werden klimmzüge gemacht um den co2 - ausstoß zu verringern, nur vor einem tempolimit haben alle angst, bzw. um des politischen friedens willen setzt es niemand durch. es würde menschenleben schonen und klima retten, ohne jede negative nebenwirkung, hat sogar schon der ADAC nachgewiesen.

anderswo sucht man nach einsparungen, dabei scheut die regierung aber die steuern bei denjenigen zu erhöhen, die es sich leisten können. natürlich wollen sie nicht, bis auf wenige ausnahmen.


besinnen wir älteren uns auf zeiten, in denen wir mit weniger aufwand auch froh waren.        zünden wir eine kerze an, statt das haus zu elektrifizieren.  





Montag, 11. Dezember 2023

Kanaldeckel und viel mehr

 


Charles Dickens,  Zitat :

„Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu bessern und zu bekehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen, da sie doch nur eine närrische Welt ist und bleiben wird.“

nun bin ich nicht weise. als ich heute über die bahnvorstände und deren bonuszahlungen hörte, verschlug es mir einen moment die sprache. es ist genug darüber gesagt in wenigen stunden, aber jede/ jeder einzelne von ihnen sollte sich sehr schämen. das ist diebstahl an der bevölkerung, was sie mit tollen klimmzügen veranstalten. wenn es nur närrisch wär, könnte ich lachen und es übergehen.

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Ich bin kein Fahnenträger,
kein adleräugiger Wegweiser
auf unsrer Reise in das Land von Morgen.
Ich bin eine Weide neben dem Strom,
durch die die Winde wehen,
von der der Geist des Aufruhrs in der Welt
eine einfache Flöte bricht,
um eine Melodie zu spielen,
in der es Sturm gibt, Schmerz, Liebe
und ein wenig Morgendämmerung.


Katri Vala, 1901 - 1944
finnische Lyrikerin


Donnerstag, 7. Dezember 2023

bahnfahren und mehr


S.102      "Alles, was man nicht wahrhaben will und verdrängt, jeder Konflikt, der geleugnet und nicht offen angesprochen wird - in einer Kultur ebenso wie im Leben jedes Einzelnen - sucht sich ein Ventil und kehrt sich schließlich in teuflischer Verkleidung gegen das Leben, gewaltsam und vernichtend."

Connie Palmen, 1955, niederländische Autorin,
aus 'Du sagst es'


da hoffe ich, dass wir noch die kurve schaffen. was muss noch passieren, damit sich gravierendes ändert? da wird gebastelt an einem gesetz zu "verbesserung" von etwas, und gleichzeitig tun sich neue abgründe auf. das passiert oft, nicht nur im steuerrecht und kitagesetz.                                                                           

die db wollte nicht einsehen, dass strecken unterhalten werden müssen, dann verrotten sie halt und werden stillgelegt. das ungleichgewicht in der einkommensstruktur bei der bahn führt zu demotivation der mitarbeiter/- innen. die lokführer/-innen werden für ihre verantwortung nicht angemessen entlohnt, ein streik verschlechtert die situation noch mehr. vielleicht ist die db konkurs und kann für einen euro an die schweiz verkauft werden, die kann nahverkehr bis in die hinterste gemeinde.

wozu werden eigentlich die db- vorstände bezahlt, da sie ihre arbeit nicht tun? die db ist aktuell mit rund 30 milliarden euro verschuldet, der stuttgarter bahnhof kostet nun mindestens 11,5 milliarden. zahlen stadt und land entgegen ihren aussagen nun mehr?

müssen wir lernen, im grossen wie im persönlichen umfeld mehr sorgfalt walten zu lassen? das denken jedenfalls dürfen wir nicht anderen überlassen, unsere stimme zählt auch.

suchen wir uns erholungsinseln, zum beispiel musik:

https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=youtube+cat+power+bob+dylan+song&mid=CF0AB859F6FC108585EBCF0AB859F6FC108585EB&FORM=VIRE

- ich weiß nicht, wie ich musik hier einbinden kann...


Sonntag, 3. Dezember 2023


 

:: advent,

ohne mildernde Umstände

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

Die angeklagte Sehnsucht ist uneingeschränkt schuldig!

Begründung:

Die Sehnsucht hat voll verantwortlich sich selbst hervorgebracht.
So wurde der Gedanke geboren,
nicht mehr warten zu wollen.
Das Auge entdeckte die Gestalt dieser Sehnsucht
und will nicht mehr warten.
Worte gaben Sehnsucht und Gestalt ein "bis morgen"
und das will nicht mehr warten.
Terminkalender gaben der Sehnsucht Unerträglichkeit
und sie will nicht mehr warten.
Berührung gab der Sehnsucht ein Du
und das will nicht mehr warten.
Die Sehnsucht entblößte ein wir, wir wollen nun nicht mehr warten.

Die Sehnsucht ist schuldig!
Ihr Verbrechen:
nicht mehr warten!

Mildernde Umstände gibt es nur für einen Advent
der auch schön brav nicht mehr will
als ein Advent zu bleiben!

christoph stender


allen hier lesenden wünsche ich eine gute wartezeit, worauf auch immer ihr warten wollt/ müsst. 

habt es gut, herzlichen gruß, roswitha

Freitag, 1. Dezember 2023

momente erfahren


 im neuen artemagazin ist ein interview mit martin suter, ihn las ich früher gerne, bin aber nun nicht mehr so begeistert. er kann schreiben, unzweifelhaft.

folgender text aus dem gespräch mit dem artemagazin gefällt mir:

"In dieser Sekunde haben wir Millionen Sachen verpasst, da kommt es auf eine nicht an. Man sollte sich auf das konzentrieren, was man gerade tut. Ich finde das auch einen guten Ratschlag für Liebende. Nicht zu denken: Da gibt`s sicher einen Schöneren, Klügeren, Stärkeren. Die Angst, etwas zu verpassen, ist der Grund dafür, dass man vieles verpasst."

diese haltung nimmt viel streß aus unserem alltag. in einem anderen blog las ich vor einiger zeit, wir sollten nicht die zeit mit der suche nach idealen lösungen vertun, oft reiche es auch, wenn wir sagen können, etwas ist einfach gut. nur die aufmerksamkeit lehrt uns, die momente zu leben ohne einen festen plan zu haben, oder noch mit hier und da beschäftigt zu sein, während wir z.b. essen oder lesen.

dran denken: nicht über die dunkelheit jammern, sondern eine kerze anzünden. und in einundzwanzig tagen wird das tageslicht wieder zunehmen.

- ich sah eben, das bild war schon vergangenen dezember in meinem blog, aber die amsel lebt hoffentlich noch, ist halt meine dezemberamsel.



Montag, 27. November 2023

Rückblick, erschreckt


viel habe ich sortiert und weggeworfen, dieser text aus 2004 erstaunte mich. was ist seitdem geschehen? 


Stimmungstief ? Klimawandel?

Am 24. Mai 2004 legte die Forschungsgruppe Wahlen eine neue Umfrage über die Stimmung der Deutschen vor(Quelle: RNZ vom 25.04.04). Nach dieser Untersuchung bezeichneten 57 Prozent der Befragten die allgemeine Wirtschaftslage als schlecht, zehn Prozent mehr als im Februar 2004!

Die eigene wirtschaftliche Lage bezeichneten 44 Prozent der Befragten als gut. Im kommenden Jahr erwarten aber nur noch sechzehn Prozent dieser Befragten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation, im Winter lag der Anteil der Optimisten noch bei zwanzig Prozent.

Brauchen die Menschen, denen es gut geht, überhaupt eine Verbesserung? Was passierte zwischen Februar und Mai?

Der Frühling kam.

Gibt es eine kollektive Depression? Geht es für viele Menschen nur noch darum, Besitzstände zu schützen? Nur keine Experimente, das war ein Wahlspruch in den Fünfzigern, der wieder hoch im Kurs steht. Entscheidungen werden nach allen Seiten abgesichert, fast niemand will Verantwortung übernehmen, angreifbar werden.

Lothar Späth meinte vor einigen Jahren spöttisch, wir darbten auf hohem Niveau. Viele können das Erreichte nicht genießen, es kommt nicht einmal beim Blick aufs Sparkonto Freude auf, weil sie z. B. denken, ihnen drohe Altersarmut. So ist Geld nicht Mittel zum Zweck, sondern wird selbst Zweck und Ziel aller Anstrengung, weil es scheinbare Sicherheit bietet.

Ich weiß aus der eigenen Familie, was Altersarmut bedeuten kann, die gilt es zu verhindern. Aber die Entsolidarisierung der Gesellschaft führt zu einer für viele bedrohlichen Situation, sie führt dazu, dass immer mehr im Mitmenschen eine/n Rivale/-in um Ressourcen sehen.

Dies wirkt sich im Umgang miteinander ebenso aus wie im Verhalten in der Öffentlichkeit. Unfähigkeit zur Kommunikation und Rücksichtslosigkeit werden zur weit verbreiteten Verhaltensoption.

All dies schafft zusammen mit politischen Diskussionen über notwendige Reformen und durchgeführten Änderungen das Klima, in dem Pessimismus und Depressionen gedeihen.

Wir leben in einem der reichsten Länder der Erde, auch wenn die Zahl derer, die am Existenzminimum leben, ebenso steigt wie die der Millionäre. Auch Sozialneid lähmt und verhindert neue Wege.

Warum sind wir nicht mutiger? Warum arbeiten wir nicht an unserer Hoffnung? Neugier und Kreativität sind keine Eigenschaften bestimmter Menschen, sondern ein Weg, im Leben zu sein.

2023: achtung, zunächst kommt der winter. aber ich bin mir sicher, ab nächsten monat um diese zeit werden die tage wieder länger. plant schon mal für den frühling...


Montag, 13. November 2023

zugfahren in europa


Ich lese in dem Buch von Jaroslav Rudis, Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen, Piper 2021

Christine Westermann schrieb über dieses Buch: "Es ist ein so bezauberndes Schwärmen, dass es einen über die DB- Wirklichkeit nachsichtig lächeln lässt. " (Stern) 
das scheint mir sehr heroisch, wenn ich schon fast täglich nachrichten über verspätungen, baustellen und personalmangel bei der db lesen muss. da ich frau westermanns empfehlungen traue, kaufte ich das buch und stelle beim lesen fest das es mir gefällt. ungemein entspannend, viele details über das leben in einer tschechischen eisenbahnerfamilie, über loks und deren namen, über bierkneipen entlang der  strecken. die technischen beschreibungen brauche ich nicht, aber die atmosphärischen und die über die durchgefahrenen gegenden locken mich.

lustig finde ich im einband das zitat von dbmobil.de: 

"Seite um Seite, Bahnhof für Bahnhof, Zug um Zug macht die Gebrauchsanweisung ihre Leser:innen unausweichlich selbst zu Bahnfans, wie der Autor einer ist"

eigentlich müsste dort stehen: trotz der unzulänglichkeit unseres betriebes gibt es menschen, die das zugfahren zu ihrem hobby machen. sie träumen von zuständen, die wahrscheinlich vorerst verloren sind. die schweizer bahnen haben mit italien, österreich und frankreich taktverkehr, mit deutschland klappt es seit jahren nicht. vor einhundert jahren konnte man zuverlässiger in deutschland mit dem zug fahren.

ich träume mich entlang der strecken europas und frage mich, warum wir zulassen, dass ein ökologisch sehr effizientes transportsystem von wildgewordenen manager zerstört wird, inklusive der berufsehre der mitarbeiter, die nichts dazu können.

wer vertritt die anteilseigner(uns, das volk) gegenüber der AG ? wann gibt es endlich amtshaftung?

Nachtrag: Etwas kann die DB sehr  gut, Geld kassieren für Angebote, die dann ausfallen. Heute wieder ein Bündel S- Bahnen wg. Personalmangel im Stellwerk(wie letzten Samstag). Gibt es eine Empidemie ?


Mittwoch, 8. November 2023

frauenmacht und mehr

 

lauernde raben vor dem fenster, heiko pippig 2014

Fantasie von Übermorgen 

Und als der nächste Krieg begann,

da sagten die Frauen: Nein!

und schlossen Bruder, Sohn und Mann

fest in der Wohnung ein.

Dann zogen sie in jedem Land,

wohl vor des Hauptmanns Haus

und hielten Stöcke in der Hand

und holten die Kerls heraus.

Sie legten jeden übers Knie,

der diesen Krieg befahl:

die Herren der Bank und Industrie,

den Minister und General.

Da brach so mancher Stock entzwei.

Und manches Großmaul schwieg.

In allen Ländern gab's Geschrei,

Doch nirgends gab es Krieg.

Die Frauen gingen dann wieder nach Haus,

zu Bruder und Sohn und Mann,

und sagten ihnen, der Krieg sei aus!

Die Männer starrten zum Fenster hinaus

und sahen die Frauen nicht an.

   von erich kästner

------------- gebt ihnen keine macht, den kriegstreibern, den machtmenschen, denen, die sich für berechtigt halten, ohne zu sprechen über andere zu bestimmen. wer bestimmt, was oben oder unten ist? frauen sind über die hälfte der bevölkerung, fordert euer recht ein. 

spielt mit euren möglichkeiten und lacht die angst weg. sagt mit einem lächeln laut NEIN und seid dann konsequent.

Freitag, 3. November 2023

wahrheit?

 


Was gestern noch als Wahrheit...

Was gestern noch als Wahrheit hat gegolten,

Ein blinder Irrtum wird es heut gescholten.

Fehl geht, wie oft! des Forschers mühvoll Streben,

Und keine Lösung wird dem Rätsel: Leben.

Der kühnlich ragen will ins Aetherblau,

Wie häufig schwankt des Wissens stolzer Bau!

Nur was der Mund der Poesie verkündet,

Steht fest und sicher in sich selbst begründet

Und bleibt für alle Zeit in voller Kraft -

Sie ist die einz′ge wahre Wissenschaft.


(* 30.12.1814, † 05.07.1894)


seit es KI gibt, wissen wir noch weniger, wessen nachrichten wir vertrauen können, wer welchen zweck verfolgt. es macht mir keine angst, da ich denken kann. aber vorsichtiger werde ich, es ist, als sei meine grundsätzliche haltung gegen werbung ausgeweitet auf andere bereiche des alltags. 

gedichte lesen regt an, diese frau betty paoli schrieb spannende und kraftvolle texte. mit wachen augen und ohren durchs leben gehen ist hilfreich. 

gelesen habe ich einen weiteren krimi von sven stricker. und zwischendrin wieder lily brett und roger willemsen, Momentum. euch allen wünsche ich zeit für denken, lesen und reden. 


selbstversorgung und suche

lebenskrisen können wichtige anreize zur veränderung anstossen. bücher können die erinnerungen an eine teilweise vergessene vergangenheit wa...